Kontinuierlich gesteigert hat sich der TuS Holzkirchen in der Vorbereitung und sich im letzten Test in Aschheim mit 7:1 für die Landesliga warmgeschossen.
+
Kontinuierlich gesteigert hat sich der TuS Holzkirchen in der Vorbereitung und sich im letzten Test in Aschheim mit 7:1 für die Landesliga warmgeschossen.

„Ziel ist nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben“

Formstarker TuS Holzkirchen startet Mission Klassenerhalt gegen 1. FC Passau

  • vonHans Spiegler
    schließen

Nach zuletzt guten Leistungen trifft der TuS Holzkirchen auf den 1. FC Passau. Die Splittler-Elf will so schnell wie möglich aus dem Abstiegskampf raus.

Holzkirchen – Die punktspiellose Leidenszeit hat vorerst ihr Ende gefunden: Der TuS Holzkirchen darf an diesem Samstag wieder ins Landesliga-Geschehen eingreifen und empfängt um 15 Uhr den 1. FC Passau auf heimischem Rasen. Der Weg zum Re-Start war für die Mannschaft von Trainer Torsten Spittler zunächst von sehr vielen Spielerwechseln geprägt – mehr als eine gesamte Elf verließ den Verein und stieß auch wieder hinzu. Je länger die Vorbereitung jedoch andauerte, desto besser fand sich die Mannschaft auf dem Platz und konnte bereits einiges davon umsetzen, was der Coach verlangte.

TuS Holzkirchen: Alles musste neu eingearbeitet werden

„Uns war klar, dass es eine ziemlich lange Pause werden wird“, blickt Spittler zurück auf die erste Zeit der Coronakrise. „Das Traurige war, dass dadurch die ganzen Mechanismen und Taktiken, die wir in der kurzen Zeit versucht haben einzuüben, verschüttet wurden – wir starteten als Team quasi bei Null.“ Der 58-Jährige hatte zuvor erst ein Punktspiel des TuS von der Seitenlinie gecoacht, das die Mannschaft gewann (2:1 in Kirchheim).

In den Vorbereitungsspielen war bei den Holzkirchnern eine stetige Entwicklung nach oben zu beobachten, die vorerst am deutlichsten beim Test gegen Ligarivale Kirchheim zum Vorschein kam, wie auch Spittler findet: „Natürlich weißt du nie, wer beim Gegner fehlt oder wie dort alles ablief, aber dieses 4:1 war schon eine gewisse Rückmeldung dafür, dass unser Weg in die richtige Richtung geht und dies auf dem Platz zu sehen ist.“ Der ehemalige Verbandstrainer des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) hat mit den Kickern von der Haidstraße einen Systemwechsel vollzogen, bei dem alles nach den Charakteren und verfügbaren Spielertypen ausgerichtet sein soll. Viel mehr Details wollte Spittler im Vorfeld des Passau-Duells nicht preisgeben.

TuS Holzkirchen will sich von dem Abstiegskampf möglichst schnell entfernen

So unklar also die Taktik des TuS für Außenstehende noch sein mag, die Ausgangslage, in der sich Holzkirchen befindet, ist glasklar: Nach den fünf Spielen bis zur Winterpause soll Abstand zu den Abstiegsplätzen hergestellt sein. Zu Rang 14 – einem Relegationsplatz – hat der Bayernliga-Absteiger nur drei Punkte Vorsprung, aber auch beispielsweise zu Platz acht sind es gerade einmal vier Zähler. „Es hängt alles extrem eng aneinander“, stellt auch Spittler fest. „Klar ist es komfortabler, wenn du einen gewissen Vorsprung nach unten hast, aber ich vertraue den Jungs, denn aktuell macht es Spaß, ihnen zuzusehen – Ziel muss es sein, mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben.“

TuS Holzkirchen: Zweitbeste Offensive in der Liga

Um diesem Vorhaben gerecht zu werden, müssen die Holzkirchner eine bessere Defensivleistung auf den Platz bekommen. Die Offensive, die mit 44 Treffern die zweitbeste der Liga darstellt und bei der neben den Stammkräften Toni Bauer, Sean Erten und Christopher Korkor nun unter anderem auch Andreas Maurer und Victor Carr mitmischen, hat ihre Sache bereits vor Corona herausragend gemacht. Nun kann man bei 36 Gegentoren nicht von einer katastrophalen Verteidigung sprechen, jedoch leistete sich die Elf von der Haidroad oft in den wichtigen Momenten fatale Aussetzer.

Hinzu kommt, dass mit Lars Doppler ein Hoffnungsträger zukünftig nicht mehr an Bord sein wird. „Lars war lange im Ausland und wollte eigentlich wieder spielen“, erklärt Spittler. „Anfangs hatten wir meinem Empfinden nach auch gute Gespräche, aber letztlich wollte er doch den Verein wechseln, was ich sehr schade fand. Wo er jetzt spielt, weiß ich nicht.“ Mit Julian Wiefarn, Aron Mättig und Anto Maskaljevic hat der Trainer jedoch genügend Alternativen, die neben dem gesetzten Alex Zetterer agieren können.

TuS Holzkirchen: Splittler trifft auf den alten Kollegen Günther Himpsl

Mit dem 1. FC Passau wartet auf Spittler sowieso kein gänzlich unbekannter Gegner. Zwar war der 58-Jährige bisher vornehmlich im Ausland als Trainer unterwegs und kennt die wenigsten Kontrahenten, aber Passaus Trainer Günther Himpsl ist ein alter Weggefährte Spittlers. „Ich kenne ihn aus der Zeit beim BFV – wir sind quasi Freunde, und ich weiß, dass er dort gute Arbeit leistet.“

Wenn man den Aussagen einiger TuS-Spieler glaubt, trifft dies derzeit auch auf Spittler zu. Dieser kann seine Vorfreude auf den Re-Start nicht verbergen: „Es ist einfach gut, dass es wieder losgeht. Wir trainieren ja immer für den Wettkampf, und am Ende war es auch politisch schwer zu verkaufen, dass es ausschließlich in Bayern nicht möglich sei, Fußball zu spielen.“

Zugänge: Andreas Maurer, Semir Ljumani (beide reaktiviert), Julian Allgeier (zuletzt vereinslos), Benedikt Löhnert (FC Deisenhofen II), Julian Wiefarn (TSV 1860 München II), Yasin Keskin (BCF Wolfratshausen), Victor Carr (SV Dornbach), Gabriel Kiekenbeck, Sebastian Engelmann, Sepp-Renee Kollie (alle Jugend), Anto Bonic (SV Aubing), Dennis Lucksch (FC Deisenhofen), Anto Maskaljevic (Herakles SV), Dominik Hartl (SV Aying/Helfendorf), Linus Wimmer (TSV Bretzenheim).

Abgänge: Omer Grbic (FC Kosova), Sebastian Dix (SC Lenggries), Sahin Bahadir (TSV Ampfing), Burhan Bahadir (TSV Ampfing), Luka Zebec (Studium in Kroatien), Dominic Baumann (SV Miesbach), Emin Kaya (MSV Bajuware), Daniel Höpfinger (Haidhausen), Oschmir Amidou, Lukas Piendl, Felix Höger, Alexander Kuile, Lars Doppler (alle Ziel unbekannt).

(HANS SPIEGLER)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare