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Ansprechpartner am Platz: Holzkirchens neuer Jugendvorstand Sebastian Gritschneder beantwortet die Fragen der Eltern. 

TuS Holzkirchen

TuS-Jugendvorstand Gritschneder will auf eigenen Nachwuchs setzen

  • vonHeidi Siefert
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Sebastian Gritschneder ist als neuer Jugenvorstand beim TuS Holzkirchen durchaus gefragt in diesen Tagen - vor allem als Ansprechpartner neben dem Platz.

Holzkirchen – Bei Spielern gegnerischer Mannschaften hält sich die Begeisterung in Grenzen, wenn sie auf dem Fußballplatz Sebastian Gritschneder auf sich zukommen sehen. Seit fast 40 Jahren schnürt er – abgesehen von den Jahren, in denen er an der Universität Osnabrück in angewandter Physik promovierte – beim TuS Holzkirchen die Fußballschuhe und brachte und bringt als Spielmacher manchen zur Verzweiflung. Doch dabei soll es nicht bleiben. Neben seinen regelmäßigen Einsätzen bei den erfolgsverwöhnten Alten Herren von der Haidstraße ist er nun auch als Jugendvorstand in seinem Heimatverein aktiv und gemeinsam mit Jugendleiter Benedikt Zeisel und seinem Stellvertreter Sebastian Lechner, der sich vornehmlich um den Kleinfeld-Bereich kümmert, im neu konstituierten Vorstand für den Nachwuchs zuständig.

Zu seinem neuen Posten kam der AH-Verantwortliche unverhofft, musste aber nicht lange überzeugt werden, als ihn Markus Müller kurz vor Weihnachten fragte, ob man auf ihn zählen könne. „Ich wollte generell mitmachen“, erzählt Gritschneder – und dass es nahe lag, dass er als Vater zweier kickender Buben sich um den Nachwuchs kümmern würde. Sein Part wird in erster Linie die Strategie und Planung sein. Dabei kann er nicht nur auf seine sportliche Erfahrung und das Wissen um die Strukturen im Verein und dessen Umfeld bauen. Auch seine besonnene Art und die Fähigkeit zu moderieren zeichnen den leidenschaftlichen Fußballer aus. Die vergangenen Tage verbrachte er vornehmlich am Kunstrasen am Gymnasium, um seinen Trainern bei den ersten Einheiten nach dem Lockdown den Rücken freizuhalten und als Ansprechpartner für die Eltern bereitzustehen.

Schon an den ersten Tagen habe er dort den großen Spaß der Kinder bemerkt, endlich wieder Kicken zu dürfen. „Alle haben Bock“, meint Gritschneder und freut sich, dass es im Nachwuchsbereich keine coronabedingten Austritte gab. Begeistert ist der 45-Jährige auch, was er spielerisch vorfindet. Allen voran die A-Junioren, die seit ihrem Aufstieg 2017 in der Bezirksoberliga vorne mitmischen und aktuell bei weniger Spielen punktgleich mit der SG Ebersberg/Steinhöring an der Tabellenspitze stehen.

Gritschneder will in AH mit Brüdern auflaufen

13 Jugendteams hat der TuS Holzkirchen aktuell. Dazu den Fußballkindergarten, der dem dreifachen Vater besonders am Herzen liegt. Entgegen der bisherigen Praxis wird für‘s Kicken der Kleinsten auch kein Extra-Beitrag mehr erhoben. Hier gehe es um den Spaß am Spiel und Wohlfühlatmosphäre für Kinder wie Eltern. Sie sollen sehen und erleben, „dass sie uns ihre Kids beruhigt schicken können“. Egal, wie ambitioniert sie sind. In allen Altersklassen werde man weiterhin zweigleisig fahren und dabei auch diejenigen nicht vergessen, die nicht alles dem Fußball unterordnen wollen oder können. Wichtig sei es, Mannschaften fair und transparent einzuteilen. Und auch wenn Neuzugänge aus anderen Orten jederzeit willkommen sind, werde man nicht mehr offensiv darum werben. „Wir wollen unsere Einheimischen nicht vergraulen“, betont Gritschneder, der selbst mit sechs Jahren das erste Mal im grünen Trikot auflief.

So, wie auch seine Brüder Moritz, Hansi, Tobi und Simon, mit denen er vielleicht in der AH schaffen könnte, was durch die verschiedenen Orte ihrer Ausbildung in der Ersten nie klappte: Einmal alle miteinander in einem Team zu spielen. „Mehr als drei gleichzeitig haben wir nie geschafft“, sagt der neue Jugendvorstand lachend und voller Vorfreude auf den Fußballsommer mit einem tollen Team für den Holzkirchner Fußball, von dem er überzeugt ist: „Wenn sich viele einen Ruck geben, wird‘s richtig cool.“

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