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Lukas Keßler im Aufwärmshirt des neuen Vereins SV Wals Grünau.

Ex-Holzkirchner Lukas Keßler im Interview

Legionär Lukas Keßler: „Österreichische Vereine sind besser organisiert“

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Lukas Keßler wechselte vor zwei Jahren von der TuS Holzkirchen zum SAK Salzburg. Im Interview berichtet er von seinen Erfahrungen im österreichischen Amateur-Fußball. 

Lukas Keßler stand vier Jahre lang in den Reihen der TuS Holzkirchen bis er ihr 2018 den Rücken zukehrt. Das Studium zog ihn nach Österreich, wo er schnell seinen Platz beim SAK Salzburg fand. Heute spielt der 26-Jährige bei dem österreichischen Drittligist SV Wals Grünau.  

  • Lukas Keßler wechselte in der Saison 17/18 von der TuS Holzkirchen zum SAK Salzburg nach Österreich
  • Beim SAK erhält Keßler in der ersten Saison das Amt des Kapitäns
  • Letztes Jahr wechselte der 26-Jährige zum österreichischen Drittligisten Wals Grünau

Bis zur Saison 17/18 warst du eine absolute Säule im Mittelfeld der TuS Holzkirchen. Was hat dich zu einem Wechsel nach Österreich bewegt?

Ich bin für mein Masterstudium nach Salzburg umgezogen und bin am Anfang noch nach Holzkirchen gependelt. Auf Dauer war die Entfernung mit dem Studium leider einfach nicht vereinbar und so bin ich zum Salzburger AK gewechselt.

Im Folgejahr ist dein Ex-Klub direkt in die Landesliga abgestiegen. Könnte dein Abgang etwas damit zu tun haben?

Nein, das glaube ich nicht. Es gab einfach viele Veränderungen im gesamten Verein. Aus der Ferne einen Grund auszumachen ist nicht möglich.

Der Wechsel nach Österreich

In Österreich hast du für den Salzburger AK gespielt, der älteste Klub Salzburgs. Wie hast du dort deine Anfänge erlebt?

Ich wurde in Österreich als „Deutscher“ super aufgenommen. Der Verein hat große Ziele und dies von Anfang an kommuniziert. In Deutschland vergleichbar mit Türkgücü, möchte der Präsident des SAK in den Profifußball. Wir hatten also sehr professionelle Bedingungen und einen sehr guten Kader. Nicht vergleichbar mit anderen österreichischen Viertligisten.

Du hast bereits in der ersten Saison bei dem neuen Vereinen sehr viele Einsätze und eine führende Rolle bekommen. Wie konntest du so schnell das Vertrauen des Trainers gewinnen?

Gute Frage. Der Trainer wurde damals ebenfalls neu verpflichtet und so hatten alle Spieler die gleichen Voraussetzungen. Am Ende der Vorbereitung hat er mich direkt zum Kapitän ernannt.

Im zweiten Jahr beim SAK gelingt dann tatsächlich der Aufstieg in die Regionalliga. Was war das für ein Gefühl?

Der Aufstieg war natürlich ein sehr besonderes Erlebnis! Es ist immer schön, wenn man die gesamte Saison krönt, besonders wenn man von Anfang an als Favorit in die Saison geht.

In diesem Aufstiegsjahr bist du zu deutlich weniger Einsätzen gekommen. Wieso das?

Wie schon erwähnt, ist das große Ziel der bezahlte Fußball. Dementsprechend wurde der Kader nochmal qualitativ aufgewertet, unter anderem mit einigen Ex-Profis.

Kesslers nächster Schritt im österreichischen Amateur-Fußball

Zur Saison 19/20 kam dann der Wechsel zu Wals-Grünau in die Regionalliga. Du bist also zu einem Ligakonkurrenten gewechselt. Warum?

Nach dem Aufstieg bin ich dann zum Drittligisten Grünau gewechselt. Die weitere Professionalisierung war für mich einfach nicht machbar. Mehr als 3 Trainingseinheiten in der Woche, zusätzlich Training am Wochenende und individuelles Training im Fitnessstudio neben der Uni bzw. Arbeit ist schwierig.

Dazu kommt, dass du in der Liga dann tatsächlich auch gegen deinen Ex-Klub verloren hast. Kam dann ein wenig Reue zum Vorschein?

Nein, da kommt keine Reue. Es war eine schöne und erfolgreiche Zeit. Aber natürlich hätte ich gerne gewonnen! Man muss auch dazu sagen, dass der SAK ungeschlagen an der Tabellenspitze steht.

Du hast in Deutschland in der Bayernliga gespielt und in Österreich sowohl in der Salzburger Liga als auch in der Regionalliga. Worin unterscheidet sich der Fußball in beiden Ländern sowohl im spielerischen Niveau als auch von den organisatorischen Voraussetzungen?

Ich denke, im organisatorischen Bereich sind die österreichischen Vereine besser aufgestellt. Den Spielern fehlt es wirklich an nichts. Das Niveau ist schwierig zu vergleichen. Ich würde sagen in Deutschland sind mehr Technik und Taktik gefragt, während in Österreich der Fokus eher auf Körperlichkeit und Fitness liegen. Das könnte aber auch speziell an meinen Klubs liegen. 

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