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Will nicht mehr an der Seitenlinie stehen: TuS Holzkirchens Trainer und Sportlicher Leiter Jozo Ereiz. 

Interview mit Sportlichem Leiter

TuS Holzkirchens Jozo Ereiz: „Wir bemühen uns um einen neuen Coach“

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Die Landesliga-Fußballer des TuS Holzkirchen sind in der Winterpause und Jozo Ereiz zieht Bilanz. Der Sportliche Leiter erklärt die Pläne für die Winterpause.

Holzkirchen – Platz 13 nach 21 Spielen in der Landesliga Südost: Dass der TuS Holzkirchen zum Ende des Fußballjahres an der Grenze zur Abstiegsrelegation verweilt, hatte Trainer und Sportlicher Leiter Jozo Ereiz wohl nicht erwartet. Überwiegend leiden die Holzkirchner aber an der Pleiten-Serie zwischen Spieltag vier und neun, wo eine Torbilanz von 7:15 zu Buche steht. Denn: Seit Ex-Coach Jens Eckl nicht mehr an der Seitenlinie steht, sondern Ereiz das Ruder in der Hand hält, bildet Holzkirchen das Mittelmaß der Liga. An guten Tagen kann der TuS jedes Team der Liga schlagen. Fraglich bleibt, ob das ausreicht, um die Relegation abzuwenden.

Herr Ereiz, trotz des 8:0 über Rosenheim: Die Endphase des Fußballjahres haben Sie sich nach zuletzt zwei Niederlagen anders vorgestellt, oder?

Ereiz: Ganz klar, diese zwei Pleiten schmerzen sehr. Gerade ein Sieg gegen Ampfing wäre essenziell wichtig gewesen, denn dann hätten wir ein kleines, aber enorm wichtiges Polster gehabt. Es gab aber Gründe für den Abwärtstrend.

Die da wären?

Ereiz: Wir waren insgesamt physisch nicht mehr so stark. Du hast in jedem Training gesehen, dass der Akku leer war. Dann kommt jede Woche die Frage: Können wir spielen, oder gibt es der Platz nicht her? Irgendwann schalten die Spieler ein wenig ab oder wollen am Ende auch gar nicht mehr spielen, wenn es jedes Mal auf der Kippe steht. Wir wollen das Ganze jetzt aber nicht darauf reduzieren. Seit meinem Amtsantritt würde ich der Mannschaft auf jeden Fall die Note gut zuteilen.

TuS Holzkirchen kann Ausfälle nicht kompensieren

Wiegen auch dauerhafte Ausfälle wie die von Lars Doppler oder Benedict Gulielmo zu schwer?

Ereiz: Es ist ganz logisch, dass du Ausfälle von solch entscheidenden Spielern nicht komplett auffangen kannst. Ich nehme hier auch einen Basti Hahn dazu: Diese Qualität ist nicht zu ersetzen. Hinzu kommt, dass wir einige 18-Jährige dabei haben, die sich entwickeln müssen und dies auch sehr, sehr gut machen.

Welcher der jungen Spieler hat Sie am meisten überzeugt?

Ereiz: Als Erstes muss hier Toni Bauer genannt werden. In seinen jungen Jahren legt er bereits eine Unmenge an Scorerpunkten hin. Meines Wissens nach führt er hier die Liga mit an. Er entwickelt sich hervorragend und ist eine Stütze in der Mannschaft. Genauso ist es mit Luka Zebec. Er ist auch erst 19 Jahre jung und stellt exakt den Spielertypen dar, den wir auf der linken Verteidiger-Position benötigt haben – physisch und läuferisch stark und immer wieder auch offensiv bemüht.

Zeichen stehen bei einem Spieler auf Abschied

Ein Spieler, der nach wie vor weit hinter den Erwartungen zurück bleibt, ist Andreas Maurer.

Ereiz: Insgesamt kann ich Andi keine großen Vorwürfe machen. Natürlich dachte ich, dass er einer unserer Leistungsträger werden wird. Aber seine Saison ist geprägt von kleineren und größeren Verletzungen, immer wieder war er wegen schulischer Verpflichtungen verhindert und wird das auch zukünftig sein. Er spielt mit dem Gedanken, beim Fußball etwas kürzerzutreten. Wir werden selbstverständlich versuchen, ihn davon zu überzeugen, zu bleiben.

Die Zeichen stehen also eher auf Abschied. Wird Ihr Kader dann nicht langsam sehr dünn?

Ereiz: Darauf, dass wir mehr Breite in den Kader bekommen, liegt eines unserer Hauptaugenmerke für die Winterpause. Ziel ist es, für Abwehr, Mittelfeld und Sturm je einen Spieler zu verpflichten, einfach um besser reagieren zu können und flexibler zu werden.

TuS Holzkirchen will sich personell verstärken

Haben Sie weitere Ziele?

Ereiz: Priorität hat bei uns jetzt, dass wir einen festen zweiten Torwart holen. Beni (Zeisel, Anm. d. Red) ist beruflich unter der Woche oft eingespannt, sodass wir viel zu oft entweder mit nur einem oder häufig sogar ohne Torwart trainieren mussten. Sie können sich vorstellen, dass das für die Stürmer nicht gerade Spaß macht.

Kommen wir zu Ihnen: Macht Ihnen der Trainerjob in Verbindung mit dem Amt des Sportlichen Leiters Spaß, oder ist es zu viel?

Ereiz: Auf jeden Fall ist es keine glückliche Situation. Langfristig wäre das zu anstrengend, und man kann nicht beide Aufgaben zu 100 Prozent ausfüllen.

Steht also zum nächsten Spiel ein neuer Trainer an der Seitenlinie?

Ereiz: Jedenfalls war mein Plan, dass ich die Mannschaft bis zum Winter übernehme (lacht). Aber Spaß beiseite: Im Winter ist es immer schwer, den besten Trainer für eine Mannschaft zu finden. Aber wir werden zusammen mit dem Vorstand fleißig sein, und uns um einen neuen Coach bemühen. Vielleicht haben wir ja Glück und es ergibt sich eine Gelegenheit.

hsp

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