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Werner Klinke wurde vom Vorschlag überrascht.

Trainer des TSV Hartpenning will für Vorschlag stimmen

Klinke zu Pilotprojekt: Spannung das ausschlaggebende Argument

  • vonMichael Eham
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Der TSV Hartpenning hat sich bereits entschieden: Die Verantwortlichen wollen für das Pilotprojekt im Fußball-Kreis Zugspitze stimmen.

Hartpenning – Eine Situation kennen die Fußballer des TSV Hartpenning aus den vergangenen Jahren besonders gut: Weil die Hinrunde im Herbst zwar solide, aber eben nicht ausschließlich erfolgreich absolviert worden war, gab es in der Rückrunde im Frühjahr relativ wenig Spannung. Nach dem Abstieg aus der Kreisklasse im Jahr 2016 wurden die Hartpenninger in den drei folgenden A-Klassen-Jahren zweimal Achter und einmal Neunter. Erst in der immer noch laufenden Spielzeit – in der ein Abbruch mittlerweile mehr und mehr wahrscheinlich scheint – klopft die Mannschaft von Trainer Werner Klinke wieder an der Kreisklassen-Tür an. Momentan liegt der TSV auf dem Relegationsplatz zwei, der ihm allerdings nur bei einer Saisonfortsetzung zugutekommen könnte, denn bei einem Abbruch würde keine Relegation gespielt werden.

Aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre wird Klinke in Absprache mit seiner Mannschaft und den Vereinsverantwortlichen für eine Änderung des Ligamodus stimmen. Die Idee des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) sieht vor, dass in der Vorrunde in halb so großen Ligen mit Hin- und Rückspielen angetreten wird (wir berichteten). Nach dem Abschluss der Vorrunde ziehen die besten drei Teams in eine Aufstiegsrunde ein, der Rest spielt im Frühjahr eine Abstiegsrunde. Die Meister aus den Aufstiegsgruppen steigen direkt auf, die Zweiten müssen den Umweg Relegation gehen. „Als ich den Vorschlag das erste Mal gehört habe, war ich auch etwas überrascht“, erzählt der Trainer, „aber die Spannung zum Saisonende hin war für mich ein ausschlaggebendes Argument für die Änderung.“

Nach Klinkes Auffassung sprechen aber noch mehr Punkte für die Überarbeitung des Ligaspielbetriebs. Abgesehen davon, dass es im letzten Saisonabschnitt weniger Teams geben wird, für die es um nichts mehr geht, wird Spannung auch durch die kurzen Abstände zwischen den beiden Aufeinandertreffen von zwei Teams generiert. Außerdem, findet Klinke, würde das Phänomen, dass Spieler von der Ersten Mannschaft in abstiegsbedrohte oder um den Aufstieg kämpfende Reservemannschaften geschoben werden, nur noch abgeschwächt auftreten. „Das wirst du zum Schluss raus immer haben, aber eine Änderung im Modus würde das ein bisschen reduzieren“, meint Klinke.

Klinke für klassische Relegation

Eine weitere Verbesserung, die sich der BFV vom neuen Modus verspricht, sind mehr Derbys. Für die Hartpenninger, die in den vergangenen Jahren mal in der A-Klasse 3 – mit den meisten Teams aus dem Landkreis Miesbach – und mal in der A-Klasse 4 eingeteilt waren, durchaus ein relevantes Argument. Klinke hofft natürlich auf mehr Derbys, „aber das kann ich bisher noch nicht einschätzen“.

Bei der Frage, ob in den Relegationsbegegnungen die Auf- und Absteiger dann in einer Art Playoff-Serie oder mit Hin- und Rückspiel ausgespielt werden sollen, plädiert Klinke für die klassische Variante mit nur zwei Spielen. „Ich würde das gerne über drei Jahre ausprobieren“, sagt Klinke mit Blick auf die dritte Frage des BFV, wie lange das Pilotprojekt laufen soll.

Mehr Spannung über die gesamte Saison, in der Summe mehr Derbys und weniger Wettbewerbsverzerrung durch das Schieben von Spielern in die Zweiten Mannschaften – für den TSV Hartpenning würde sich mit dem neuen Modus einiges zum Positiven ändern. 

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