Im Landkreis Miesbach ist Training für inder wieder erlaubt.
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Im Landkreis Miesbach ist Training für inder wieder erlaubt.

Training im Landkreis Miesbach erlaubt

„Wir brauchen jetzt Solidarität“ - Amateurfußball weiter in schwieriger Lage

  • vonThomas Spiesl
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Seit Montag vergangener Woche ist im Landkreis Miesbach kontaktloses Training für bis zu 20 Kinder unter 14 Jahren erlaubt, Erwachsene können weiterhin nur in Gruppen bis zu fünf Personen aus maximal zwei Hausständen Sport treiben.

Landkreis – Daraus ergaben sich auch für die Verantwortlichen der Fußballklubs etliche offene Fragen. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) und die Staatsregierung gaben kürzlich dazu Antworten. „Dieser Flickenteppich und die sich täglich ändernden Inzidenzen machen die Sache nicht leichter und sorgen verständlicherweise für große Unsicherheit“, sagt BFV-Verbandsspielleiter Josef Janker. So ist es beispielsweise möglich, dass Eltern ihre Kinder zum Training begleiten und dürfen diesem auch beiwohnen – unter Einhaltung der Vorgaben in Sachen Maskenpflicht und Mindestabstand.

Umgehen der Trainingsregelung möglich

Entscheidend dafür, was erlaubt ist, ist derzeit die Inzidenz im jeweiligen Landkreis. Der Landkreis Miesbach liegt über dem Wert von 50, der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen darunter: Dort dürfen auch Erwachsene in Gruppen von bis zu zehn Personen trainieren. Theoretisch könnten also Teams aus der Region im Tölzer Raum einen Platz anmieten, um dort ihre Einheiten abzuhalten. Dies bringt aber weitere Probleme mit sich. So dürfen beispielsweise keine Kleinbusse benutzt werden. Zudem sind alle Hygienevorschriften anzuwenden.

Geklärt ist inzwischen die Frage, ob die Trainer zur Trainingsgruppe gezählt werden. Ein Jugendcoach, der lediglich die Kinder anleitet, wird beispielsweise nicht mitgezählt, ein Spielertrainer hingegen schon.

Training als Wettbewerbsverzerrung?

Durch die regionalen Unterschiede befürchten einige Teams aus der Region Nachteile gegenüber den Liga-Rivalen aus dem Tölzer Landkreis, da diese bis zu drei Wochen länger auf dem Platz trainieren können – wenn auch nur kontaktlos. „Grundsätzlich: Das Virus ist nicht gerecht. Wenn jetzt jemand von Wettbewerbsverzerrung spricht, dann weiß ich, dass die Lage sicherlich alles andere als zufriedenstellend ist. Aber jetzt von Benachteiligung in der Form zu sprechen, dass sich dies auf die Spiele in der Liga auswirken wird, ist nicht angebracht“, betont Janker. „Der Amateurfußball braucht jetzt keinen egoistischen Tunnelblick, sondern Solidarität. Zumal es nicht verboten ist, dass jeder für sich trainieren kann. Wer sich fit halten möchte, der kann das tun.“

Vereine wollen Saisonabbruch - Verband nicht

Mit einem Saisonabbruch liebäugeln inzwischen mehrere Vereine, der Verband jedoch nicht. „Einen Abbruch sehe ich nach wie vor als allerletztes Mittel, denn er hätte gravierende Folgen. Wir würden die Saison gemäß der Quotienten-Regelung werten. Wir hätten also Auf- und Absteiger, die sozusagen am Grünen Tisch ermittelt würden. Das ist nicht meine Auffassung von Sport“, erklärt BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher. Den Vereinen bleibt weiterhin nichts übrig als abzuwarten und zu hoffen, dass die Inzidenz bald unter die magische Marke von 50 fällt.

(Thomas Spiesl)

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