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Abgestiegen: Benjamin Schwarz als Kapitän (M.) der SpVgg Unterhaching nach dem Drittliga-Spiel beim FC Rot-Weiß Erfurt.

Auf- und Abstieg für Benjamin Schwarz

Zwischen Himmel und Hölle

TSV Otterfing – Benjamin Schwarz ist an einem Tag gleichzeitig mit dem TSV Otterfing auf- und mit der SpVgg Unterhaching abgestiegen. Im Interview spricht der 28-Jährige über gemischte Gefühle.

Das gibt es auch nicht aller Tage: Am Pfingstsamstag feierte der TSV Otterfing mit einem 1:0-Sieg in Bad Tölz vorzeitig die Kreisklassen-Meisterschaft und damit den Aufstieg in die Kreisliga. Nicht dabei war Trainer Benjamin Schwarz. Als Spieler und Kapitän verlor er zeitgleich mit der SpVgg Unterhaching das entscheidende Spiel in Erfurt mit 0:1, wodurch die Hachinger aus der dritten Liga absteigen müssen. Im Gespräch mit der Heimatzeitung blickt der 28-Jährige auf ein Wochenende voll gemischter Gefühle zurück.

Herr Schwarz, was war die Erfolgsformel für den Aufstieg mit dem TSV Otterfing?

Das Team hat immer super gearbeitet, wir waren von Beginn an die konstanteste Mannschaft der Liga und haben uns kaum Schwächephasen geleistet. Vor allem der Teamgeist war die ganze Saison überragend. 

Am Ende war der Vorsprung auf die Konkurrenz groß. Haben Sie vor der Saison damit gerechnet?

Nein, das war so nicht abzusehen, da hat sich eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Wir wollten aufsteigen und haben gewusst, dass wir das Potenzial haben, unter den ersten fünf Mannschaften der Kreisklasse mitzuspielen. Dass es dann so eindeutig wird, haben wir natürlich nicht vermutet. Aber wenn man einen Lauf hat, gewinnt man halt auch mal Spiele mit 1:0, die man normalerweise nicht gewinnen dürfte.

Was hat den Unterschied zu den anderen Kreisklassisten gemacht?

Die Unterschiede waren vor allem die Konstanz und der Teamgeist. Alle Spieler haben hart gearbeitet und bis zum Schluss nie aufgegeben. In den Spielen haben wir nie die Kompaktheit verloren, und die Mannschaft hat die Vorgaben von uns Trainern immer super umgesetzt. Individuell waren wir, denke ich, nicht stärker besetzt als die anderen Mannschaften. Das sieht man daran, auf wie viele Torschützen sich unsere Tore verteilen. Aber das haben wir durch unsere Geschlossenheit kompensiert.

Das Prunkstück des TSV war die Defensive. Wieso war die Abwehr kaum zu knacken?

Wir haben als Trainer stets das Hauptaugenmerk auf die Defensive gelegt. Angefangen bei den Stürmern mussten immer alle Spieler von Anfang an nach hinten mitarbeiten. Darauf haben wir immer besonders viel Wert gelegt.

Wie wichtig waren der Teamgeist und die Bindung zum Verein für den Aufstieg?

Der Mannschaftsgeist war bei uns immer super, es gab nur ganz wenige Diven und kaum Probleme. Jeder hat immer für den anderen gekämpft und auch harte Entscheidungen akzeptiert, wenn man mal auf der Bank sitzen musste. So ein Team gibt es sicher nicht mehr oft.

Wie sind die Feierlichkeiten abgelaufen? Konnten Sie mit dem Team gemeinsam feiern?

In Tölz konnte ich ja nicht mit dabei sein, weil ich selber gespielt habe. Die Spieler haben die ganze Woche zum Feiern genutzt. Aber das hat man sich auch verdient, wenn man drei Wochen vor Saisonende Meister wird.

Sie haben an einem Tag den Aufstieg mit Otterfing und den Abstieg mit Haching erlebt – kann man sich da überhaupt freuen?

Das war für mich natürlich eine ganz schwere Gefühlslage. Mein Hauptjob war es am Samstag, Spieler von Haching zu sein. Und auch dort haben wir hart für unsere Ziele gearbeitet. Da ist so ein Abstieg natürlich richtig ärgerlich. Es dauert ein paar Tage, bis man so einen bitteren Moment und den Abstieg wirklich verdaut hat. Für mich war es natürlich ein blödes Gefühl, wenn man als Trainer gleichzeitig sein Ziel erreicht hat und super-stolz auf die Mannschaft sein kann. Trotzdem konnte ich mich anfangs nicht wirklich freuen, da überwiegt erst einmal die Enttäuschung über den Abstieg mit Haching.

Wie sind Ihre Zukunftspläne als Spieler und als Trainer?

Ich werde jetzt erst einmal abwarten, wie es für mich als Spieler weitergeht. Mein Bruder Raphael wird auf jeden Fall als Trainer in Otterfing weitermachen. Wenn ich als Spieler in der Nähe bleibe, würde ich auch sehr gerne als Trainer in Otterfing weitermachen. Aber jetzt muss ich erst einmal abwarten, welche Möglichkeiten sich auftun. Ich denke, dass eine Entscheidung in den nächsten beiden Wochen fallen wird.

Was erwartet den TSV Otterfing nächste Saison in der Kreisliga?

Natürlich brauchen wir die eine oder andere Verstärkung. Wir sind auch bereits an einigen Spielern dran und haben da ganz gute Aussichten. Die Kreisliga selbst kenne ich nicht so gut, deshalb weiß ich auch nicht, wie groß der Leistungsunterschied ist. Wir wollen nächste Saison auf keinen Fall etwas mit dem Abstieg zu tun haben, sondern uns im Mittelfeld der Tabelle platzieren.

Thomas Spiesl

 

Quelle: fussball-vorort.de

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