Ob Maxi Haas noch einmal das FCB-Dress überstreift? Der Freisinger (r.) steht vor einem Wechsel nach England. fkn

Haas vor Wechsel nach England: "Unterschrieben ist noch nichts"

Freising - Maximilian Haas, der Kapitän des FC Bayern II, steht vor einem Wechsel nach England. Der FC Middlesbrough hat angeklopft, Bayern möchte dem Abwehrmann aus Freising keine Steine in den Weg legen.

Es ist wohl die alte Diskussion im Englischunterricht: Wie spricht man sie nun aus, jene Stadt im Nordwesten Großbritanniens, Middlesbrough geschrieben, deren lautmalerische Nennungen variieren wie nur sonst die Frauen bei Oliver Kahn.

von Matthias Spanrad

Freising – Ob Maximilian Haas, 25, und momentan noch im Dienste des FC Bayern München II, die Aussprache bereits eingeübt hat, ist nicht bekannt. Ein Auge auf jene schöne, mittelalterliche Stadt dürfte er jedoch schon geworfen haben. Respektive auf den dortigen Fußballclub, den FC Middlesbrough von 1876, den die Anhänger liebevoll „Boro“ nennen und dessen letzter Erfolg knapp sieben Jahre zurückliegt – 2004 gewann die Truppe den englischen Ligapokal. „Das ist richtig, ein Angebot des Vereins liegt vor“, bestätigte Haas dem Freisinger Tagblatt. Viel war in den Medien zuletzt spekuliert worden über seinen Abschied aus der Landeshauptstadt. Letztes Indiz: Beim Gastspiel der Bayern-Reserve in Burghausen stand nicht Haas in der Stammelf, sondern Christian Saba, sein wohl zukünftiger Vertreter in der Innenverteidigung. „Das mag wohl mit meinem eventuellen Wechsel zu tun haben“, spekuliert Haas nach der 0:2-Schlappe.

Maximilian Haas im Portrait

Maximilian Haas im Portrait

Maximilian Haas im Portrait

Die große Bremse folgt jedoch sofort: „Unterschrieben ist bisher nichts.“ Denn mehr als die Offerte aus dem Mutterland des Fußballs liege bisweilen nicht vor. „Da müssen sich jetzt die Vereine untereinander einig werden.“ Zwei Tage noch könnte das bestenfalls dauern. Denn, das merkt man während des Gesprächs, Maximilian Haas würde gerne ins Mutterland des Fußballs ziehen. „Ich hab‘ natürlich ein Auge auf die momentane Tabelle da“, gesteht er. „Das wäre schon eine feine Sache und würde mich auch sportlich weiter bringen.“ Der Spieler selbst revidiert sich jedoch auch hier, diktiert brav im Fußballerjargon: „Meine vollste Konzentration liegt momentan natürlich auf dem FC Bayern und unserem Spiel am Dienstag gegen Unterhaching.“

Regelrecht ins Schwärmen gerät Haas ob seiner fußballerischen Ausbildung. „Vor allem dem Hermann Gerland bin ich dankbar. Der hat mich sehr gefordert und gefördert.“ Nicht zuletzt deswegen packte Haas sogar den Sprung in den Profikader, wird dort mit der Nummer 32 geführt. Bundesweit im Fernsehen war Haas vergangenen Sommer als Gegenspieler von Real-Ikone Raúl während eines Sponsor-Turniers zu sehen.

Nun aber Middlesbrough, zweite Englische Liga, Kick & Rush und beinharte Schule statt deutschem Tugendfußball- Und 35000 Zuschauer, die nämlich sind bei jedem Spiel im Riverside Stadium, der Heimat des FCM. „Das Angebot aus England“, erzählt Maxi Haas, „es würde passen.“ Nicht verheimlichen will Haas da, dass auch andere Angebote vorlagen. „Mehr kann ich dazu aber nicht sagen.“

Es darf vermutet werden, dass einige Klubs mit Defensiv-Problemen aufmerksam geworden sind auf den blonden Hünen aus Freising, den sogar Louis van Gaal unter seine Fittiche nahm und („Wir haben immer noch Haas“) nach der Degradierung von Martin Demichelis adelte. Ob’s der FC Ingolstadt oder der FC Augsburg, die weiteren Proficlubs der Region, waren? Das wird sich zeigen, oder ob doch bald die Straßenkarten jener schier unaussprechlichen englischen Mittelalterstadt in der Wohnung draußen in Lerchenfeld aufliegen werden. Bis zum Ende der Wechselfrist am 31. Januar sind noch ein paar Tage Zeit für die Aussprache.

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