„Wir haben wirklich einen super Teamgeist“, sagt Türkgücü-Trainer Alexander Schmidt.
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„Wir haben wirklich einen super Teamgeist“, sagt Türkgücü-Trainer Alexander Schmidt.

Türkgücü-Trainer nach Topstart im Interview

Alexander Schmidt: „Zum Thema Sechzig sage ich gar nichts mehr“

  • Ludwig Krammer
    vonLudwig Krammer
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Alexander Schmidt grüßt nach zwei Spielen mit Türkgücü München von Tabellenplatz zwei. Was sagt der Coach zum gelungenen Saisonstart mit seinem neuen Verein?

München– Hungrig, abgezockt, erfolgreich: Türkgücü ist in der 3. Liga nicht nur angekommen, das Team von Coach Alexander Schmidt hat mit dem3:0 gegen Kaiserslautern gleich ein Warnsignal in den Boden gerammt: Mit uns ist nicht zu spaßen – aber zu rechnen! Wie stark ist der Aufsteiger wirklich und warum? Unser Interview mit dem Trainer.

Schmidt: „Moderner Fußball, hohe Intensität, Beherrschung aller Pressing-Arten, schnelles Umschalten“

Herr Schmidt, an diesem Mittwoch will das Landgericht München die Entscheidung im DFB-Pokal-Prozess verkünden. Wie groß ist Ihre Hoffnung, anstelle des 1. FC Schweinfurt gegen Schalke ran zu dürfen?

Natürlich wünsche ich es mir – mein Rechtsempfinden geht auch eindeutig in diese Richtung. Aber ich kann das Urteil nicht beeinflussen, drum steiger’ ich mich da gar nicht nicht rein.

Der Start in die 3. Liga ist Ihnen mit vier Punkten geglückt. Inwieweit sind Sie selber überrascht?

Ich war nach unserer Vorbereitung schon guter Dinge, dass wir uns schnell einfinden werden. Ein kleines Fragezeichen war für mich nur, ob alle nach der teilweise langen Spielpause gleich das Tempo in der 3. Liga mitgehen können. Aber auch das hat super geklappt. Es war schön zu sehen, dass die Jungs auch nach dem Rückstand gegen Bayern II im ersten Spiel nicht daran gezweifelt haben, dass unser Stil der richtige ist. Gegen Lautern haben wir unser Ding dann konsequent durchgezogen.

Wie würden Sie diesen Stil beschreiben?

Moderner Fußball. Hohe Intensität, Beherrschung aller Pressing-Arten, schnelles Umschalten. Und im Zweifel nach vorne passen, anstatt zurück. Das sind unsere grundlegenden Prinzipien.

Schmidt: Sararer im Training „brutal“ - „Macht Freude, seine Qualitäten herauszukitzeln“

Klingt dem Ansatz von 1860-Trainer Michael Köllner nicht unähnlich. Momentan liegen Sie in der Münchner Stadtmeisterschaft ein Tor vor Ihrem Kollegen und Ex-Verein.

Nach zwei Spieltagen, das hat natürlich eine enorme Aussagekraft . . . Nein, ich hab mir vorgenommen, zum Thema Sechzig gar nichts mehr zu sagen. Die Stimmung in den Derbys wird heiß genug, da muss ich jetzt nicht noch irgendwelche Sprüche raushauen. Wir wollen mit der Mannschaft in Vorleistung gehen und Spaß haben. Das langt uns erst mal.

Spaß dürfte Ihnen neben anderen Sercan Sararer bereiten, der an sämtlichen fünf Türkgücü-Toren beteiligt war. Bei Ihnen darf er den Zehner spielen.

Sercan hat offensiv alle Freiheiten und muss defensiv natürlich mitarbeiten. Es macht Freude, seine Qualitäten herauszukitzeln. Was er in jedem Training zeigt, ist brutal. Er fühlt sich wohl hier und geht voran. Durch das Kapitänsamt ist er noch mehr in der Verantwortung. Es ist ein Glück, so einen Spieler zu haben, der eine Partie zu jeder Sekunde alleine entscheiden kann. Aber es wäre nicht fair, jetzt nur den Sercan zu nennen. Tom Boere hat sich super eingefügt, Petar Sliskovic . . . Aaron Berzel pusht die ganze Truppe.

Schmidt: Weitere Neuzugänge? - „Bei Türkgücü weiß man nie“

Nicht zu vergessen Torwarttrainer Michael Hofmann.

Der Michl ist ein positiv Verrückter, einer von der Sorte Mensch, wo du dich jedes Mal freust, wenn du ihn siehst. Unheimlich wertvoll für uns – in jeder Hinsicht. Wir nennen ihn hier nur die Ran-Datenbank.

Klingt alles fast zu harmonisch, um wahr zu sein…

Wir haben wirklich einen super Teamgeist. Auch der Kader ist mir nicht zu groß. Vielleicht ergibt sich sogar noch was, bei Türkgücü weiß man nie (lacht). Aber ich kenne auch die andere Seite des Fußballs. Ein Tag ausruhen kann schon einer zu viel sein. Wenn wir in Mannheim nicht performen, ist alles für die Katz’.

Interview: Ludwig Krammer

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