Thomas Wörle muss die Mentalität seines Teams verbessern.

Bayern-Frauen in Abstiegsgefahr: Kern hinterfragt Konzept

München - Bei den Frauen des FC Bayern ist der Wurm drin. Nach der Niederlage gegen Lok Leipzig steht das Team auf einem Abstiegsplatz. Jetzt soll das komplette Konzept im Frauenbereich überdacht werden.

Nun jedoch, am vorletzten Spieltag der Bundesliga-Hinrunde, steht die Mannschaft von Trainer Thomas Wörle nach dem 1:2 am Sonntag gegen Aufsteiger Lok Leipzig erstmals seit dem Aufstieg im Jahr 2000 auf einem Abstiegsplatz. Wörle beklagte anschließend ein „Mentalitätsproblem“ seiner Elf.

Diesen Vorwurf muss sich vor allem Ivana Rudelic gefallen lassen, die sich zum wiederholten Mal als „Chancentod“ erwies. Was so manchem Zuseher dabei besonders aufstieß, war die aufreizende, nahezu beiläufige Lässigkeit, mit der die 19-jährige Angreiferin ihre beiden leichtfertig vergebenen Ausgleichschancen kurz vor dem Abpfiff (86., 88.) dokumentierte. Doch gibt es auch Hoffnung. Verkörpert in der 18-jährigen Österreicherin Laura Feiersinger. Die vor der Saison aus Herford gekommene Angreiferin hatte mit einem agilen, engagierten Auftritt bewiesen, dass die Einkaufspolitik so schlecht nicht war.

Denn auch die erst 16-jährige Sarah Romert wies bis zu ihrem verletzungsbedingten Ausscheiden durchaus Bundesligatauglichkeit nach. Dennoch werden Abteilungsleiter Werner Kern, Koordinatorin Karin Danner und Trainer Thomas Wörle in den kommenden Wochen „alles überdenken“ müssen, wie Wörle anmerkte. Absehbar scheint bereits jetzt, dass die Talfahrt eine intensivere Konzentration auf die erste Mannschaft nach sich ziehen wird. So warf Kern die berechtigte Frage auf, ob „wir wirklich eine zweite Mannschaft in Liga zwei brauchen?“

Auch der Nachwuchs wird eventuell Abstriche hinnehmen müssen, um frisches Kapital für die Verstärkung der Bundesliga- Truppe generieren zu können. Offenbart sich doch neben dem von Wörle erwähnten Mentalitäts- auch ein unübersehbares Qualitätsproblem. Die Begegnung am Sonntag jedenfalls kam über Zweitliga-Niveau nie richtig hinaus.

MATTHIAS HORNER

Quelle: fussball-vorort.de

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