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Fabian Porr (links) vom TSV Brunnthal war bisher kaum zu bremsen. 25 Mal netzte der Stürmer schon ein.

Der Überblick zur Winterpause

Bezirksliga Süd: Ein Überraschungsteam und eine Schießbude

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Ende Februar geht der Spielbetrieb in der Bezirksliga Süd weiter. Bis dahin können die Teams noch auf ihre Tabellenstituation reagieren. Der Überblick in der Winterpause.

  • Der TSV Brunnthal überrascht als Aufsteiger und steht an der Spitze.
  • Die Münchner Vereine stehen am Tabellenende.
  • Die drei Landesliga-Absteiger haben sich an die neue Liga gewöhnt. 

Noch herrscht Ruhe in der Bezirksliga Süd. Die Spieler sind in ihrer verdienten Winterpause. Zeit also, um auf den bisherigen Saisonverlauf zurückzublicken. Wer hat überrascht, wer hat enttäuscht? Welche Mannschaft rüstet im Winter noch einmal gehörig auf und wer muss bittere Abgänge verkraften?

Überraschungsteam aus Brunnthal marschiert vornweg

Aus der Kreisliga in die Landesliga. Diesen Weg beschreitet derzeit der TSV Brunnthal auf eindrucksvolle Weise. Im Sommer haben die Verantwortlichen das Aufstiegsteam aus der Vorsaison nur punktuell verstärkt. Der Rest der Mannschaft hat die Euphorie vom Aufstieg in die Bezirksliga mitgenommen und sich schnell auch dort an die Tabellenspitze gesetzt. Die Mannschaft thront mit einem Spiel weniger und drei Punkten Vorsprung auf den Zweiten aus Penzberg auf Platz eins. Großen Anteil an dem Erfolg hat Torwartschreck Fabian Porr. Der Stürmer hat in 17 Spielen sagenhafte 25 Tore erzielt. Er warnt aber vor den ausstehenden Spielen: „Die Rückrunde wird bestimmt nochmal hart. Wir müssen uns auf jedes Spiel wieder neu fokussieren.“

Penzberg und Absteiger Oberweikertshofen erste Verfolger

Zurecht, denn der FC Penzberg lauert nur auf einen Ausrutscher des Tabellenführers. Die Mannschaft hat in dieser Saison für die deutlichsten Partien gesorgt. Dem SC Unterpfaffenhofen schenkte der FCP - damals noch unter Thomas Dötsch - am 7. Spieltag ebenso neun Tore ein wie auch am 10. Spieltag dem Herakles SV. Weil aber den Kantersiegen auch immer wieder unnötige Niederlagen und Leistungseinbrüche folgten, muss sich Penzberg derweil noch mit der Verfolgerrolle begnügen.

Ähnlich unbeständig präsentierte sich auch der Landesliga-Absteiger vom SC Oberweikertshofen. Das Team musste nach dem Sturz in die Bezirksliga einige namhafte Abgänge verkraften. Entsprechend dauerte es, bis sich die neu zusammengesetzte Mannschaft gefunden hatte. Mit sieben Siegen in Folge katapultierte sich der SCO allerdings wieder ins Spitzenfeld der Liga, wo man auf Platz drei überwintert. Sollte die Mannschaft leistungsmäßig an diese Saisonphase anknüpfen können, ist auch der direkte Wiederaufstieg oder zumindest die Teilnahme an der Relegation noch in Reichweite.

Ruhige Rest-Saison im Tabellenmittelfeld

Dahinter folgen drei Teams, die den Rest der Saison wohl sehr entspannt bestreiten können. Zu groß ist der Abstand auf die Abstiegsränge, um noch ernsthaft in Gefahr zu geraten. Doch auch die Spitzenplätze sind zumindest vorerst so weit enteilt, dass weder der SV Aubing, noch der TSV Neuried oder der MTV Berg in das Meisterschaftsrennen eingreifen können.

Unglücklich sind die Teams wohl nicht. Allen voran der TSV Neuried, in der vergangenen Saison mit nur fünf Punkten aus der Landesliga abgestiegen, hat als Saisonziel das obere Tabellendrittel ausgegeben. Dieses Ziel hätte der Klub nach aktuellem Stand erreicht. Und das, obwohl noch vor Saisonbeginn einige Fans unkten, die Mannschaft würde bis zur Kreisliga durchgereicht werden. Gerade die Offensive der Neurieder -  die zweitbeste der Liga - präsentiert sich allerdings mehr als Bezirksliga-reif.

Untere Tabellenhälfte schielt auf Abstiegs-Relegationsplatz

Auch im Mittelfeld, aber mit dem Blick klar Richtung Tabellenkeller gerichtet, befinden sich die Mannschaften vom SC Pöcking, BCF Wolfratshausen, FC Kosova und FC Hertha München. Während die Kreisliga-Aufsteiger aus Pöcking und vom FC Kosova mit diesem Tabellenstand wohl durchaus leben können, hatte sich der BCF Wolfratshausen - im Vorjahr noch in der Landesliga aktiv - zum Saisonstart mehr erhofft.

Dass Wolfratshausen nicht noch weiter abgerutscht ist, hat die Mannschaft ihrem Spitzen-Torjäger zu verdanken. 22 Mal hat Mirza Dzafic in nur 16 Spielen eingenetzt. Er ist damit für mehr als die Hälfte der 39 Wolfratshauser Treffer verantwortlich.

Mirza Dzafic trifft und trifft.

Gerade noch von den Abstiegsplätzen entkommen ist der SC Unterpfaffenhofen. Dem Team von Trainer Victor Medeleanu gelang erst am letzten Spieltag vor der Winterpause mit einem Unentscheiden gegen den SV Aubing der Sprung auf den elften Tabellenplatz. Leidtragender war der SV Raisting, der stattdessen das Weihnachtsfest mit dem unschönen Gefühl feiern musste, derzeit in die Relegation zu gehen.

Münchner Teams bilden Schluss-Trio

Mit mindestens fünf Punkt zumindest auf den Relegationsplatz abgeschlagen sind drei Mannschaften aus der Landeshauptstadt. Der FC Anadolu, Phönix München und Herakles SV. Richtig düster sieht die Situation beim Schlusslicht Herakles aus. Die Mannschaft ist die Schießbude der Liga. 75 Gegentore kassierten sie in nur 19 Spielen. In sieben Partien musste der Schlussmann mindestens fünfmal hinter sich greifen.

Die Tabellensituation ist auch zahlreichen Abgängen geschuldet, die der Verein nicht adäquat abfangen konnte. Neun Spieler verließen zwischen Juni und September den Verein. Neuzugänge gab es keine. Der Trend setzte sich in der Winterpause fort. Mit Manuel Kirschenhofer und Jaba Kotchlamazashvili verliert das Tabellenschlusslicht zwei weitere Kräfte.

Das krasse Gegenteil ist derzeit beim FC Anadolu zu beobachten. Der Verein will sich mit aller Kraft gegen den drohenden Abstieg stemmen. Sportdirektor Yildiz hat bereits mehrere Neuzugänge an Land gezogen. Sechs Spieler verstärken die Mannschaft nach der Winterpause, unter anderem Chafi Gobitaka, der schon in der Bayern- und Landesliga auflief.

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