Schalke-Vorstand Jochen Schneider kritisiert den BFV.
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Schalke-Vorstand Jochen Schneider kritisiert den BFV.

Rechtsstreit im DFB-Pokal

Schalke ist sauer auf BFV – aber nicht auf Türkgücü

  • vonRedaktion Münchner Merkur
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Schalke-Vorstand Jochen Schneider kritisiert die Kurzfristigkeit der BFV-Entscheidung. Türkgücü nimmt er jedoch ausdrücklich in Schutz.

  • Nach der Entscheidung des Münchener Landgerichts geht der Rechtsstreit um die DFB-Pokal-Teilnahme in die nächste Runde.
  • Schalke 04 ist dabei der leidtragende Dritte.
  • Jochen Schneider ist über das Vorgehen des BFV enttäuscht.

Gelsenkirchen – Und Schalke spielte doch, sogar in seiner Arena, nur nicht am Sonntag, sondern am Samstag. Und nicht gegen einen Vertreter aus Bayern im D FB-Pokal, sondern intern. Dabei kamen alle Feldspieler über die vollen 90 Minuten zum Einsatz. Verloren war das Wochenende also nicht ganz.

Das ursprünglich gegen den 1. FC Schweinfurt angesetzte Erstrundenspiel wurde nach einer Entscheidung des Münchner Landgerichts vom Freitag vorerst abgesagt. Die 37. Zivilkammer hatte entschieden, dass Drittliga-Aufsteiger Türkgücü München anstelle des Regionalligisten gegenSchalke antreten sollte. Bis zur Klärung des Rechtsstreits wurde die Erstrundenpartie verschoben. Ein denkbarer Termin für die Neuansetzung ist der 15. Oktober.

Unverständnis bei Schalke 04

Natürlich war Schalke 04 nicht erbaut über die Entwicklungen vom Freitag. Die Königsblauen kritisierten vor allem den Bayerischen Fußball-Verband (BFV) und nahmen Türkgücü München in Schutz- „Ausdrücklich betonen möchte ich, dass sich meine Kritik nur auf den Verband, nicht aber auf Türkgücü München bezieht“, sagte Sportvorstand Jochen Schneider bei Sport1. Deshalb könne er auch nicht nachvollziehen,„warum der Bayerische Fußballverband jetzt versucht, den Fehler bei Türkgücü zu suchen“. Es sei „einfach nicht nachvollziehbar, warum der bayerische Vertreter erst eine Woche vor Austragung der ersten DFB-Pokal-Runde bestimmt wurde“, sagte Schneider.

Der BFV erklärte sich über seinen für Rechtsfragen zuständigen Vizepräsidenten Reinhold Baier: „Das Gericht hat sich nicht mit den notwendigen Anforderungen an die Durchführung eines Spielbetriebs auseinandergesetzt. Die Überlegungen und Verantwortungen, die sich der BFV seit Monaten fortwährend macht, um allen Vereinen in der Covid-19-Krise gerecht zu werden, wurden vom Gericht nicht verstanden. Dem werden wir im Widerspruchsverfahren entgegentreten.“

Schweinfurt dachte an einen „Aprilscherz“

Nicht geäußert hatte sich am Freitag die Schweinfurter Seite. Inzwischen hat Markus Wolf, Präsident des Regionalligisten, einen Kommentar abgegeben. „Ich war schockiert, wir waren ja kurz vor dem Kofferpacken. Ich dachte an Fake News oder einen Aprilscherz.“

Türkgücü stellte demonstrativ ein Bild des DFB-Pokals auf seine Homepage. Zitiert wurde Geschäftsführer Max Kothny: „Wir sind zufrieden, dass wir dieses Ergebnis vor dem Landgericht München erzielen konnten, denn seit Jahren ist es gelebte Praxis der Bayerischen Fußballverbandes, die beste bayerische Amateurmannschaft am DFB-Pokal teilnehmen zu lassen. Die kurzfristige Satzungsänderung des BFV, die Schweinfurt 05 zum DFB-Pokal zugelassen hätte, zeigt, dass die ursprüngliche und stets von Türkgücü verteidigte Position rechtmäßig ist.“  (mm)

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