Immer noch eine Augenweide: Nur wenige Fußballer im Landkreis beherrschen das Leder so gekonnt wie Dieter Bernhardt. Kenner der Szene behaupten, der heute 65-Jährige könnte noch immer locker in der jung besetzten Kreisliga mithalten. Fotos: Metzler/ TB Fotos

"Ich habe im Amateurbereich alles erreicht."

Dieter Bernhard, ein Maisacher in der Nationalmannschaft

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Es gibt keinen anderen Fußballer im Landkreis, der das von sich behaupten kann: Dieter Bernhardt aus Maisach war Deutschlands letzter Amateur-Nationalspieler. Nach ihm und seitdem tragen nur noch Profis das Adler-Trikot.

Es war der 10. Oktober 1979, als der heute 65-jährige Dieter Bernhardt vom damaligen DFB-Trainer Erich Ribbeck für das Olympia-Qualifikationsspiel der deutschen Amateur-Nationalmannschaft gegen Finnland in Helsinki nominiert wurde. Beim torlosen Remis hatte der Libero aus Maisach, der damals für den SC Fürstenfeldbruck in der Bayernliga spielte, einen großen Anteil, dass hinten die Null stand. Zwei weitere Einsätze in der Amateur-Nationalelf sollten für Dieter Bernhardt danach noch folgen, der letzte davon ist historisch: Das 0:1 gegen Norwegen am 14. November 1979 war das letzte Spiel einer deutschen Amateur-Nationalmannschaft überhaupt.

"Ich bedauere es, dass wir damals die Chance nicht nutzen konnten, uns für Olympia zu qualifizieren", sagt Bernhardt heute. Allerdings wäre im Nachhinein die sportliche Qualifikation quasi umsonst gewesen, weil Deutschland die Sommerspiele 1980 in Moskau boykottierte.

Über Maisach und Fürstenfeldbruck zu den Bayern

Seine fußballerischen Wurzeln hat der 65-Jährige beim SC Maisach, von dem er 1975 nach Fürstenfeldbruck in die Bayernliga gewechselt ist. Nach dem Abstieg des SCF 1982 schloss sich Bernhardt den Amateuren des FC Bayern München an und wurde mit ihnen deutscher Amateur-Vizemeister in der damals dritthöchsten Liga. Noch immer trägt Bernhardt das rote Trikot des Rekordmeisters von der Säbener Straße und kickt in der Ehrenliga-Punktrunde. Beim FC Bayern ist er sportlicher Leiter der Ü 50-Kicker und spielt darüber hinaus im Ü 60-Team. Solange es die Knochen noch hergeben, will er aktiv am Ball bleiben. "Es macht immer noch Spaß. Vor allem die Kameradschaft ist dort äußerst gut."

Den Traum vom Profifußball hatte der gelernte Bankkaufmann und Filialleiter in der einstigen Dresdner-Bank-Filiale an der Augsburger Straße in Bruck zur damaligen Zeit nicht. "Ich habe das Risiko abgewägt, und außerdem hat man als guter Amateurspieler auch Geld bekommen", so Bernhardt. Klar, sagt er, frage man sich im Nachhinein schon manchmal, ob man es nicht hätte versuchen sollen. "Aber ich habe im Amateurbereich alles erreicht."

Sportlich ging es für Bernhardt 1986 zum Landesligisten Türk Gücü München, ehe er zwei Jahre für Wacker München in der Bayernliga auflief. 1989 folgte die Rückkehr zum SC Fürstenfeldbruck, wo der in Maisach lebende Bernhardt zwei Jahre als Spielertrainer fungierte.

"Wenn die Nationalhymne gespielt wird, ist das Gänsehaut pur"

Dieter Bernhardt, der seit vielen Jahren mit Freundin Christine liiert ist, ist Ballsportler durch und durch. Mit den Tennisfreunden Fürstenfeldbruck schaffte er 2014 den Aufstieg in die Bayernliga und seit einiger Zeit spielt er auch Golf. "Eigentlich der typische Weg eines Fußballers", so Bernhardt. Darauf angesprochen, was rückblickend in seiner Zeit als Fußballer die schönste Zeit war, sagt er: "Jede Phase hatte schöne Zeiten. Aber wenn auf dem Spielfeld die Nationalhymne gespielt wird, ist das Gänsehaut pur."

Und um zum Abschluss noch die Sache mit dem zu Brucker Bayernliga-Zeiten ominösen Haarausfall aufzuklären: Bernhardt hatte sich beim Marokko-Urlaub einen Magen-Darm-Virus eingehandelt. Der Haarausfall hatte sich schon vor der Reise abgezeichnet, doch wegen der Krankheit war das Immunsystem offenbar so geschwächt, dass der damals Mitte-30-Jährige rasant kahl wurde. Das sorgte wochenlang für Spekulationen und Schlagzeilen. Seitdem ist die Glatze sein Markenzeichen.

Neben drei Einsätzen in der deutschen Amateur-Nationalmannschaft ist Dieter Bernhardt mit 53 Einsätzen Rekordspieler der bayerischen Länderpokal-Auswahl, mit der er 1980 den Titel holte. Zudem lief Bernhardt mehrmals im DFB-Pokal an der Seite der FC-Bayern-Profis auf.

Quelle: fussball-vorort.de

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