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"Eine riesige Freude": Papa Awoudja fiebert mit Maxime

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Von: Moritz Bletzinger

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Die Bundesliga im Blick. Maxime Awoudja beweist sich in der Regionalliga, sein Vater drückt ihm die Daumen. FOTO: Sven Leifer
Die Bundesliga im Blick. Maxime Awoudja beweist sich in der Regionalliga, sein Vater drückt ihm die Daumen. FOTO: Sven Leifer

Maxime Awoudja ist absoluter Stammspieler im Regionalligateam des FC Bayern München. Der 19-jährige Innenverteidiger geht geradewegs auf den Profi-Fußball zu. Das Talent wurde ihm von seinem Vater in die Wiege gelegt. Was darüber hinaus dazu gehört, erklärt Roberto Awoudja im Vorort-Interview.

Roberto Awoudja spielte viele Jahre bei der SpVgg Thalkirchen. Auch Sohnemann Maxime machte seine ersten Schritte beim heutigen Kreisligisten. Sein Talent führte ihn bereits als F-Jugendlicher zum FC Bayern. Dort ist er zum Junioren-Nationalspieler gereift und darf von einer Karriere als Bundesliga-Profi träumen. Im Interview spricht sein Vater über die mögliche Laufbahn seines Sohnes, ein Angebot des TSV 1860 und einen Abgang aus München. 

In Maximes Fußball-Karriere ging es schnell bergauf. Wie haben Sie das miterlebt?

Als Maxime vier Jahre alt war, hat er bei der SpVgg Thalkirchen angefangen. Dass es dann so schnell geht, habe ich nicht gedacht. In der U9 war er schon bei den Bayern. 

Er wechselte vom SV 1880 München zum FCB. Das war natürlich ein sehr großer Sprung. Wie kam Maxime in den Fokus des Rekordmeisters?

Maxime hat immer gegen Bayern getroffen, auch deshalb wollten ihn viele Vereine haben. Auch bei 1860 München hat er das Probetraining bestanden und sie wollten, dass er kommt. Doch als er zu 1880 gegangen ist, hatten wir klar ausgemacht, dass er dort ein Jahr bleiben wird. Deshalb war ein Wechsel zu diesem Zeitpunkt kein Thema. Im Gegensatz zu Sechzig hat der FC Bayern keinen Zeitraum genannt. Sie sagten, er solle kommen, wann er will. Im Endeffekt habe ich Maxime die Entscheidung überlassen und er wollte an die Säbener Straße.

Wie viel Unterstützung hat Maxime auf seinem Karriereweg von Ihnen bekommen?

Ich bin sein Vater, natürlich habe ich alles getan, was ich konnte. Ich war selbst Fußballer und habe jeden Sonntag mit Maxime trainiert. Als er dann zu den Bayern wechselte, wurde das weniger. Dafür fehlte einfach die Zeit. Maxime ist sehr fleißig. Seit er einen Berater hat, werde ich weniger gebraucht. Das ist auch vollkommen in Ordnung. Mein Sohn ist alt genug, seinen eigenen Weg zu gehen.

Maxime spielt sehr viel. Im Junioren-Bereich war er auf Bundesebene unterwegs und auch mit der Nationalmannschaft geht es regelmäßig auf Reisen. Die Zeit mit der Familie wird dadurch bestimmt immer weniger. Betrachten Sie die Fußball-Karriere deshalb mit einem lachenden und einem weinenden Auge?

Ich freue mich sehr, dass Maxime Länderspiele bestreiten darf. Wir haben immer gesagt: Wenn er Fußball spielen will, dann soll er Fußball spielen. Und dann auch mit 100 oder sogar 200 Prozent Einsatz. Maxime hat immer alles gegeben und weiß wie wichtig es ist, dass er sich weiterentwickelt. Ich wünsche mir für ihn, dass er in Zukunft gut Geld verdient, aber vor allem, dass er gesund bleibt. Wenn er es zu den Profis schafft, sind wir alle froh.

Wie war es,  Ihren eigenen Sohn beim Audi-Cup mit den ganz großen Stars auf dem Rasen zu sehen?

Ich war bei den Spielen im Stadion und er hat mich wahnsinnig überrascht. Es war eine riesige Freude, ihn neben Spielern wie Ribéry, Robben und Alaba zu sehen. Mich haben auch viele Freunde angerufen, die sich mit uns gefreut haben.

Im Fußballgeschäft kann man nicht alles genau planen. Wie wäre es für Sie, wenn es Ihren Sohn für eine Leihe oder ein längeres Engagement in die Ferne ziehen würde?

Das wäre kein Problem für uns. Maxime war immer ein ruhiges Kind. Er weiß, was er macht. Er soll spielen, wo er will und seinen eigenen Weg gehen. In seinem Alter kann er solche Entscheidungen selbst treffen. Wir wären nicht traurig, schließlich macht er alles für seine Zukunft.

Bis in welche Sphären wird Maximes Entwicklung gehen?

Bin ich Gott? (Lacht) Das ist eine komplizierte Frage. Bestimmt kann Maxime Bundesliga spielen. Beim Spiel gegen Sechzig hatte Mölders keine Chance gegen ihn. Wie weit seine Entwicklung geht, kann man aber natürlich nicht genau prognostizieren. Ob es für die Champions League reicht, traue ich mich nicht zu sagen, aber die Bundesliga ist auf jeden Fall möglich.

Sie sind selbst Fußballer durch und durch. Liegt das bei Ihnen also in der Familie?

Ich habe früher in Togo in der 3. Liga gespielt, aber das ist etwas ganz anderes. In München war ich nur in der Kreisliga unterwegs, für mehr bin ich zwischenzeitlich einfach zu alt. (Lacht) Ich bin jetzt 52 Jahre alt, Fußball ist nur noch ein Hobby. Aber als aktiver Kicker war ich selbstverständlich nicht überrascht, dass meine Kinder auch Fußballer werden wollten. Ich habe natürlich nichts dagegen. Mein jüngerer Sohn Darius kickt auch sehr gut. Momentan spielt er bei Obermenzing in der Bezirksoberliga.

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