Will auf der Torschützenliste ganz nach oben: Die 23-jährige Lea Schüller.
+
Will auf der Torschützenliste ganz nach oben: Die 23-jährige Lea Schüller.

Stürmerin mittlerweile angekommen in München

Vier Tore in drei Spielen: Lea Schüller kommt beim FC Bayern immer besser in Fahrt

München – In der ersten Halbzeit des Bundesligaspiels zwischen den Frauen des FC Bayern und dem SC Freiburg am Samstag täuschte Freiburgs Torhüterin Lena Nuding einen langen Befreiungsschlag an, schlug dann einen Haken und legte den Ball an Sofia Jakobsson vorbei. Als Nuding kurz vor Schluss den gleichen Trick gegen Lea Schüller versuchen wollte, roch die Torjägerin der Bayern-Frauen den Braten und luchste der Torhüterin den Ball ab.

Es war der Treffer zum 4:0-Endstand. „Der Trainer sagt immer, dass wir stehen bleiben und uns nicht wegdrehen sollen“, erzählte Schüller: „Da habe ich einfach den Fuß reingehalten und es war erfolgreich.“

Zuvor hatte sie das 2:0 mit einem Rechtsschuss erzielt, nach drei Spieltagen hat die Mittelstürmerin bereits vier Treffer auf dem Konto. Schüller ist schnell und durchsetzungsstark, sie hat einen ausgeprägten Torriecher und fackelt im Strafraum nicht lange. In der Kombination machen diese Fähigkeiten die Nationalspielerin zu einer der besten Angreiferinnen im deutschen Frauenfußball. Probleme mit der Chancenverwertung hatten sich wie ein roter Faden durch die letzten Spielzeiten der Bayern-Frauen gezogen.

Bundesliga-Debüt mit 16 Jahren - Bayern-Spielerin und BVB-Fan

Als Schüller im vergangenen Sommer von der SGS Essen verpflichtet wurde, schien sie das fehlende Puzzleteil zu sein. Doch die Angreiferin tat sich zunächst schwer. Sie traf zwar gleich im ersten Spiel, in der kompletten Hinrunde der Bundesliga kam aber nur noch ein weiterer Treffer hinzu. „In der Hinrunde war es schwer für mich“, erinnert sich Schüller: „Ich hatte zum ersten Mal den Verein gewechselt, bin in eine neue Stadt gekommen, weit weg von zu Hause. Ich musste mich erst mal in die Mannschaft einfinden, das sind ganz andere Abläufe. Aber ich bin glücklich, dass es jetzt so harmoniert mit der Mannschaft.“

Schüller kam schon als Jugendliche zur SGS Essen und gab mit 16 Jahren ihr Debüt in der Bundesliga. Mit dem Fußballspielen angefangen hatte sie beim Hülser SV in Krefeld, bis letzten Sommer verbrachte die Stürmerin ihr ganzes Leben im Westen Deutschlands, weshalb sie bei den Männern auch Bayerns Rivalen Borussia Dortmund die Daumen drückt.

Der Schritt nach München war ein großer, doch in der Rückrunde der vergangenen Saison platzte der Knoten. Die Torjägerin erzielte 14 Treffer in der Bundesliga und neun weitere in der Champions League und im DFB-Pokal. Diesen Lauf aus der vergangenen Rückrunde setzt Schüller nun in der neuen Spielzeit fort. „Mein Ziel ist es, mehr Tore zu schießen als letzte Saison. Und die Tore so konstant zu schießen, wie ich es in der Rückrunde getan habe. Um dann am Ende in der Torschützenliste vielleicht ganz oben zu stehen“, sagt Lea Schüller. Bleibt sie fit, stehen die Chancen dafür nicht schlecht. (Christian Stüwe)

Auch interessant

Kommentare