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FC Bayern II: 113 Tore reichen nur zu Platz zwei - nächstes Jahr wird‘s nicht leichter

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Aufstieg verpasst – die Fans feierten die „Amateure“ des FC Bayern zum Saisonabschluss trotzdem.
Aufstieg verpasst – die Fans feierten die „Amateure“ des FC Bayern zum Saisonabschluss trotzdem. Foto: imago © imago

Die meisten Entscheidungen waren in der Regionalliga Bayern schon vor dem letzten Spieltag gefallen.

München – So steigt die SpVgg Bayreuth als Meister direkt in die 3. Liga auf und sicherte sich damit auch einen Startplatz in der ersten Runde des DFB-Pokals 2022/23. Als zweiter bayerischer Vertreter wird dort der FV Illertissen an den Start gehen, der sich am Samstag im Endspiel des bayerischen Totopokals im heimischen Stadion im Elfmeterschießen gegen Ligarivale TSV Aubstadt durchsetzte, nachdem es nach 90 Minuten 1:1 gestanden war.

Ihr letztes Ligaspiel hatten beide vorverlegt. Einzig im Tabellenkeller stand so noch eine Entscheidung aus. Während der SV Schalding-Heining und der TSV 1860 Rosenheim bereits als Direktabsteiger feststanden sowie der SC Eltersdorf als Relegationsteilnehmer, ermittelten der FC Memmingen und die Reserve von Bundesliga-Absteiger SpVgg Greuther Fürth den dritten Direktabsteiger.

In diesen sauren Apfel musste schließlich das Regionalliga-Urgestein aus dem Allgäu beißen. Nach neun Jahren in der höchsten bayerischen Spielklasse steigt Memmingen durch die 1:3-Niederlage am Samstag beim FC Augsburg II erstmals seit ihrer Gründung 2012/13 aus der Regionalliga Bayern ab. Die Kleeblatt-Reserve, trainiert von Petr Ruman, der zu Beginn dieser Saison noch bei Drittligist Türkgügü im Amt war, überholte Memmingen am letzten Spieltag noch dank eines 5:0-Erfolgs bei Absteiger Schalding-Heining.

Mit neun Punkten aus den letzten drei Partien rettete sich Fürth II so noch in die Relegation, wo die Mittelfranken nun auf den Vizemeister der Bayernliga Süd treffen, den SV Donaustauf. Bereits morgen steht das Hinspiel in Donaustauf auf dem Programm, ebenso wie im anderen Relegationsduell zwischen dem SC Eltersdorf und der SpVgg Ansbach, dem Vizemeister der Bayernliga Nord. Die beiden Sieger dieser Duelle spielen nächste Saison in der Regionalliga, die Verlierer in der Bayernliga.

1. FC Nürnberg II – FC Bayern II 3:3 (2:2). – Zum Saisonabschluss lieferten die kleinen Bayern noch einmal eine Partie ab, die sinnbildlich für die komplette Saison steht. Die Meisterschaft war bereits in der Vorwoche durch die 0:4-Heimpleite gegen Wacker Burghausen verspielt worden, in Nürnberg reichten nun die Treffer von Armindo Sieb (12.), Yusuf Kabadayi (38.) und ein Eigentor (50.) nicht für drei Punkte, da auch der FCN-Nachwuchs dreimal traf (25., 30., 71.). Die Begegnung hatte schon turbulent begonnen, ein Unwetter verzögerte den Anpfiff am Freitagabend um über eine Stunde. Die Spielfreude der „Bayern-Amateure“ aber litt darunter ebenso wenig, wie ihre defensive Anfälligkeit dadurch verschwunden wäre. Nach 38 Runden stehen somit sagenhaften 113 erzielten Toren unzureichende 50 Gegentreffer gegenüber. Der Grund für das Verfehlen des Saisonziels ist damit schnell ausgemacht, Trainer Martin Demichelis gelang es auch in seiner zweiten Spielzeit nicht, eine gesunde Balance zwischen aufregender Offensive und stabiler Defensive herzustellen. Leichter wird es nicht in der kommenden Saison: Mit Würzburg und Türkgücü kommen zwei Absteiger aus der 3. Liga hinzu, zudem steigt der Meister nächstes Jahr nicht direkt auf, sondern muss sich anschließend noch in der Relegation durchsetzen.

SV Wacker Burghausen – FC Pipinsried 2:3 (1:2). – Dank zweier 3:2-Siege in den letzten beiden Partien schloss der FC Pipinsried die Saison mit einem historischen Resultat ab: Nie zuvor in seiner über 50-jährigen Vereinsgeschichte war der kleine Klub aus dem Dachauer Hinterland besser platziert als nun mit Platz 13 in der bayerischen Regionalliga. In Burghausen trafen Eren Emirgan (23.), Albano Gashi (43.) und Halit Yilmaz (69.), Trainer Andreas Pummer verabschiedet sich damit als Erfolgscoach zu Bayernligist FC Deisenhofen.

SV Heimstetten – VfB Eichstätt 2:1 (0:1). – Der Klassenerhalt war bereits vor zwei Wochen gesichert worden, sodass der SVH, für gewöhnlich ein Experte in puncto Spannung bis zum letzten Spieltag, die beiden letzten Saisonspiele völlig ungewohnt entspannt angehen konnte. Nachdem dies in der Vorwoche noch zu einer 1:2-Heimniederlage gegen Eltersdorf geführt hatte, gelang Christoph Schmitts Mannschaft mit dem 2:1-Heimerfolg am Samstag über Eichstätt noch ein perfekter Saisonausklang. Alexis Fambo (48.) und Sebastiano Nappo (88.) verwandelten dabei den 0:1-Halbzeitrückstand (3.) noch in einen Sieg. Nur einmal war der SVH erfolgreicher. In der Gründungssaison der Regionalliga Bayern 2012/13 wurde Heimstetten am Ende Fünfter, sonst war man nie besser als jetzt. Wenngleich der Abstiegskampf für die kommende Spielzeit schon jetzt begonnen hat, ist der SVH auf einem guten Weg, sich in der Regionalliga zu etablieren. Die nächste Saison ist die vierte in Folge in Bayerns höchster Spielklasse – alleine das ist schon ein Rekord für Heimstetten. (Matthias Horner/Klaus Kirschner)

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