+
Michael Kokocinski war Kapitän der zweiten Löwen-Mannschaft.

Kokocinski im Interview

"Ich gehe davon aus, dass Biero zu 1860 II zurückkommt"

München - Von der Trainerbank der Regionalliga aufs Spielfeld der Landesliga: Es war ein überraschender Wechsel, der am Montag über die Bühne ging. Löwen-Kapitän und Interimscoach Michael Kokocinski wird ab dem Winter für Türkgücü-Ataspor auflaufen. Im Interview nennt er uns seine Gründe.

Michael Kokocinski hat bei den Löwen in letzter Zeit fast jede Rolle ausgefüllt: Leader, Kapitän und zuletzt Interimscoach. Jetzt geht verlässt der Defensivspezialist den Verein in Richtung Landesliga. Bei Türkgücü-Ataspor freut man sich auf einen Spieler, der jede Menge Erfahrung mit sich bringt: Über 150 Regionalligaspiele für die Löwen und Rosenheim und zwei Spielzeiten in der dritten Liga für Burghausen und die Kickers Offenbach.  Im Interview spricht der 31-Jährige über seine Zukunftspläne und wer seiner Meinung nach bald bei den Löwen auf dem Trainerstuhl sitzt.

Servus Michael, der Wechsel kommt sehr überraschend. Wie kam es dazu und vor allem warum jetzt?

Der Vereinswechsel war für mich von Nöten. Ich konnte mein Engagement bei 1860 München aus beruflichen und familiären Gründen nicht fortsetzen. Meine eigene Automatenfirma befindet sich momentan im Aufschwung und nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Versuchen Sie das mal, mit einer Verpflichtung im Profibereich zu vereinen? Das ist nicht möglich. Vor allem die langen und regelmäßigen Trainingseinheiten haben mich sehr viel Zeit gekostet. Jetzt war ich in den letzten Wochen auch noch Trainer und von früh bis spät beschäftigt. Trotzdem konnte ich die Rolle nicht annähernd mit voller Konzentration ausfüllen, da ich zeitlich zu kurz angebunden war.

Es handelte sich also um ein zeitliches Problem? Warum ist Türkgücü-Ataspor jetzt die richtige Anlaufstelle für dich?

Für mich war Türkgücü-Ataspor als ambitionierter Verein der richtige Ansprechpartner. Hier entsteht etwas und ich weiß, dass ich mit diesem Club noch einiges erreichen kann. Ich bleibe hier nicht auf der Stelle stehen. Ein Wechsel zu einem Verein, bei dem ich weiß, dass er keine erfolgreiche Zukunft haben wird, wäre für mich unvorstellbar gewesen. Dafür bin ich einfach zu ehrgeizig. Es wird auf jeden Fall eine angenehmere Zeit für mich. Ich muss nur noch drei Trainingseinheiten pro Woche absolvieren, spiele trotzdem noch in einer ansehnlichen Liga und kann mich auf meine berufliche Zukunft konzentrieren.

Wie schwer waren die Verhandlungen mit 1860? Gab es Probleme bei der Vertragsauflösung?

Die enorme Doppelbelastung aus Profisport und persönlichem Standbein konnte ich so nicht mehr mitmachten Ich habe meine Familie kaum noch gesehen. Das will ich jetzt nachholen. Ich habe einen sehr guten Draht zu unserem Nachwuchsleiter Herr Schellenberg und auch er hat meine Argumentation verstanden. Man hat mir also keine Steine in den Weg gelegt.

Wie siehst du nun die aktuelle Situation bei den kleinen Löwen? Wer übernimmt nun deine Rolle, wenn du nicht mehr da bist?

Der Job als Trainer wäre für mich in Zukunft, aufgrund der fehlenden Lizenz, eh nicht möglich gewesen. Außerdem gehe ich davon aus, dass Biero zurückkommt und die Zweite wieder übernimmt. Es wäre schade, wenn er Co-Trainer bleiben würde, weil er die Reservemannschaft schon so lange kennt und sehr viel Leidenschaft reingesteckt hat. Er hat die Rolle wirklich von morgens bis abends mit Herzblut ausgefüllt und uns allen viel beigebracht. Er ist ein sehr ehrgeiziger Mensch und von ihm kann sich jeder eine Scheibe abschneiden.

Ist ein Trainerjob in Zukunft eine ernstzunehmende Option für dich?

Definitiv! An erster Stelle steht für mich nun allerdings meine Arbeit. Wenn ich dort weitere Fortschritte mache, werde ich in Zukunft wieder mehr Zeit zur Verfügung haben. Mal sehen, ich bin für alles offen.

Das Interview führte Philipp Burde

 

 

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

FT Gern bekommt sein erhofftes Klo
Mehr als 500 Quadratmeter Grund wird die FT Gern für den Bau eines neuen „Haus für Kinder“ abgeben. Der Sportverein bekommt dafür nach zähen Verhandlungen nun einen …
FT Gern bekommt sein erhofftes Klo
So viel investierte Präsident Kivran bisher in Türkgücü-Ataspor
Der SV Türkgücü-Ataspor möchte nach zwei Aufstiegen in Folge auch in dieser Saison hoch. Für den Traum von der Regionalliga hat Präsident Hasan Kivran bereits tief in …
So viel investierte Präsident Kivran bisher in Türkgücü-Ataspor
VfB-Macher Benz über 3. Liga: "Wirtschaftlich nicht machbar"
Der VfB Eichstätt ist die große Überraschung der laufenden Regionalliga-Saison. Die Elf von Markus Mattes ist erster Verfolger des FC Bayern und trotzdem kein richtiger …
VfB-Macher Benz über 3. Liga: "Wirtschaftlich nicht machbar"
„Für die beste Lösung empfunden“ - Philip Sterr wechselt zum Ex-Verein SV Untermenzing
Nachdem Philip Sterr Mitte Oktober beim TSV Gräfelfing freigestellt wurde, hielt er sich beim Kreisligisten SV Untermenzing fit. Jetzt verpflichtete der SV den …
„Für die beste Lösung empfunden“ - Philip Sterr wechselt zum Ex-Verein SV Untermenzing

Kommentare