Torwart rastet in der B-Klasse München aus

Trainer sprechen nach brutaler Attacke: „Diese Gewalt in 20 Jahren nie erlebt“

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Nach einer brutalen Attacke mit einem Faustschlag und Fußtritt in einem B-Klasse-Spiel in München stehen die Trainer beider Teams unter Schock. Der SV Akgüney Spor München hat bereits reagiert: Der mutmaßliche Täter darf nie mehr für den Verein auflaufen. 

  • Spieler rastet aus, schlägt Keeper mit der Faust und tritt gegen den Kopf
  • Jetzt sprechen die Trainer beider Mannschaften
  • SV Akgüney Spor entschuldigt sich und wirft mutmaßlichen Täter aus dem Verein

Beim Spiel zwischen dem SV Waldperlach und dem SV Akgüney Spor kam es am Wochenende zum Eklat: Bis zur 65. Minute musste der Schiedsrichter nicht mal eine Karte zeigen. Doch ein Wortwechsel zwischen den beiden Keeper lösten einen unvorstellbaren Akt der Gewalt aus. Der Torwart des SV Waldperlach soll etwas auf spanisch gesagt haben, das die Trainer beider Mannschaften nicht mehr wiedergeben können. Der Keeper des SV Akgüney Spor spurtete über des Spielfeld, schlug den Keeper des SV Waldperlach mit der Faust ins Gesicht und trat auf seinen Hinterkopf. Beide Teams versuchten, die Spieler voneinander zu trennen. Dabei kam es zu einem weiteren Ausraster. Ein bisher unbekannter Spieler des SV Waldperlach sprang mit dem Fuß in den Brustkorb des Schlägers.

Jetzt sprechen erstmals die Trainer beider Mannschaften, die bei der Tat vor Ort waren

Michael Stefinger (SV Waldperlach): 

Bis zur 65. Minute war es ein ruhiges B-Klasse-Spiel. In dieser Liga geht es ja nur um die goldene Ananas. Im Spiel hat mein Torhüter einen eigenen Mitspieler angepflaumt. Keinen Gegenspieler, geschweige denn den gegnerischen Torwart.  Ich kann nicht sagen, was unser Torwart gesagt hat. Er hat etwas auf Spanisch gesagt. Ich habe dann nur mitbekommen, dass der Keeper des SV Akgüney Spor „Schrei das nochmal“ gerufen hat. Unser Keeper hat sich mit der Hand in den Schritt gefasst. Dies hat der Gästekeeper als Provokation aufgenommen und ist über den Platz gestürmt. 

„Unser Torwart lag zwei bis drei Minuten bewusstlos am Boden“

Er hat unserem Torwart eine Linke verpasst und mit dem Vollspann auf seinen Hinterkopf getreten. Unser Torwart lag zwei bis drei Minuten bewusstlos am Boden. Diese Gewalt habe ich in 20 Jahren noch nie erlebt. Bei keinem Gegner und in keiner Liga. Warum der gegnerische Keeper so ausrastet, kann ich mir nicht erklären. Kleine Provokationen gibt und gab es im Fußball schon immer. Unserem Keeper geht es zum Glück gut. Er kann sich an alles erinnern und wurde bereits von seiner Freundin aus dem Krankenhaus abgeholt. Er hat sehr starke Kopfschmerzen und Prellungen im Nackenbereich. Die Trainer und einzelne Spieler des SV Akgüney Spor haben sich direkt nach dem Spiel bei uns entschuldigt. 

Seyhmus Koluman (Betreuer des SV Akgüney Spor):

„Ich habe die Beleidigung nicht gehört. Ich habe nur gesehen, wie unser Torwart mit der Faust zugeschlagen hat und den gegnerischen Spieler gekickt hat. Er wurde im Anschluss von einem Gegenspieler auf den Brustkorb getreten. Ich stehe immer noch unter Schock. Ich hätte sowas niemals für möglich gehalten. Das ist einfach Wahnsinn. Ich kann mich nur im Namen des Vereins vielmals entschuldigen. Unsere Spieler und der Verein SV Akgüney Spor stehen für Fairness. Wir möchten diese Werte auch an unsere Jugendspieler weitergeben. Es ist schrecklich, was passiert ist, weil jetzt auch der Verein und alle anderen Spieler am Pranger stehen. Gewalt wird bei uns nicht akzeptiert. Ich kann mich nur entschuldigen.“

„Ich kann mich nur tausend Mal entschuldigen. Dieser Spieler wird rausgeschmissen.“

Kemal Tuna (Trainer des SV Akgüney Spor):

„Ich bin erst in der 67. Minute gekommen. Eine Minute später ist es passiert. Ich habe nichts gesehen oder gehört, was zuvor passiert ist. Ich möchte aber klar sagen: Was passiert ist, können wir nicht akzeptieren. Ich bin selbst Schiedsrichter. Ich pfeife in der A-, B- und C-Klasse. Dort kommt es natürlich mal zu einer Provokation. Aber diese Form der Gewalt habe ich noch nie erlebt. Die Tat ist schrecklich. Ich stehe unter Schock. Ich kann mich nur tausend Mal entschuldigen. Die Gewalt dieses Spielers akzeptieren wir nicht. Er wird seine Strafe bekommen. Aber was ihm vielleicht nicht bewusst ist: Er schadet mit dieser Gewalttat auch der Mannschaft und dem Verein SV Akgüney Spor. Mir tut es für den Verletzten, unseren Gegner, aber auch für unsere Mannschaft leid. Wir sind ein friedliches Team. Der Torwart spielt sonst bei den Senioren und hat nur ausgeholfen. Ich habe bereits mit unserem Vorstand gesprochen: Dieser Spieler wird rausgeschmissen. Er wird nicht mehr Mitglied und Spieler dieses Vereins sein.“

Text: Christoph Seidl

Gewalt gegen Schiedsrichter im Amateurfußball ist aktuell in enormes Problem. Auch Willi Döder erlebte eine solche Attacke. Dennoch steht er weiter auf dem Platz. (Merkur.de*) Auch bei einem Nachwuchs-Fußballspiel in Bayern ist ein Streit zwischen Jugendlichen eskaliert. Ein Spieler musste in eine Klinik gebracht werden. Jetzt drohen harte Konsequenzen.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Manfred Neueder.

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