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Revolution im Amateurfußball: Frauen dürfen ab sofort bei Männerteams mitspielen

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Von: Henrik Ahrend

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In Bayern dürfen ab der kommenden Saison Frauen auch in Männermannschaften mitspielen.
In Bayern dürfen ab der kommenden Saison Frauen auch in Männermannschaften mitspielen. © Kai Schaubeck (www.fupa.net/oberbayern)

Der Bayerische Fußball-Verband geht im Amateurbereich neue Wege. Ab der kommenden Saison können Frauen auch in Herrenteams mitspielen.

München - Das ist eine Revolution. Wie der Bayerische Fußball-Verband (BFV) mitgeteilt hat, dürfen ab sofort Frauen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, auch im Herrenbereich auflaufen. Dafür müssen aber im Vorfeld Hürden genommen werden. Die Klubs müssen zunächst einen schriftlichen Antrag an den Verbands-Frauen-und Mädchenausschuss stellen. Die Regelung bezieht sich außerdem bis jetzt nur auf den Amateurfußball in ganz Bayern.

„Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es bayernweit noch keinen Antrag, wir reden hier also nicht von einem Massenphänomen, sondern schlicht der Chance, Frauen etwas zu ermöglichen, was bis dato so nicht ging.“

BFV-Sprecher Florian Frühwirth.

Die große Frage, die sich für alle stellt: Wollen Frauen überhaupt im Herrenbereich aktiv spielen? Für viele Spielerinnen könnte es eine ganz neue Erfahrung und Herausforderung sein, sich im Herrenbereich mit den Männern zu messen. Wie BFV-Sprecher Fabian Frühtwirth auf Rückfrage von Fussball Vorort/FuPa Oberbayern bestätigt hat, sind bis Mittwochmittag allerdings noch keine Anträge für die Spielberechtigungen beim Verband eingegangen. Der 46-Jährige ist sich persönlich nicht sicher, ob es überhaupt zu Anträgen kommen wird.

Frühwirth betont, dass auf dem Verbandstag diese schlicht zeitgemäße Möglichkeit grundsätzlich geschaffen worden ist. Jetzt gehe es darum, in den verschiedenen Ausschüssen die entsprechenden Rahmenbedingungen festzulegen und Details in Form zu gießen: „Ja, es ist unserer Auffassung nach eine wichtige und schlicht zeitgemäße Entscheidung, die die Delegierten getroffen haben. Dass darüber jetzt diskutiert wird, ist ebenso wichtig. Wir sollten uns dabei an den Fakten orientieren. Die Möglichkeit besteht, einen Antrag zu stellen. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es bayernweit noch keinen Antrag, wir reden hier also nicht von einem Massenphänomen, sondern schlicht der Chance, Frauen etwas zu ermöglichen, was bis dato so nicht ging. Der Zugang zum Fußball muss niederschwellig sein - das gilt auch für Frauen, die bei den Männern spielen wollen.“

BFV hält Ligen mit gemischten Teams aus Frauen und Männern in Zukunft für möglich

Eine Perspektive könnte in den kommenden Jahren auch gemischte Spielklassen sein: „Vielleicht sehen wir in Zukunft eine eigene Liga mit Mannschaften, die sich nur aus gemischten Teams mit Frauen und Männern zusammensetzt“, so Frühwirth. Problematisch könnte die Belastung einzelner Spielerinnen werden, die parallel noch in ihrer Frauenmannschaft auflaufen.

Ob und wie sich die neue Idee durchsetzt, müssen letztendlich die Vereine und Spielerinnen entscheiden. In Niederbayern gibt es bereits erste Stimmen zur neuen Idee des BFV. Viele Klubs wurden von der Regelung völlig überrascht. Außerdem äußern einige Vereine die Skepsis, ob und wie dieses Modell erfolgreich umgesetzt werden kann. (Henrik Ahrend)

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