Der neue Stufenplan der Regierung gibt Sportvereinen wieder eine Perspektive zur Normalität zurückzukehren. Vor allem der enorme Verlust an Mitgliedern macht den Vereinen zu schaffen.
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Der SC Pöcking-Possenhofen, SC Fürstenfeldbruck und der FC Phönix München haben uns auf Anfrage beantwortet, warum es gerade jetzt so wichtig ist sich einem Sportverein zu widmen.

Seit März 2020 haben einige Vereine einen Mitgliedsverlust von 20%

Corona-Lockdown: Sportvereine brauchen dringend wieder Mitglieder

  • vonFussball Vorort FuPa Oberbayern
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Die Sportvereine in Bayern stehen vor einer ungewissen Zukunft. Vor allem der enorme Verlust an Mitgliedern macht den Vereinen zu schaffen.

München - Die Folgen des Lockdowns sind auch für den Amateur- und Breitensport spührbar. Seit dem Ausbruch des Coronavirus melden sich immer mehr Menschen von Sportvereinen ab. Wie der NDR berichtet sind es bei einigen Vereinen in Zahlen knapp 20% Mitgliedsverlust. Vor allem die großen Vereine leiden unter den Abtritt der Vereinsmitglieder. Wie dramatisch die Lage ist, zeigt eine Studie der Deutschen Sporthochschule Köln: Nach dem zweiten Lockdown, der für die Vereine erheblich mehr Schaden angerichtet hat, erwarten 52% der Sportklubs in Deutschland eine existenzbedrohliche Lage in den kommenden zwölf Monaten. 41% von den Sportvereinen geben als Ursache den Verlust von Mitgliedern aufgrund der Corona-Pandemie an. Wir haben dazu verschiedene Vereine in Oberbayern kontaktiert, die uns Gründe geliefert haben, warum es so wichtig ist, sich vor allem nach dem Lockdown wieder in einem Sportverein anzumelden.

SC Pöcking-Possenhofen


1. Was spricht dafür in einem Sportverein angemeldet zu sein?

Die Gemeinschaft, das Miteinander und das soziale Umfeld. Es spricht in erster Linie für einen selbst, sich sportlich zu betätigen und seiner Gesundheit etwas gutes zu tun. Und im Kollektiv macht man meistens lieber Sport als alleine.

2. Welche positiven Erfahrungen haben sie in Sportvereinen schon gemacht?

Ein Sportverein lebt von seinen Mitgliedern und von den ehrenamtlichen Helfern. Trotz Corona haben sich sowohl Mitglieder und auch die ehrenamtlichen Helfer um den Sportverein gekümmert. In vielen verschiedenen Bereichen. 


3. Warum sollte man sich vor allem nach dem Lockdown bei einem Sportverein anmelden?



Um die Corona-Pfunde los zu werden! (lacht) Vor allem aber, um Vereine am Leben zu halten. Es wird immer schwieriger für Vereine sich zu behaupten. Dabei sind es die Sportvereine, die den Kindern  zu Ihrem Alltagsstress einen Ausgleich bieten. Auch hier werden diverse Werte und Sozialverhalten gefördert.

 
SC Fürstenfeldbruck

1. Was spricht dafür in einem Sportverein angemeldet zu sein?


Gemeinsam mit anderen das selbe Ziel zu erreichen. Etwas für die eigene Gesundheit zu tun.

2. Welche positiven Erfahrungen haben sie in Sportvereinen schon gemacht?



Die schwierige Situationen schweißt zusammen und fördert Solidarität.



3. Warum sollte man sich vor allem nach dem Lockdown bei einem Sportverein anmelden? 


Sport ist gut für die Gesundheit und fördert die Gemeinschaft.




FC Phönix München



A-Jugend-Trainer Michael Sperk hat seine Spieler zu unserem Thema befragt und uns ausführliche Antworten geliefert.

Warum hast Du Dich nicht vom Verein abgemeldet, obwohl doch kein Spiel- oder Trainingsbetrieb stattfindet? Was spricht dafür, dass Du im Verein geblieben bist?


Kandidat 1) Da man seinem Verein auch in schlechten Zeiten die Treue hält. Ein weiterer Grund, warum man sich nicht abmeldet ist, dass man der Zukunft positiv entgegenblickt und darauf hofft, dass der Trainings- bzw. Spielbetrieb in naher Zukunft wieder erlaubt ist.


Kandidat 2) Hoffnung auf Wiederöffnung und auch Kontakt über z.B. Onlinesitzungen oder Fifa-Tunieren.

Kandidat 3) Ich habe mich in einem Verein angemeldet, da ich Sport machen wollte und Freunde mich dafür inspiriert haben. Der Verein ist wie eine Familie und man will diese nicht im Stich lassen.


Kandidat 4) Wenn Corona es wieder zulässt, möchte ich zurück ins Training gehen. Mir bereiten die Interaktion in der Mannschaft und auch der Sport selbst sehr viel Freude.


Welche positiven Erfahrungen hast Du in Sportvereinen gemacht - allgemein und auch während der Lockdown-Phasen?


Kandidat 1) Dass sich auch trotz Lockdown um uns gekümmert wird. Wir haben einen festen Trainingspartner erhalten, mit welchem wir zusammen Läufe absolvieren mussten. Dank der regelmäßigen Videokonferenzen wurden Pläne für die Zukunft erarbeitet und Tipps für die Zeit während des Lockdowns gegeben (Tag strukturieren, Podcasts etc.). Auch hat unser Verein ein 40-Mann FIFA-Turnier organisiert, welches Abwechslung im langweiligen Lockdown-Alltag brachte und außerdem sehr viel Spaß gemacht hat.


Kandidat 2) Viel Spaß, Gemeinschaftsgefühl dank verschiedenster Aktionen auch während des Lockdowns.


Kandidat 3) Es hat mir klar gemacht, weiter an mir zu arbeiten, nicht aufzugeben und dass auch im Lockdown jeder für jeden da sein kann.


Kandidat 4) Allgemein: Viel Spaß, geile Mannschaft, Zusammenhalt, Erfolge.
Während des Lockdowns: Die Online-Meetings jeden Monat bringen mal wieder etwas Neues in den Alltag und man freut sich wieder mal andere Gesichter zu sehen.

Welche Argumente kann man Leuten geben, sich nach dem Lockdown wieder in einem Sportverein anzumelden?


Kandidat 1) In einem Sportverein erhält man ein besonderes Gefühl von Gemeinschaft. Dieses besondere Gefühl von Gemeinschaft entsteht zum einem durch das gemeinsame Gewinnen. Aber auch durch bittere Niederlagen, welche zusammen analysiert werden müssen, um es das nächste Mal besser zu machen. Nach dem Lockdown werden sich viele Leute danach sehnen, endlich wieder Spaß mit Freunden zu haben. Dafür gibt es meiner Meinung nach keiner besseren Möglichkeit als in einem Sportverein!


Kandidat 2) Die gleichen Argumente, die es auch ohne Corona gab, also Spaß, Menschen treffen/kennenlernen, Sport gemeinsam machen.


Kandidat 3) Sie werden Spaß haben und wieder die Motivation finden, gemeinsam Sport zu treiben.


Kandidat 4)
Nach dem Lockdown erwarte ich mir wieder mehr Spaß im Leben. Man lernt neue Leute kennen. Man entwickelt neue Routine. Ich freue mich auf die Zeit, wenn nicht immer der selbe langweilige Coronatagesablauf ansteht.

(Mario Gjevukaj)

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