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Schellenberg: "Wir wollen die Spieler neben dem Mannschaftstraining individuell stärker fördern."

Schellenberg: "1860 bleibt eine gute Ausbildungsadresse"

München - Beim TSV 1860 bleibt das Geld knapp, trotz Investor. Es wird gespart, in praktisch allen Bereichen. Dennoch, die Nachwuchsarbeit soll, Unkenrufen zum Trotz, ein Aushängeschild bleiben. Aber wie?

Wolfgang Schellenberg, als neuer Leiter des Nachwuchsleistungszentrums stehen Sie beim TSV 1860 vor der schwierigen Aufgabe, den guten Ruf des Vereins als Ausbildungsstätte zu festigen. Mit welchem Konzept?

Die Stärke von 1860 ist die Durchlässigkeit vom Nachwuchs- in den Lizenzbereich. Dieses Merkmal wollen wir durch intensive Kommunikation untereinander weiter ausbauen. Da passt es ganz gut, dass der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums in den Co-Trainerbereich bei den Profis integriert ist.

Was planen Sie konkret?

Wir wollen die Spieler neben dem Mannschaftstraining individuell stärker fördern. Es wird wieder Förderkader geben, in denen Spieler vom Lizenz- bis in den U19-Bereich gemeinsam arbeiten, auch von der U17 bis zur U14 werden wir übergreifende Maßnahmen anbieten, an denen auch immer wieder Profis als Trainer dabei sind. Das können wenige Vereine bieten.

Außerdem haben wir eine hauptamtliche Stelle für einen Ausbilder geschaffen, der den Bereich von der U15 bis zur U13 koordiniert.

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Mit U17-Trainer Fred Klaus aber verlieren Sie einen wichtigen Mann.

Dennoch, die Qualität des Trainerstabs wird gehalten, definitiv. Außerdem entwickeln wir eine klare Spielphilosophie, mit der alle Mannschaften auftreten. Nach dieser Junglöwen-Philosophie zu agieren, werden wir einfordern. Wobei sich dies nicht nur auf das Auftreten auf dem Spielfeld beschränkt.

Das heißt, auch Charakterbildung ist Ihnen sehr wichtig?

Selbstverständlich. Auch auf die schulische und berufliche Ausbildung legen wir großen Wert, wir wollen die Eliteschulen des Fußballs weiter optimieren, stehen deshalb im ständigen Austausch mit dem Kultusministerium. Zudem wollen wir den Jungs neben dem Fußball auch andere Dinge bieten, Erlebnisse statt Ergebnisse. Wir überlegen ständig, was wir machen können, was andere nicht haben.

Andere Vereine haben noch eine F-Jugend, 1860 nicht. Ein Nachteil beim Werben um Talente?

Wir schauen trotzdem auch in diesem Altersbereich sehr intensiv, stellen Kontakte her, laden die Kinder auch zu Trainingseinheiten ein, holen sie aber später. Das ist auch ein Beitrag, um frühen Leistungsdruck zu vermindern.

Der wird aber trotzdem immer stärker. . .

Wir sind gefordert, mit den Kindern vernünftig umzugehen. Auch deshalb ist die Qualität der Trainer sehr wichtig. Sie müssen in erster Linie die Talente im Auge haben und den Charakter besitzen, dem Leistungsdruck, der im Umfeld oft aufgebaut wird, zu widerstehen. Nicht der Erfolg einer Mannschaft ist entscheidend, sondern die Entwicklung von Talenten.

Wie geht es den Ex-U23-Löwen heute?

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Für Aufsehen hat die Ankündigung gesorgt, dass der Aufwand für die U23 deutlich heruntergefahren werden soll. Was ist geplant?

Es wird künftig eine U21 werden und soll im Kern mittelfristig aus 15 Feldspielern und zwei Torhütern bestehen. Von den 15 Feldspielern sollen fünf ältere A-Junioren, fünf im ersten, fünf im zweiten Herrenjahr sein. Danach sollten sie in den Profibereich hineinwachsen oder sich anderweitig orientieren. Wobei das nur ein Rahmen ist. Wenn wir das Gefühl haben, einer braucht noch seine Zeit, kann er auch ein drittes oder viertes Jahr bleiben. Die neue Regionalliga macht es möglich, die Jungs in Ruhe an den Herrenfußball heranführen zu können. Wichtig ist nur, dass wir die Liga halten.

1860 wird also eine gute Adresse für die Ausbildung junger Fußballer bleiben?

Auf alle Fälle. Wir sind ein bayerischer Verein, werden auch wieder verstärkt an Veranstaltungen des Bayerischen Fußball-Verbandes teilnehmen, in erster Linie auf süddeutsche Talente setzen. Davon gibt es genug, wir müssen nur gut arbeiten, dann bekommen wir auf Dauer gute Spieler, ohne von außen teure dazuholen zu müssen.

Interview: Reinhard Hübner

Quelle: fussball-vorort.de

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