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Will seine Kollegen mitreißen: Steffen Wohlfarth.

Steffen Wohlfarth soll beim FC Bayern II die Sturmsorgen lösen

München - Im Winter ist Steffen Wohlfarth von Ingolstadt zum FC Bayern gewechselt – in die zweite Mannschaft, was aber „auch eine Riesenchance für mich ist“. Schon länger hatte Hermann Gerland ein Auge auf den kantigen Stürmer geworfen.

Mit großen Namen hat Steffen Wohlfarth keine Probleme. Am Sonntag war der neue Stürmer des FC Bayern II kurz mal zum American Football „fremdgegangen“; er bejubelte den „Superbowl“- Einzug der Green Bay Packers. Der 27-Jährige hockte im Fan-Outfit vor seinem Fernseher – dass der Gegner, die Chicago Bears, keinen geringeren Edelfan als US-Präsident Barack Obama hinter sich wusste, scherte den jungen Mann herzlich wenig.

Das mit den Namen ist bei Wohlfarth ohnehin so eine Sache. In den 80ern gab es an der Säbener Straße lange Jahre einen Wohlfahrt, der sich Saison für Saison gegen teure Zukäufe durchsetzte. Allerdings schrieb sich Roland Wohlfahrt ein bisschen anders, und da er sich bundesweit einen gewissen Bekanntheitsgrad erworben hatte, hat Steffen Wohlfarth inzwischen akzeptiert, mit Buchstabendrehern leben zu müssen. Sogar sein Trikot ist auf einer seiner ersten Stationen schon mal falsch beflockt worden. Ob er sich wenigstens als Heranwachsender am ehemaligen Bayern orientiert hat? Eher nicht, erzählt er, „früher war ich Klinsmann-Fan, aber in erster Linie habe ich mich an meinen Vater gehalten“. Der Herr Papa spielte einst bei Hertha BSC Linksaußen. In seiner Vita steht ein einziger Bundesligaeinsatz über 10 Minuten. Das ist nicht viel, aber auch nicht Nichts – und genug, um den Sohnemann beizeiten zu tratzen. „Wenn wir über Fußball diskutieren, sagt er ab und zu: ,Du hast eh keine Ahnung – spiel’ erstmal Bundesliga!’“

Der Filius sieht es als Ansporn, „mein Traum ist, wenigstens elf Minuten Erste Liga zu spielen“. Dann müsste Herr Papa seine frechen Frotzeleien einstellen. Im Winter ist Steffen Wohlfarth von Ingolstadt zum FC Bayern gewechselt – in die zweite Mannschaft, was aber „auch eine Riesenchance für mich ist“. Schon länger hatte Hermann Gerland ein Auge auf den kantigen Stürmer geworfen. Als die Münchner anriefen, schmiss Wohlfarth sofort alle Pläne um. Eigentlich hockte er schon auf gepackten Koffern, er wollte in die USA wechseln. „Das hätte mich gereizt – aber die Aufgabe bei Bayern II ist natürlich eine ganz Besondere.“ So etwas schlägt man nicht aus.

Wohlfarth soll als erfahrener Mann Führungsaufgaben übernehmen und gleichzeitig die anhaltende Torflaute beheben. Das sind beides keine leichten Aufgaben in einem verunsicherten, jungen Team, das gegen den Abstieg aus der Dritten Liga kämpft. Das erste Spiel der Rückrunde ging am Wochenende in Burghausen gleich mal 0:2 verloren. „Ich versuche, vorne zu arbeiten und die anderen mitzureißen“, erklärt Wohlfarth, „die Mannschaft soll schnell merken: Da rackert vorne einer, auf den sie sich verlassen kann. Das ist wichtiger, als viel zu reden. Ich bin keiner, der die Klappe groß aufreißt.“ All die Jahre hat Wolhlfarth eine konstante Torquote ausgezeichnet.

Tore waren schon immer sein Ding. Als kleiner Stöpsel gab es vom Opa für jeden Treffer 50 Pfennig. Jedes Jahr war Weihnachten Zahltag, Steffen führte penibelst Buch über seine Quoten. Eine Saison hatte er über 100 Tore angehäuft, „da hat der Opa gelächelt und gesagt, ich mache ihn noch arm“. Gezahlt hat er natürlich trotzdem. Seine Torprämien haben sich bis heute rentiert. Sein Enkel ist ja längst dabei, sich selbst einen Namen zu machen. Vielleicht wird es nicht der größte – aber richtig geschrieben wird er inzwischen doch.

Quelle: fussball-vorort.de

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