Trainer Abdul Qudsi (r.) macht im Lockdown den SV Aubing fit. 
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Trainer Abdul Qudsi (r.) macht im Lockdown den SV Aubing fit. 

Fitness-Profi leitete Mitglieder online an

Training im Lockdown: SV Aubing setzt auf Personal-Trainer Qudsi

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Der SV Aubing will sicherstellen, dass ihre Spieler sich auch in Pandemiezeiten fit halten. Dabei sollen individuelle Laufeinheiten und Personal-Trainer Abdul Qudsi helfen.

München - Der SV Aubing greift in Pandemiezeiten zu alternativen Trainingsmethoden um die Spieler in ihren Reihen fit zu halten. Ugur Karatas, Trainer der zweiten Mannschaft beim SV, erzählt uns, wie der Verein trotz strenger Kontaktbeschränkungen einen Trainingsplan für seine Jungs erstellt hat.

SV Aubing: Individuelle Laufeinheiten für die Spieler

Den Spielern wird vorgegeben, mindestens einmal pro Woche selbstständig laufen zu gehen und die Laufdaten dann zur Überprüfung in die WhatsApp-Gruppe zu schicken: „Das Schicken von den Laufdaten ist auch für konditionsschwache Spieler eine Motivation. Wenn sie sieben, acht Kilometer gelaufen sind, freut sich dann die ganze Mannschaft mit, das ist gut für unser Team-Gefühl.“, erzählt Karatas

Um seine Spieler für das Lauf-Training zusätzlich zu motivieren, gibt es wöchentlich neue Challenges und Belohnungen für den Spieler mit den meisten Kilometern auf dem Zettel. Für Karatas ist es besonders wichtig, dass auch andere Vereine sich ein Beispiel nehmen und trotz der aktuellen Lage versuchen, ihre Jungs so gut wie möglich fit zu halten.

SV Aubing: Online-Workout via Zoom 

Neben der individuellen Laufeinheit bietet der Verein allen Spielern zwei mal die Woche ein Online-Workout mit Personal-Trainer Abdul Qudsi. Dort werden die Spieler auf die kommende Spielzeit mit verschiedenen Dehnübungen und Full-Body-Workouts vorbereitet. Karatas ist auf die Idee gekommen, weil Qudsi dem Verein schon im vergangenen Jahr zum Beginn des Lockdowns kostenlos seine Hilfe angeboten hat. Die Spieler des SVA sehen das Angebot als Chance, sich trotz Lockdown fit zu halten, die Resonanz war durchgehend positiv: „Die Jungs ärgern sich immer, wenn sie mal nicht teilnehmen können, die finden das alle richtig cool. Auch unser Vorstand hat sich unser erstes Zoom-Training in der vergangen Woche angeschaut und ist von Abdul Qudsi‘s Training begeistert.“, sagt Karatas. 

Der Klub will den Spielern anbieten können, mindestens drei Stunden in der Woche fürs Training zu investieren. Die Spieler brauchen für das Zoom-Training nur einen Internetzugang: „Wir arbeiten beim Online-Workout nur mit unserem Körpergewicht, damit auch jeder teilnehmen kann.“, sagt Karatas. 

Abdul Qudsi: „Fitness wird in den unteren Ligen schon immer vernachlässigt“

Am letzten Online-Training nahmen knapp 50 Spieler des Vereins teil, die Qudsi, Personaltrainer mit A-Lizen, professionell von zuhause aus trainieren kann. Der 34- Jährige war mehr als 15 Jahre als Fußballer aktiv und weiß, worauf es ankommt: „Dadurch, dass ich selbst als Spieler und Fitness-Coach bei Vereinen aktiv war, hab ich die Erfahrung und weiß was wichtig für die Jungs ist.“

Für ihn ist klar, dass besonders in den niederen Ligen Vereine zu wenig im Ausdauerbereich investieren: „Fitness wird in den unteren Ligen schon immer vernachlässigt. Die Muskelstruktur muss durch Krafttraining verbessert werden, um sich auch fußballerisch weiter entwickeln zu können.“, sagt Qudsi. Er will die Chance beim SV nutzen, um auch anderen Vereinen, die bisher weniger Wert auf Fitness gelegt haben, zu überzeugen. Er freut sich über jede Mannschaft, die sich verbessern möchte: „Es war schon immer mein Traum in einer Fußballmannschaft als Fitness-Coach zu fungieren.“ Der Personal-Trainer ist für  Anfragen anderer Vereine offen.

Win-Win Situation für beide Parteien

Auf die Frage, welche Vorteile ein Training mit einem Personal-Trainer hat, antwortet Karatas: „Es geht viel besser, als wenn du es alleine machst. Personal-Trainer wie Abdul motivieren unglaublich.“ Für beide Parteien scheint es eine Win-Win Situation zu sein, denn der Verein kann nicht nur seinen Mitgliedern wieder ein Training anbieten, sondern auch Personal-Trainer wie Qudsi in der Pandemie unterstützen und eine berufliche Perspektive bieten. 

Seit dem Ausbruch des Coronavirus im März 2020 verlieren immer mehr Vereine an Mitgliedern, deshalb ist das Profi-Workout für Karatas ein guter Weg, um die Leute bei Laune zu halten: „Du holst Vereinsmitglieder ab, die sehnsüchtig auf Lockerungen warten. Man fühlt sich wieder im Verein integriert“, sagt Karatas. 

(Mario Gjevukaj)

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