Das Olympiastadion ist derzeit nicht drittligatauglich. 
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Das Olympiastadion ist derzeit nicht drittligatauglich. 

Olympiastadion derzeit nicht drittligatauglich

Türkgücü bangt um Lizenz - hat die Stadt Versprechen nicht gehalten?

  • vonAlexander Nikel
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Die sportliche Zukunft von Türkgücü München ist unsicher. Das Olympiastadion ist derzeit nicht drittligatauglich, aber essenziell für den Erhalt der Lizenz.

Nach einer mehrwöchigen Schwächephase läuft es bei Türkgücü München sportlich inzwischen wieder. Mit dem 2:0-Sieg gegen den SV Meppen vor einer Woche konnte die Dayat-Elf den Negativtrend stoppen und auch im Totopokal war der Drittligaaufsteiger erfolgreich. Durch die Siege gegen die SpVgg Unterhaching und den TSV 1860 München steht Türkgücü im Viertelfinale. Der Pokalsieg und die damit verbundene Teilnahme am DFB-Pokal ist zum Greifen nahe. Schließlich sind im Totopokal neben dem Drittligisten nur noch unterklassigere Teams vertreten.

Desweiteren tüftelt Türkgücü bereits fleißig am Kader für die neue Drittliga-Spielzeit. Zuletzt wurden die Verträge mit Rene Vollath, Ünal Tosun, Alexander Sorge und Filip Kusic verlängert. Der erste Neuzugang steht auch bereits fest. Dabei ist die Zukunft und Ligazugehörigkeit  der ambitionierten Münchner noch nicht einmal gesichert. Denn Türkgücü muss erst noch um die Lizenz für die 3. Liga zittern. Im schlimmsten Fall würde ein Zwangsabstieg in die Regionalliga Bayern drohen.

Wettlauf gegen die Zeit: Lizenzunterlagen müssen eingereicht werden

Der DFB erlaubt die Stadionnutzung von drei Vereine nicht. Deshalb hat Türkgücü wie bereits in dieser Saison, neben dem Grünwalder Stadion als Hauptspielstätte, das Olympiastadion als Ausweichmöglichkeit angegeben. Darin sollen erneut acht Heimspiele stattfinden. Allerdings verfügt das Olympiastadion weiterhin keine Rasenheizung. Diese ist jedoch Teil der Lizenzauflagen. Für die aktuelle Saison bekam Türkgücü eine Sondergenehmigung. Dass diese für die Saison 2021/22 verlängert wird, ist sehr unwahrscheinlich. Die Betreibergesellschaft des Olympiastadions, mit Sportbürgermeisterin Verena Dietl als Aufsichtsratsvorsitzende, hat Türkgücü einen rechtzeitigen Einbau einer Rasenheizung versprochen. Die Planungskosten in Höhe von ca. 150.000 Euro sollte die Stadt übernehmen. Jedoch ist nicht einmal der Beschluss dazu im Stadtrat bisher gefallen. Das berichtet die Münchner Abendzeitung.

"Es besteht ein ständiger Austausch mit den Verantwortlichen des DFB, der DFL und der Vereine. Der Zeitplan zur Herstellung aller notwendigen Lizenzierungs-Voraussetzungen ist ebenfalls im Blick aller Beteiligten. Die Beschlussfassung wird in der nächsten Sitzung erfolgen", sagte das zuständige Referat für Bildung und Sport gegenüber der AZ. Die nächste Sitzung erfolgt jedoch erst am 5. Mai. Bis dahin müssen aber bereits alle benötigten Unterlagen für die Lizenz beim DFB eingerecht werden. 

Max Kothny: „Mietmehrbelastung können wir nicht mehr weiter tragen"

"Ich würde mir wünschen, dass Versprechungen der Stadt eingehalten werden und Türkgücü München nicht immer als einziger Klub um seine Lizenz bangen muss“, sagt Türkgücüs Geschäftsführer Max Kothny zum Vorgehen der Stadt. Neben der fehlenden Stadionheizung beschäftigt den Verein derzeit ein weiteres Thema im Zusammenhang mit dem Olympiastadion und hofft auf eine Einigung mit der Stadt. "Die Mietmehrbelastung, die sich in dieser Saison auf rund 100.000 Euro beläuft, weil wir die Situation im Grünwalder Stadion freiwillig entlasten, können wir in der kommenden Saison nicht mehr weiter tragen". so Kothny. Auch bei der Suche nach einer geeigneten Fläche für ein Nachwuchsleistungszentrum gibt es weiterhin keinen Erfolg.  

(Alexander Nikel)

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