Der Sportliche Leiter Roman Plesche (li.) und der Geschäftsführer Max Kothny (re.) beharren auf der DFB-Pokal-Teilnahme von Türkgücü.
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Der Sportliche Leiter Roman Plesche (li.) und der Geschäftsführer Max Kothny (re.) beharren auf der DFB-Pokal-Teilnahme von Türkgücü.

Entscheidung des Gerichts auf Mittwoch vertagt

DFB-Pokal: Verpasst Türkgücü München eine Chance, sich solidarisch zu zeigen?

  • vonNico-Marius Schmitz
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Wer nimmt am DFB-Pokal teil? Türkgücü München und der BFV respektive der DFB stehen sich vor Gericht gegenüber. Eine Entscheidung fällt am Mittwoch.

  • Türkgücü München und derBFV/DFB stehen sich bezüglich der Teilnahme amDFB-Pokal vor Gericht gegenüber.
  • Das Gericht vertagt die Entscheidung auf Mittwoch, 30. September.
  • Türkgücü-GeschäftsführerMax Kothny geht von einem Urteil zugunsten des Aufsteigers aus.

München – Es wehte ein eisiger Wind durch den Saal im Landgericht München 1. Und das nicht nur aufgrund der zahlreichen, vorgeschriebenen Lüftungspausen. Gestern versammelten sich hier Vertreter desKlägers Türkgücü München sowie der Beklagten Bayerischer Fußball-Verband (BFV) und Deutscher Fußball-Bund (DFB). Nach einer dreieinhalbstündigen Verhandlung vertagte die Vorsitzende RichterinGesa Lutz das Urteil im DFB-Pokal Streit auf Mittwoch.

Türkgücü München steigt auf - FC Schweinfurt soll dafür am DFB-Pokal teilnehmen

Hintergrund: Am 16. März musste die Regionalliga Bayern aufgrund der Coronakrise abgebrochen werden. Türkgücü München führte die Tabelle – 24 von 36 Spieltagen waren absolviert – souverän mit neun Punkten Vorsprung an. Am 5. Mai passte der BFV daher seine Statuten an: Die Münchner wurden vorzeitig zum Meister erklärt und bekamen somit die Chance auf die Lizenzierung für die 3. Liga, Schweinfurt darf im Gegenzug im DFB-Pokal antreten. Eigentlich ist die Pokal-Teilnahme nämlich dem bestplatzierten bayerischen Amateurverein, sprich dem Meister der Regionalliga vorbehalten. „Mit dieser Regelung waren seit dem 5. Mai alle einverstanden“, sagte BFV-Präsident Rainer Koch vor Gericht. Der ambitionierte Verein von PräsidentHasan Kivran offenbar nicht. Am 31. Juli trafen sich Koch und Kivran in einem Café in der Maximilianstraße. Der BFV-Funktionär wollte sich vor seinem Urlaub versichern, ob die Vereinbarung weiterhin gelte und verhindern, dass es zu einem Rechtsstreit kommt. Kivran bezeichnete jenes Gespräch in der „SZ“ aber erst kürzlich als„unverbindliche mündliche Absprache“. Eine Absprache, die offenbar an eine Bedingung geknüpft wurde. Man wolle nur dann auf das Startrecht im DFB-Pokal verzichten, wenn Schweinfurt die Rechtmäßigkeit des Aufstiegs von Türkgücü nicht anzweifelt.

FC Schweinfurt fordert Unterlagen des Lizenzierungsverfahrens an - Türkgücü München kippt Schalke-Spiel

Da Schweinfurt jedoch beim DFB Unterlagen des Lizenzierungsverfahrens anforderte, änderte Türkgücü fortan seine Strategie. Am 11. September erwirkten die Münchner per Einstweiliger Verfügung, dass die DFB-Pokal-Partie zwischenSchweinfurt und Schalke, die eigentlich zwei Tage später hätte stattfinden sollen, gekippt wurde.

BFV will „faire Lösung für alle Beteiligten“ - Türkgücü mit Rachegelüsten gegen FC Schweinfurt?

In der mündlichen Verhandlung sollte gestern geklärt werden, wer denn nun gegen Schalke antreten darf. Der BFV verteidigte seine Entscheidung und sprach von einer „fairen Lösung für alle Beteiligten“. Die Vertreter von Türkgücü stellten infrage, warum der Grundsatz, dass derMeister der Regionalliga Bayern aufsteigt und amDFB-Pokal teilnimmt, in Zeiten der Corona-Pandemie geändert werden solle. Doch hier verpasst Türkgücü eine große Chance, sich solidarisch zu zeigen: Die Rachegelüste gegenüber den Schweinfurtern nach deren Anforderung der Lizenzunterlagen scheinen zu groß zu sein.

Türkgücü München: Kothny „sicher, dass wir gewinnen werden“

Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny war sich nach der Verhandlung „sicher, dass wir gewinnen werden“. Eine Entscheidung nach dem Motto „The winner takes it all“ wollte und will der BFV unbedingt verhindern. Schweinfurt und Türkgücü sollen beide ein Stück vom Kuchen erhalten.

Eine Argumentation, der auch Richterin Lutz im Laufe der Verhandlung immer mehr abgewinnen konnte. (NICO-MARIUS SCHMITZ)

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