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Türkgücü-Profis feiern Interims-Coach Kayabunar - „Verstehe mich sehr gut mit jedem Spieler“

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Von: Vinzent Fischer

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Sprang erstmals als Interimstrainer bei Türkgücü München ein: Alper Kayabunar.
Sprang erstmals als Interimstrainer bei Türkgücü München ein: Alper Kayabunar. © Ulrich Wagner/Imago

Alper Kayabunar springt als Interims-Trainer bei Türkgücü München ein. Bei seinem Debüt wurde eines deutlich: Er ist bei den Spielern sehr beliebt.

München - Vier Niederlagen in Folge für Türkgücü München*, Unruhe im Verein nach der vierten Trainerentlassung des Jahres und Schneetreiben im gespenstisch leeren Olympiastadion - es gibt sicher angenehmere Atmosphären für ein Debüt als Interims-Trainer. „Ein gemischtes Gefühl“, bilanziert Alper Kayabunar auf der Pressekonferenz nach dem 2:2-Remis gegen den FSV Zwickau. „Wir wollten eigentlich unbedingt mehr mitnehmen und gewinnen“, erklärt der Coach seine Stimmungslage. „Wir haben die Niederlagenserie gestoppt und schauen jetzt nach vorne“, ist Kayabunar trotzdem optimistisch.

Alper Kayabunar: Die Identifikationsfigur von Türkgücü München ist seit 2011 im Verein

Der 36-Jährige springt nach dem Rauswurf von Peter Hyballa als Interims-Trainer ein. Seit 2011 ist Kayabunar bereits bei Türkgücü - damals noch als Spieler in der siebtklassigen Bezirksliga. Den rasanten Aufstieg des Vereins in die 3. Liga begleitet er seit 2013 zudem als Co-Trainer. Nach dem Abgang von Andreas Pummer ist er damit einer der letzten verbliebenen Mitarbeiter aus den Amateur-Zeiten des Vereins. Alper Kayabunar ist die Identifikationsfigur schlechthin. Und auch der Draht zu den Spielern scheint sehr eng zu sein.

„Sie haben sich auch eingeschworen, dass sie unbedingt die drei Punkte für mich holen wollen.“ 

Türkgücü München-Urgestein Alper Kayabunar erklärt den gemeinsam Jubel nach dem Treffer zum 1:1.

Das wurde beim 1:1-Ausgleichstreffer deutlich. Torschütze Sercan Sararer und seine Mitspieler rannten in Richtung Trainerbank und herzten Alper Kayabunar. „Ich verstehe mich sehr gut mit jedem Spieler“, erklärt Kayabunar den gemeinsamen Jubel und betont das enge Verhältnis zur Mannschaft: „Auch die Spieler, die heute nicht im Kader gewesen sind, haben mir geschrieben und mir unbedingt den Sieg gewünscht. Sie haben sich auch eingeschworen, dass sie unbedingt die drei Punkte für mich holen wollen.“ Torschütze Sararer habe dem Coach vor dem Spiel „versprochen, dass er ein Tor schießt. Wir haben zueinander ein sehr gutes Verhältnis.“

Alper Kayabunar wird nach dem Ausgleichstor zum 1:1 von Sercan Sararer und Co. geherzt.
Alper Kayabunar wird nach dem Ausgleichstor zum 1:1 von Sercan Sararer und Co. geherzt. © Ulrich Wagner/Imago

Hintergrund: Das Türkgücü-Urgestein hatte am Tag des Spiels Geburtstag, Sercan Sararer zwei Tage zuvor. Doch der gemeinsame Jubel darf durchaus auch als Signal der Mannschaft gewertet werden. Mit Alexander Schmidt, Serdar Dayat, Petr Ruman und Peter Hyballa waren in diesem Kalenderjahr bereits vier Trainer für das Team verantwortlich - das zweimalige Engagement von Andreas Pummer als Interims-Coach nicht mitgerechnet.

Türkgücü München: Bis Mitte Dezember muss ein neuer Cheftrainer her

Wäre Alper Kayabunar also vielleicht der richtige Cheftrainer für Türkgücü München? Die Reaktion der Mannschaft zeigt, wie beliebt der 36-Jährige im Verein ist. Doch ein Engagement über den Posten des Co-Trainers hinaus ist nahezu ausgeschlossen. Kayabunar besitzt nicht die nötige Fußballlehrer-Lizenz, um eine Mannschaft in der 3. Liga trainieren zu dürfen. Seine Tätigkeit als Interims-Trainer ist gemäß der DFB-Statuten auf 15 Werktage begrenzt. Spätestens bis Mitte Dezember muss Türkgücü München also einen neuen Chefcoach mit der notwendigen Lizenz angeheuert haben.

Ob Kayabunar auch am kommenden Samstag gegen Viktoria Berlin interimsweise einspringt, ist noch ungeklärt. „Das weiß ich ehrlich gesagt nicht, das war bis jetzt nie das Thema im Verein“, sagte der 36-Jährige. „Ich denke, wir werden morgen oder die Tage darüber sprechen. Aber im Endeffekt spielt das für mich keine Rolle. Ich denke, ich bin dabei in Berlin, egal ob als Interim oder als Co.“

Kayabunars Appell: „Die Tabelle lügt nicht“

Viel wichtiger als seine Person ist Kayabunar das Sportliche. „Wir haben zu einfach die Tore kassiert“, so der Übungsleiter und fügt an: „Wir müssen noch einige Sachen verbessern.“ Im Abstiegskampf fordert der Trainer vollen Einsatz: „Die Tabelle lügt nicht. Wir kämpfen darum, nicht unter den Strich zu kommen.“ (Vinzent Fischer) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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