Geschäftsführer von Türkgücü München Max Kothny spricht über den Rechtsstreit mit dem BFV.
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Geschäftsführer von Türkgücü München Max Kothny (li.) spricht über den Rechtsstreit mit dem BFV.

Türkgücü München will mittelfristig vor dem TSV 1860 stehen

Kothny: „Werden so dargestellt, als hätten wir den deutschen Fußball ruiniert“

  • vonNico-Marius Schmitz
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Türkgüvü München steht nach dem Rechtsstreit mit dem BFV in der Kritik. Vor allem Geschäftsführer Max Kothny ist unzufrieden mit der aktuellen Situation und dem Vetrauensbruch des BFV.

  • Max Kothny, Geschäftsführer von Türkgücü München steht derzeit häufig in den Schlagzeilen. 
  • Grund dafür ist ein Rechtsstreit zur Frage, ob Türkgücü München oder der 1. FC Schweinfurt 05 im DFB-Pokal antreten wird. 
  • Max Kothny sprach zuletzt von „Micky-Maus-Gericht“, woraufhin der Bayerische Fußball Verband (BFV) konterte.

MünchenTürkgücü München bestimmt zurzeit die Schlagzeilen. Die Entscheidung des Nürnberger Schiedsgerichts hat den Verein massiv verärgert. Geschäftsführer Max Kothny (23) spricht mit unserer Zeitung über das Urteil, das Verhältnis zum BFV und das Ziel, in der Zukunft vor den Löwen zu stehen.

Herr Kothny, wie tief sitzt der Frust noch nach der Entscheidung des Schiedsgerichts?

Man muss sich an den Fakten orientieren und da fühlen wir uns immer noch ungerecht behandelt. Es liegen riesige kartellrechtliche Verstöße vor. Die schnelle Entscheidung stößt bei uns auf totales Unverständnis. Wir wollten, dass der Fall vor ordentlichen Gerichten und von Experten entschieden wird. Und dann müssen wir nach Nürnberg ins Mövenpick Hotel fahren und dort wird über uns geurteilt.

Sie stehen als Geschäftsführer in der Verantwortung. Fühlt sich das Urteil wie eine persönliche Niederlage an?

Ich würde aktuell noch gar nicht von einer Niederlage sprechen. In der „FAZ“ hat ein Kartellrechtsexperte deutlich gemacht, dass der Fall eben noch nicht letztinstanzlich entschieden sein muss. Eins ist klar: Ich habe mich intensiv in den Fall reingelegt und alles gegeben. Ich möchte einfach, dass sich der BFV nicht immer schützend vor Schweinfurt stellt und gegen uns ist. Mit dem Schiedsgericht hat der Verband seine Macht ausgespielt.

Wie sehen Ihre nächsten Schritte aus?

Wir prüfen aktuell intensiv unsere Möglichkeiten. Wenn wir vor dem Bundesgerichtshof Erfolgsaussicht haben, ziehen wir auch vor die höchste Instanz.

Türkgücü München und BFV nach Rechststreit: „Es kann doch überhaupt kein Vertrauensverhältnis geben“ 

Es scheint als sei das Vertrauensverhältnis zwischen BFV und Türkgücü nachhaltig zerrüttet.

Es kann doch überhaupt kein Vertrauensverhältnis geben, wenn seit Tag eins des Prozesses alle Tatsachen umgedreht werden und Beschlüsse von ordentlichen Gerichten umgangen werden. Wie sollen wir dem BFV da vertrauen?

Die Reaktionen auf den Prozess fallen teils heftig aus. Befürchten Sie keinen Imageschaden für den Verein? 

Ich kann die Reaktion der Leute im Internet teilweise verstehen, wenn man nur die Schlagzeilen mitbekommt. Wir werden jetzt so dargestellt, als hätten wir den deutschen Fußball ruiniert. Es ist aber doch wichtig, dass sich ein Verein traut, bei solch einer großen Thematik traut vor die Gerichte zu ziehen.

Türkgücü München will in Zukunft vor dem TSV 1860 München stehen 

Reiner Maurer klagt aktuell seine Aufstiegsprämie ein. Auch Robert Hettich musste auf seine Prämie warten.

Wir hatten mit Hettich eine Prämie vereinbart und haben sie auch gezahlt. Mit Verzögerung, da zu dem Zeitpunkt noch unklar war, ob wir überhaupt aufsteigen und wie es weitergeht. Bei den Gesprächen mit Maurer war ich nicht dabei. Ich kann aber sagen, dass wir ihm in Absprache mit Hasan Kivran entgegen kommen. Das Angebot, das wir ihm gemacht haben, liegt gar nicht so weit von seinen Forderungen entfernt.

Zurück zum Sportlichen. 1860 spielt zurzeit stark auf und ist Tabellenerster. Sehen Sie Türkgücü mittelfristig weiter vor den Löwen?

Mittelfristig ist hier das entscheidende Wort, das oft vergessen ist. Ich sehe die Entwicklungen bei 1860 und bin in einem guten Austausch mit den Verantwortlichen. Dennoch ist es unser klares Ziel, in Zukunft vor den zu Löwen stehen und die Nummer zwei der Stadt zu sein.

Interview: Nico-Marius Schmitz

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