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Reiner Maurer im Trainingslager, das Türkgücü als ERDINGER Meister-Cup-Sieger erspielt hat . 

Türkgücü-Coach im großen Interview

Maurer: "Acht Punkte Vorsprung haben schon viele abgegeben"

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  • Luca Iannotta
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Heute endet das Traingslager von Türkgücü und es geht zurück nach Deutschland. Für Trainer Reiner Maurer ist der Aufstieg noch nicht in trockenen Tüchern.

  • Türkgücü München hat im Sommer 2019 den ERDINGER Meister Cup gewonnen und war deshalb eine Woche in Spanien im Trainingslager. 
  • Die Neuzugänge Sercan Sararer und Emre Güral konnten im Testspiel gegen den SV Drochtersen überzeugen.
  • Reiner Maurer spricht über die Vorbereitungsphase des Regionalligisten.

Sie haben schon viel gesehen und waren nicht das erste Mal im Trainingslager. Wie war die Zeit in Spanien für Sie?

Die Trainingslager, die ich erlebt habe, waren immer unterschiedlich. Am wichtigsten sind immer die Platzbedingungen. Wir haben hier in Cambrils auf einem exzellenten Rasen trainiert und das Drumherum hat auch gepasst. Wir waren auf einer Anlage, die sich auf Sport spezialisiert hat und das hat man gemerkt. Wir haben diese Woche unter Profibedingungen verbracht. Ich bin sehr zufrieden und möchte mich an dieser Stelle auch nochmal im Namen der Mannschaft und des Vereins bei ERDINGER Weißbräu bedanken.

Was konnte das Team aus dem Trainingslager mitnehmen?

Uns war es wichtig, das Potenzial dieser Woche komplett auszuschöpfen. Wir haben vermehrt an unserem Passspiel gearbeitet, das eigentlich schon das Beste der Regionalliga ist. Außerdem haben wir an der Grundlagenausdauer gefeilt, taktische Dinge besprochen. Wir konnten unter diesen tollen Bedingungen unsere Neuzugänge Emre Güral und Sercan Sararer besser integrieren. Wenn man sich eine Woche lang täglich sieht, ist es natürlich leichter, sich kennenzulernen. Wir müssen die Mannschaft wieder in Schwung bekommen und sie auf das Spiel gegen den FC Augsburg II am 7. März vorbereiten. 

Sararer und Güral treffen gegen Drochtersen

Was ist Ihr erster Eindruck von den beiden Neuzugängen Sararer und Güral?

Sercan Sararer und Emre Güral kamen beide in den Testspielen gegen St. Gallen und Drochtersen/Assel zum Einsatz. Emre wurde in der Offensive flexibel eingesetzt und hat zwei Treffer erzielt. Auch Sercan konnte nach seiner Einwechslung ein Tor erzielen. Beide Spieler haben in diesen Partien überzeugt. Es ist zu früh, ein endgültiges Fazit zu ziehen, aber beide haben ihre Qualitäten.

Die beidenTestspiele in Spanien verliefen nach Plan. Warum war gegen den SSV Ulm und Bayern 2 noch etwas Sand im Getriebe?

Ja, die beiden Testspiele in Cambrils waren schon gut bis sehr gut. Gegen den Nachwuchs des aktuellen Tabellenersten der ersten Schweizer Liga konnten wir deutlich 7:1 gewinnen. Der SV Drochtersen hat gegen uns mit der seiner aktuellen Top-Elf gespielt, aber trotzdem klar verloren (6:0; d.Red). Vor dem Spiel gegen die Bayern-Amateure hatten wir eine siebenwöchige Pause, haben nur dreimal auf Kunstrasen trainiert. Da kann man nicht erwarten, dass direkt eine gute Leistung abgerufen wird (lacht). Drei Tage später in Ulm, bei einer sehr guten Regionalliga-Mannschaft, war das ähnlich. In der Woche danach waren wir wieder in der Spur. Mit dem FC Unterföhring konnten wir eine Mannschaft mit 12:0 schlagen, die im letzten Jahr noch in unserer Liga war. 

Reiner Maurer: „Programm ist schwerer als in der Hinrunde.“

Alle Zeichen stehen auf 3. Liga. Kann die Mannschaft noch scheitern?

Acht Punkte Vorsprung haben schon viele abgegeben. Dortmund hat letztes Jahr auch eine Neun-Punkte-Führung verspielt. Das Programm ist in den Monaten März und April schwerer als das von Schweinfurt. Wir haben sieben Auswärts- und nur fünf Heimspiele. Wir trainieren meistens auf Kunstrasen, das ist auch ein kleiner Nachteil. Einige Zweitteams wie Augsburg und Nürnberg trainieren unter idealen Bedingungen. Aber natürlich sind die Erwartungen schon so, dass wir in die 3. Liga aufsteigen.

In zwei Wochen geht es in die Türkei. Wie überbrücken sie die Zeit in Deutschland?

Das Wetter in Deutschland ist nicht so gut wie in Spanien, aber wir bringen dann hoffentlich die Sonne mit. Wir hoffen natürlich auf gute Platzbedingungen. Am Samstag geht es direkt gegen den TSV Schwabmünchen, am Sonntag auf Kunstrasen gegen TSV 1865 Dachau und die Woche darauf gegen den FC Ismaning. Das sind alles Teams aus einer Liga tiefer, trotzdem gute Tests. Wir hatten eine außergewöhnlich lange Pause und dementsprechend müssen wir in der Vorbereitung besonders effektiv sein. Gegenüber dem Sommer haben sich die Laktat-Werte bei den meisten verbessert, was ein gutes Zeichen ist.

Reiner Maurer verweist auf BVB in der Saison 2018/19

Im Winter hat Karl-Heinz Lappe den Verein verlassen. Warum?

Wir hatten von Anfang an sehr hohe Erwartungen an ihn. Wir waren mit seiner Leistung nicht zufrieden. Leider hat er nicht so eingeschlagen, stattdessen hat sich Patrick Hasenhüttl sehr gut entwickelt. Mit Güral und Sararer kamen noch zwei Spieler hinzu und es wurde für Kalle immer schwerer. Für ihn ist Buchbach eine Top-Adresse. Ich wünsche ihm alles Gute. 

Wie steht es eigentlich um Marian Knecht?

Er war jetzt sehr lange verletzt. Training auf dem Kunstrasen ist für eine Verletzung im Adduktoren- Schambein-Bereich nicht sehr förderlich. In Spanien war er nicht dabei, aber in der Türkei will ich ihn auf alle Fälle dabei haben. Im Sturm hat er nach wie vor sehr starke Konkurrenten. Die Luft ist ziemlich dünn. Aber im Fußball passieren viele Dinge, die eigentlich nicht so geplant waren. Auch Hasenhüttl war in den ersten Spielen nicht in der Startelf und hat jetzt 13 Saisontore.

Julian Kirr und Fabio Leutenecker hatten diese Saison noch keinen Einsatz. Wie halten Sie diese Spieler bei Laune?

Kirr ist dritter Torwart und kommt in der U19 zum Einsatz. Leutenecker saß ein paar mal auf der Bank. Die Stimmung im Team ist sehr gut. Wir haben viele Testspiele, wo sich jeder zeigen kann. Spieler mit wenig Spielzeit bekommen dort ihre Einsätze und können sich beweisen.

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