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Neulinge unter sich: Liridon Vocaj (re.) grätscht im Training gegen Moritz Volz.

Talent auf dem Sprung

Vocaj: "Profi beim Lieblingsclub"

TSV 1860 München II - Seit acht Jahren spielt Liridon Vocaj für den TSV 1860 München in den verschiedenen Nachwuchsteams. Jetzt hat der Mittelfeldspieler aus Kochel seinen ersten Profivertrag unterschrieben.

Trainingsplatz Giesing, Grünwalder Straße 114: An einem herrlichen Sommertag plagen sich die Profis der Münchner Löwen bei ihren schweißtreibenden Einheiten. Zwei Tore stehen nicht weit voneinander entfernt. Sinn der Übung ist es, sich auf engem Raum zu behaupten und durchzusetzen. Die erzielten Tore sind dabei nicht so wichtig, bieten aber Spielraum für kleine Frotzeleien. Lirodon Vocaj ärgert sich nach jedem Gegentreffer, er drischt den Ball genervt noch einmal in die Maschen und schickt einen Fluch hinterher. Unübersehbar ist der Ehrgeiz des gebürtigen Kosovaren. Als junger Spieler möchte er bei Trainer Rainer Maurer besondere Aufmerksamkeit erregen.

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Haudegen wie der Fischbachauer Benjamin Lauth oder Tormann Gabor Kiraly gehen lockerer damit um. Während der beiden kommenden Spielzeiten muss sich Vocaj bei Münchens großer Liebe, wie die Fans ihren Herzensklub nennen, beweisen. So lange wurde die Zusammenarbeit vertraglich fixiert. Der Verein hat zusätzlich eine einseitige Option für eine weitere Saison eingearbeitet. Bereits zum Ende der U 19-Saison durfte Vocaj bei den Senioren mittrainieren. Dann unterbreitete ihm die Vereinsführung ein Angebot. „Das war von meiner Seite in Ordnung“, begründet der 18-Jährige seine umgehende Zusage. Gemeinsame Ziele erzeugen eben Nähe. So verhält es sich mit den Münchner Löwen und ihrem Jungprofi aus dem südwestlichen Tölzer Landkreis. Die Sechziger wollen aus dem grauen Zweitliga-Dasein hinauf in die Glamourwelt der deutschen Fußball-Elite. Liridon Vocal hat ebenfalls Großes vor. Der 18-Jährige steht am Beginn seiner Karriere, an der er bei seinem Wunschverein feilen kann. „Profi bei 1860 war immer mein Ziel“, verkündet er. Ein erstes Gespräch mit Cheftrainer Rainer Maurer steigerte beim quirligen Rechtsfuß den Ansporn.

„Er hat gesagt, er sei recht zufrieden mit mir. Ich solle einfach so weitermachen.“ Von den älteren Spielern sei er ohnenhin „gut aufgenommen“ worden. Vocaj, der bei den Profis das Trikot mit der Nummer 17 überstreifen wird, kennt das Umfeld bei den Löwen seit Jahren, er fühlt sich gut aufgehoben bei den Blauen. Seit zwei Jahren teilt er mit Teamkamerad Ivan Knezevic eine Wohnung im Stadteil Laim. „Wir unternehmen viel zusammen“, sagt der in Pejé geborene Spieler. Freundin Eva kommt auch nicht zu kurz. Die in Bernried tätige Verwaltungsangestellte besucht ihren „Liri“ häufig. Vocaj kam im Alter von fünf Jahren nach Deutschland. Seine Familie lebt nach wie vor in Kochel. Inzwischen hat der 18-Jährige die deutsche Staatsbürgerschaft parallel zu der seines Herkunftslandes angenommen.

Die ersten fußballerischen Gehversuche unternahm der Jungprofi beim FC Kochelsee Schlehdorf. Das war naheliegend. Doch schon früh ereilte ihn der Lockruf aus München. Wenn es die Zeit zulässt, schaut er seinen einstigen Mitspielern wie Matthias Leiß, Dominik Simmeth oder Simon Lantenhammer bei ihren Kreisklassen-Auftritten zu. Der aktuelle Unterschied beträgt stolze sieben Spielklassen. Wobei sich Vocaj sicher ist, dass er regelmäßig im U 21-Team der Löwen aushelfen und sich dort Spielpraxis holen wird. Er gehe keinesfalls davon aus, gleich auf Anhieb Stammspieler in der 2. Bundesliga zu werden. „Aber ich werde alles dafür tun, damit ich meine Chance bekomme.“

Quelle: fussball-vorort.de

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