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Bestens gelaunt: SVP-Spielertrainer Alexander Benede.

3:0 – SV Pullach fertigt FC Deisenhofen ab

  • Umberto Savignano
    vonUmberto Savignano
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Eine Überraschung gelang dem SV Pullach im Totopokal-Derby der Bayernligisten gegen den FC Deisenhofen: Der Tabellenvorletzte besiegte den Zweiten klar mit 3:0 (1:0).

Pullach/Deisenhofen – Zwar hatten die Gäste freiwillig auf einige Stammkräfte in ihrer Startelf verzichtet, doch die Raben traten gezwungenermaßen ersatzgeschwächt an. So stand SVP-Spielertrainer Alexander Benede wegen Verletzungen (Diep, Zander, Ritter) und einer Sperre (Doll) kein einziger etatmäßiger Angreifer zur Verfügung. Also sprang Martin Bauer in die Bresche. Der gelernte Mittelfeldspieler agierte als Angriffsspitze, unterstützt von den Außenstürmern Mert Yildiz und Nureddin El-Sayed. „Er hat seine Sache vorn im Zentrum über 90 Minuten sehr gut gemacht“, lobte Pullachs Manager Rober Bäumel den 30-Jährigen, der in der zwölften Minute das 1:0 gekonnt vorbereitete: Nach seinem Pass in die Schnittstelle der FCD-Abwehr schob Michael Hutterer den Ball eiskalt und flach an FCD-Keeper Sandro Volz, dem Ex-Pullacher, vorbei.

Der erste Durchgang gehörte weiter den Hausherren, die nicht nur viel Ballbesitz, sondern auch die besseren Chancen hatten: El-Sayed zielte nach Yildiz-Zuspiel haarscharf vorbei (25.), Bauer köpfte eine Flanke von Alexander Jobst knapp drüber (37.). Und als El-Sayed im Strafraum von einem Abwehrbein getroffen wurde, forderten die Pullacher Elfmeter (43.), doch die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm. „Das 1:0 zur Pause war in Ordnung“, fand Bäumel, der aber einräumen musste, dass sich das Geschehen nach der Pause wandelte: „So ab der 60. Minute haben wir die Kontrolle über das Spiel verloren, Deisenhofen hatte immer mehr Ballbesitz.“ Was vielleicht auch daran lag, dass Hannes Sigurdsson mit Torjäger Michael Bachhuber, Mittelfeld-Stratege Leon Müller-Wiesen und dem quirligen Tobias Rembeck in der 63. Minute ein Leistungsträger-Trio brachte.

Der FCD-Coach wollte aber nicht die Rotation für Verlauf und Ergebnis der Partie verantwortlich machen: „Es lag nicht an den jungen Spielern, sie haben gut trainiert und verdient zu spielen.“ Und hochkarätige Möglichkeiten der nun optisch überlegenen Blauhemden blieben auch mit den Stammkräften zunächst aus. Stattdessen zeigte Bauer seine Angriffsqualitäten: Nach einer Flanke behauptete er erst geschickt den Ball, um sich dann um den Gegner herumzudrehen und flach zum 2:0 einzuschießen (83.). „Eine sehr schöne Aktion“, lobte Bäumel.

Auf der anderen Seite verhinderte SVP-Keeper Marijan Krasnic bei Deisenhofens erster Großchance, dass es noch einmal spannend wurde (85.). Für den Endstand sorgte SVP-Kapitän Hutterer, der nach einem Konter ein Anspiel von Özgür Sütlü aus spitzem Winkel über die Linie drückte (89.).

„Wir haben uns auf das Spiel gefreut, weil Deisenhofen eine überragende Saison spielt und wir zeigen wollten, dass wir mithalten können“, verriet Bäumel. Das gelang vortrefflich, wie auch Sigurdsson klipp und klar einräumte: „Pullach war die bessere Mannschaft und hat verdient gewonnen. Vor allem wegen der Einstellung. Sie wollten diesen Sieg mehr. Man kann schlecht spielen und Fehler machen, aber bei der Einstellung gibt es keinen Rabatt.“ Der Pullacher Freude tat die Kritik des Isländers am Siegeswillen seines FCD keinen Abbruch: „Wir haben gezeigt, dass wir jeden Gegner schlagen können. Dieses enorm wichtige Erfolgserlebnis tut der Mannschaft gut. Außerdem haben wir ohne echte Stürmer drei Tore gemacht“, strahlte Bäumel, für den der Einzug in die erste Hauptrunde des Totopokal eher ein angenehmer Nebeneffekt war: „Priorität Nummer eins hat das gewonnene Selbstvertrauen.“

SV Pullach – FC Deisenhofen 3:0 (1:0)

SV Pullach: Krasnic - Jobst, Benede, Rauscheder, Saibou (73. Marseiler), Bauer, Gaigl, Yildiz, Sütlü, Hutterer, El Sayed (73. Brändle)
FC Deisenhofen: Volz - Schneiker (69. Muggesser), Poschenrieder, Nickl, Vodermeier, Finster, Martin Mayer (69. Markus Mayer), Yimez (63. Rembeck), Lucksch (63. Bachhuber), Markmüller (63. Müller-Wiesen), Gkasimpagiazov
Tore: 1:0 Hutterer (14.), 2:0 Bauer (83.), 3:0 Hutterer (89.)

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