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SpVgg-Boss Manni Schwabl bleibt in der Corona-Krise zurückhaltend und fährt weiter auf Sicht.

Fußball - 3. Liga

Geisterspiele oder Abbruch?

  • VonChristian Amberg
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Es steht weiterhin in den Sternen, ob und wann die Dritte Liga ihren Spielbetrieb wieder aufnimmt. Seit der außerordentlichen Managertagung am Gründonnerstag mit dem DFB und allen 20 Vertretern der Klubs ist nun klar, dass es keine Einigkeit darüber gibt, welche Lösung die beste wäre. Ein Abbruch wurde vorerst aber nicht beschlossen.

Unterhaching – Es steht weiterhin in den Sternen, ob und wann die Dritte Liga ihren Spielbetrieb wieder aufnimmt. Seit der außerordentlichen Managertagung am Gründonnerstag mit dem DFB und allen 20 Vertretern der Klubs ist nun klar, dass es keine Einigkeit darüber gibt, welche Lösung die beste wäre. Ein Abbruch wurde vorerst aber nicht beschlossen.

Eine Fortsetzung der Saison mit Geisterspielen ohne Zuschauer ist auch für die Dritte Liga eine Option, stellte der DFB klar. Elf Spieltage stehen noch aus. Scheinbar gibt es hierfür intern inzwischen einen Terminvorschlag: Erste und Zweite Liga sollen am 9. Mai, die Dritte Liga am 16. Mai weitermachen – natürlich nur, sofern dies mit Blick auf die Entwicklung der Corona-Krise und die damit verbundenen behördlichen Vorgaben vertretbar ist.

Problem: Die Kosten für Stadionmiete oder Ordner wären wieder da, die Kurzarbeit in einigen Klubs müsste beendet werden, die so wichtigen Zuschauereinnahmen gäbe es aber nicht. Dafür fließen Sponsorenzahlungen und die untergeordneten TV-Gelder weiter.

Gegen dieses Modell gibt es Widerstand. „Für uns wären Geisterspiele ein weiterer Genickbruch. Sollte dieser Fall eintreten, ist der Gang zum Insolvenzgericht unumgänglich“, sagte Zwickaus Vorstandssprecher Tobias Leege. Auch Halle fürchtet, dass Geisterspiele die „finanzielle Situation des Vereins drastisch verschlechtern und zusätzliche Wettbewerbsverzerrung mit sich bringen“. Jenas Geschäftsführer Chris Förster stellte klar: „Für uns und viele andere Drittligisten stellen Geisterspiele eigentlich keine Option dar.“

Alternative wäre ein Abbruch der Saison, womit den Klubs Zuschauereinnahmen, aber auch ein Viertel der Einkünfte aus der Zentralvermarktung fehlen würden. Das Portal „liga3-online.de“ hat ausgerechnet, dass sich die Verluste dann im Schnitt auf 1,5 Millionen Euro pro Verein summieren könnten. Wesentlich mehr als die errechneten 600 000 Euro Verlust pro Verein bei der Geisterspiel-Variante. Hansa Rostocks Vorstandsvorsitzender Robert Marien präferiert deshalb die Beendigung der Saison ohne Zuschauer als „scheinbar noch die beste der schlechtesten Optionen“. 1860-Geschäftsführer Günther Gorenzel unterstrich: „Jedes Drittliga-Spiel, das im Fernsehen übertragen wird, garantiert Sponsoring-Einnahmen. Bei einer Komplettabsage gehen uns auch diese verloren.“ Im Falle eines Abbruchs droht auch Streit, wie die Saison gewertet wird. Mannheim etwa will die aktuelle Tabelle heranziehen – kein Wunder, der Aufsteiger liegt gerade auf Platz zwei. Einige Vertreter wie Duisburg oder Ingolstadt würden die Vorrunden-Tabelle werten, andere wie Halle oder Magdeburg die Saison komplett annullieren und keine Auf- und Absteiger küren.

Die SpVgg Unterhaching lag vor der Corona-Pause auf Platz drei, Präsident Manfred Schwabl hält sich mit Äußerungen über den weiteren Verlauf der Saison dennoch weiter zurück: „Ich positioniere mich derzeit gar nicht, weil es gar keine Faktenlage gibt. Die gesundheitliche Thematik steht immer noch ganz oben. Wenn es von Politikseite etwas Neues gibt, werde ich mich äußern.“ Grundsätzlich gehöre es aber „zum sportlichen Ehrgeiz, die Saison sportlich zu Ende zu führen“ – wenn es denn eben geht. Bestätigt sieht sich Hachings Klub-Boss durch die Krise nun in seiner stets laut geäußerten Kritik am System Dritte Liga: „Die jetzigen Probleme spielen da voll rein: Die Personalkosten sind zu hoch und es wird zu wenig auf den Nachwuchs gebaut.“

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