Die 3.Liga ist gespalten im Umgang mit den Folgen der Coron-Krise.
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Die 3.Liga ist gespalten im Umgang mit den Folgen der Coron-Krise.

Die 3.Liga ist gespalten im Umgang mit den Folgen der Coron-Krise.

Schwabl: „Mit einer Zweiteilung würden wir in die nächste Katastrophe schlittern“

Abbrechen, weiterspielen oder aufstocken? Während das Coronavirus viele Vereine existenziell bedroht, haben sich die Klubs über die Lösung des Problems zerstritten.

UntzerhachingAbbrechen oder Geisterspiele? Die 3. Fußball-Liga ist gespalten und sucht den richtigen Umgang mit den Folgen der Coron-Krise.

Abbrechen, weiterspielen oder aufstocken? Der Kampf um das Überleben der Fußball-Drittligisten wird zur Glaubensfrage. Während das Coronavirus viele Vereine existenziell bedroht, haben sich die Klubs über die Lösung des Problems zerstritten. Eine Fraktion will mit Geisterspielen Einnahmen erzielen, die anderen befürchten höhere Kosten und fordern den Saisonabbruch. Und dann wäre da noch die Idee der Liga-Reform.

 Die bayerischen Vereine der 3. Liga plädieren für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs 

Vor allem die bayerischen Vereine der 3. Liga plädieren dieser Tage stark für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs ohne Zuschauer, wenn es die Gesamtsituation zulässt. „Es ist klar, dass alle Vereine am liebsten mit Zuschauern spielen würden. Die zweitbeste Lösung wären die so genannten Geisterspiele“, sagte Michael Henke, Sportchef des FC Ingolstadt, dem SID.

„Es gebietet der Sportsgeist, dass man Wettbewerbe grundsätzlich zu Ende bringt“

Er warnt eindringlich vor einem Abbruch: „Dann wäre die Liga aus meiner Sicht kaputt. Es gibt deshalb eine klare Mehrheit in der Liga, die Saison sportlich zu Ende zu führen.“ Zu der gehört auch Manfred Schwabl, Präsidentder SpVgg Unterhaching. „Es gebietet der Sportsgeist, dass man sportliche Wettbewerbe grundsätzlich zu Ende bringt“, sagte Schwabl auf den Internet-Portalen SPOX und Goal. Zwölf der 20 Klubs sind dem Vernehmen nach für Geisterspiele. Tatsächlich wären die Einbußen der Vereine bei einer vorzeitigen Beendigung der Saison offenbar erheblich.

Im Schnitt 1,5 Millionen Euro Verlust gelten pro Verein als realistisch. Rund 600 000 Euro pro Klub wären es wohl bei Geisterspielen. Vor jenem Szenario warnten am Freitag acht Drittligisten deutlich in einem gemeinsamen Positionspapier, in dem sie sich zudem für einen Abbruch aussprachen. „Die Beendigung der Saison mit Geisterspielen würde viele Vereine in finanzielle Schieflage und einige direkt in die Insolvenz führen“, hieß es dort.

Acht Vereine der 3. Liga sehen Abbruch , als „den sinnvollsten Weg“

Namentlich der Hallesche FC, Waldhof Mannheim, der 1. FC Magdeburg, Preußen Münster, der Chemnitzer FC, die SG Sonnenhof Großaspach, der FSV Zwickau und Carl Zeiss Jena sehen einen Abbruch als „den sinnvollsten Weg für die Gesellschaft, zum Schutz unserer Mitarbeiter und zum Erhalt der Vereine und der 3. Liga an.“ Als Lösung der Situation schlägt der Zusammenschluss einen Abbruch bei Wertung des derzeitigen Tabellenstandes für den Aufstieg in die 2. Liga vor.

Der MSV Duisburg und Waldhof Mannheim belegen aktuell die ersten beiden Ränge, Dritter ist Unterhaching. Zudem empfehlen die acht Klubs, von denen sechs auf den sechs letzten Plätzen in der Tabelle liegen, die Aussetzung des Abstiegs aus der 3. Liga sowie die Aufstockung der Spielklasse für die kommende Saison um „die derzeitigen Tabellenersten der Regionalligen.“

Regionalligist mit Vorschlag zur Umstrukturierung der Spielklasse

Über einen überraschenden Vorschlag für einen Weg aus der Krise berichtete derweil am Freitag das Fachmagazin kicker. Demnach reichte ein Klub einen Vorschlag zur Umstrukturierung der Spielklasse beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) ein. Beim vorpreschenden Verein handele es sich allerdings um einen Regionalligisten, wie der DFB auf SID-Anfrage mitteilte. Die Drittligisten seien weiter für das eingleisige Modell.

Laut dem Vorschlag des Viertligisten würde die dritte Ebene des deutschen Fußballs ab der Saison 2020/2021 in eine 3. Liga Nord und eine 3. Liga Süd mit je 20 Teams unterteilt. Durch mehr Mannschaften, Spiele und attraktivere Lokalderbys erhielten die Klubs – so der Plan – mehr Einnahmen aus TV-Verträgen, um die wirtschaftlichen Folgen der Virus-Pandemie auszugleichen.

 Schwabl: „Mit einer Zweiteilung würden wir in die nächste Katastrophe schlittern“

Haching-Boss Schwabl hält auch davon wenig: „Wenn das Geld schon für 20 Vereine nicht ausreicht, wird es für 40 auch nicht langen. Dazu brauche ich doch keinen Taschenrechner. Mit einer Zweiteilung würden wir in die nächste Katastrophe schlittern“, sagte Schwabl bei SPOX und Goal: „Diese Meinung haben ausnahmsweise mal alle Drittligisten.“ Die 3. Liga steht vor spannenden Tagen.  

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