„Nach der 1:0-Führung haben wir das Spiel zu sehr verwaltet“

- Unterhaching - Die SpVgg Unterhaching tritt auch im neuen Jahr auf der Stelle. Das 1:1-Unentschieden gegen Erzgebirge Aue konnte am Freitag allenfalls als Teilerfolg abgehakt werden. Der erhoffte Heimsieg zum Rückrunden-Start blieb aus, weil die größte Schwäche der Vorrunde noch immer nicht behoben ist: die mangelhafte Chancenverwertung.

"Wir können mit dem Punkt nicht zufrieden sein", gab ein enttäuschter Kapitän Stefan Buck zu, "wir hatten einige gute Chancen, haben aber wieder zu wenig daraus gemacht." Kurioserweise konnten sich die Hachinger über ein Tor freuen, obwohl sie selbst keins geschossen hatten. Dass Aue mit einem Eigentor selbst für die Führung der Gastgeber gesorgt hatte, passte bestens ins Bild.

Auch Trainer Harry Deutinger musste wieder die alten Weisheiten bemühen: "Dieses Spiel war für uns kein Rückschlag, obwohl wir uns drei Punkte fest vorgenommen hatten. Wie wir aufgetreten sind, war okay. Aber natürlich haben wir zu wenig aus unseren Chancen gemacht. Nach dem 1:0 haben wir das Ergebnis zu sehr verwaltet, ein 2:0 hätte das Spiel vielleicht entschieden."

Neue linke Seite könnte "Geheimwaffe" werden

Tormöglichkeiten waren genügend vorhanden, um den über weite Strecken schwachen Gästen den K.o-Schlag zu versetzen. Vor allem nach der Pause, als sich die Mannschaft trotz des Schocks aus der 42. Minute, als Aue wie aus heiterem Himmel der Ausgleich gelang, in die Partie zurückgekämpft hatte. Das Spiel nach vorne war ansehnlich und ungewohnt flott, Neuzugang Raphael Schaschko erwies sich allein schon durch seine gefährlichen Eckbälle als Bereicherung. Doch vor dem Kasten standen sich die Kicker der SpVgg dann selbst im Weg oder zielten einfach zu schlecht. Auch Neuzugang Thomas Rathgeber, der selbst eine Riesenchance vergab. "Enttäuschend, dass wir nur einen Punkt geholt haben", sagte er anschließend und holte dann jene Floskel hervor, die seine Kollegen vor der Winterpause schon so häufig benutzt hatten: "Wir dürfen uns aber nicht verrückt machen lassen und müssen weiter arbeiten. Erzwingen kann man‘s nicht, irgendwann wird der Knoten schon platzen."

Trotz des Remis, das im Kampf gegen den Abstieg natürlich zu wenig war, fielen aber auch positive Dinge auf: Das Spiel nach vorne wirkte stark verbessert, die Neulinge Schaschko und Rathgeber sprühten trotz normaler Anpassungsschwierigkeiten zeitweise vor Spielfreude. Und die neue linke Seite mit Schaschko in der Abwehr und Carsten Sträßer davor könnte eine echte Geheimwaffe werden. Ein Punkt zum Auftakt also, der wenig Freude bereitete, aber auch Hoffnung macht. Rathgeber hörte sich deswegen mit Blick aufs nächste Spiel in Duisburg schon mutig an: "In der Zweiten Liga können wir auch bei den Großen was holen." K Christian Amberg

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