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Mittendrin im Getümmel: Daniel Rajic (2.v.l; weiß) kehrt zum FC Unterföhring II zurück.

A-Klassisten stehen in den Startlöchern

FC Hochbrück: „Wir schielen nach oben, müssen aber auf Fehler der anderen warten“

  • Patrik Stäbler
    vonPatrik Stäbler
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Die A-Klasse steht kurz vor dem Re-Start und die Teams aus dem Münchner Norden sind bereits heiß. Wir haben Transfers, Stimmen und Ziele der Mannschaften für euch.

München/Landkreis – In einem Monat soll es auch in den A-Klassen im Fußball-Kreis München wieder losgehen mit dem Spielbetrieb – sofern es die Corona-Lage erlaubt. Wir haben uns bei den Klubs aus der Region umgehört, wie sie sich auf die Rückrunde der bis 2021 verlängerten Saison sowie auf den geplanten Ligapokal vorbereiten, und was sich bei ihnen in der Zwangspause getan hat.

SV Lohhof III: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir den Klassenerhalt packen“

Während der SV Lohhof in der Kreisliga um die Meisterschaft ringt, kämpft die Dritte Mannschaft des Klubs zwei Klassen tiefer gegen den Abstieg. Immerhin: Dank eines Siegs im letzten Vorrundenspiel steht der SVL in der Tabelle über dem Strich. Doch nicht nur deshalb gibt sich Trainer Florian Tauser, der die Elf zusammen mit Florian Strobl betreut, betont optimistisch, was die Saisonfortsetzung im September angeht. „Die Mannschaft hat einen starken Charakter und ist ehrgeizig“, lobt der Coach. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir den Klassenerhalt packen.“ Zumal sich die Personallage in der Corona-Pause verbessert hat. Zwar gehört Ozan Gürbüz nicht mehr zum Kader. Jedoch kann der SVL in Fabian Teichmann und Thomas Moosmüller zwei Rückkehrer sowie in Christian Mehl einen Neuzugang vermelden. „Tendenziell“, glaubt der Coach, „sind wir eher stärker geworden“. Ein erstes Testspiel hat der SVL schon bestritten: Gegen die Reserve des SC Inhauser Moos gab es einen 1:0-Sieg.

FC Unterföhring II, SV Ditib Unterschleißheim und FT Gern II kämpfen um den Aufstieg in der A-Klasse 2

An der Spitze der A-Klasse 2 thronen zwei Landkreis-Teams, die beide nach oben wollen: der FC Unterföhring II und der SV Ditib Unterschleißheim. Knapp hinter dem Duo rangiert in der FT Gern II aber noch ein weiterer Aufstiegsaspirant, was einen heißen Kampf um die beiden Tickets für die Kreisklasse verheißt. Die beste Ausgangslage hat der Spitzenreiter Unterföhring, der nicht nur seit einem Monat wieder im Training ist, sondern auch personell aufgerüstet hat: In Thomas Schmid vom SC Inhauser Moos und Daniel Rajic vom FC Aschheim habe man zwei Spieler geholt, die beide schon höherklassig aktiv waren, sagt FCU-Trainer Zivan Zivanovic, der seit Kurzem auch Abteilungsleiter des Klubs ist. Der 22-Jährige gibt sich selbstbewusst, was das Aufstiegsrennen angeht: „Vor der Saison war unser Ziel ein Platz unter den besten Drei. Aber jetzt wollen wir ganz klar nach oben.“

Nach oben will auch der SV Ditib Unterschleißheim, der im Falle eines Abbruchs mitsamt Wertung der Saison in die Kreisklasse aufgestiegen wäre. Doch nicht nur deshalb lehntBahadir Koyuncu vom SV Ditib die beschlossene Fortsetzung der laufenden Spielzeit ab. „In der Jugend hat man die Saison ja auch abgebrochen“, sagt er. „Wieso macht man da jetzt so ein Durcheinander?“ Koyuncu zufolge treffen sich seine Spieler aktuell zwar an den Wochenenden zum Kicken, ein offizielles Training gebe es aber noch nicht. Den Startschuss dafür werde man voraussichtlich am kommenden Dienstag geben, sagt Neu-Trainer Frank Zoberbier. „Dann haben wir vier Wochen Zeit. Das sollte für die Jungs genügen.“

FC Hochbrück - Ligapokal ist eine spannende Sache

Anders beim FC Hochbrück, dessen Kicker bereits seit mehreren Wochen wieder trainieren. „Wir haben relativ früh angefangen, nachdem wir ein Hygienekonzept entwickelt hatten“, sagt Co-Trainer Stefan Richter. Das habe sicher auch dabei geholfen, alle Spieler im Verein zu halten, glaubt der Coach. Sein FCH, der weiter von Christian Kraus als Cheftrainer betreut wird, liegt aktuell zwar auf Tabellenrang vier, der Rückstand auf die Aufstiegsplätze beträgt aber schon acht Punkte. 

„Wir schielen noch nach oben, müssen aber auf die Fehler der anderen warten“, sagt Richter. Hoffnungen setzt der Co-Trainer auch in den geplanten Ligapokal – „eine spannende Sache“, wie er sagt. Überhaupt zeigt sich der FCH-Coach zufrieden mit dem Vorgehen des Verbands in der Coronakrise: „Ich finde, da wurde ein guter Kompromiss entwickelt.“

Schon wieder im Training ist auch der FC Phönix Schleißheim II, dessen Spieler sich derzeit zweimal die Woche auf die Saisonfortsetzung im September vorbereiten. Die Mannschaft von Trainer Waldemar Winter ist 2018 aufgestiegen, im ersten Jahr drin geblieben und aktuell auf einem guten Weg, dies abermals zu schaffen. Personell habe sich in der Corona-Zwangspause nichts getan, berichtet der Technische Leiter des Klubs, Karl-Heinz Lainer. Ihm zufolge lebt die Zweite Mannschaft vor allem von ihrer Geschlossenheit: „Das ist ein eingeschworener Haufen, der auch abseits des Fußballplatzes viel miteinander unternimmt.“

SC Grüne Heide II und der TSV Feldkirchen kämpfen gegen den Abstieg

Bereits vor fast zwei Monaten ist der TSV Haar ins Training zurückgekehrt – anfangs noch mit Abstand und ohne Körperkontakt, inzwischen schon fast wieder wie früher. „Nur duschen nach dem Training wäre mal wieder schön“, sagt CoachDominik Mooser. Seine Elf hat in der Zwangspause mehrere Abgänge verzeichnen müssen, darunter Leistungsträger Dieter Lorenz sowie Patrick Burg. 

Demgegenüber stehen jedoch in Emin Rizovic (Biberg), Onur Ünsal (Neubiberg) und Tolgahan Demirci (Höhenkirchen) auch drei Neuzugänge. Sie könnten an diesem Sonntag ihr Debüt im TSV-Dress geben, wenn die Haarer zu einem ersten Testspiel gegen Haidhausen antreten. Mit 19 Punkten aus zwölf Spielen rangiert das Team aktuell im Niemandsland der Tabelle. „Wenn man ehrlich ist“, sagt Mooser mit Blick auf die Saisonfortsetzung, „dann wird für uns nach oben und auch unten nicht mehr viel gehen“.

Ganz anders ist die Lage bei den anderen zwei Landkreis-Klubs, dem SC Grüne Heide II und dem TSV Feldkirchen, die derzeit in der Tabelle die Abstiegsplätze innehaben. Noch etwas besser ist die Lage bei den Kickern aus dem Ortsteil Fischerhäuser, die bloß vier Punkte vom rettenden Ufer trennen. „Was mir Hoffnung macht, ist das Potenzial des Kaders“, sagt Teammanager Bert Krasselt. „Wenn wir das abrufen könnten, dann würden wir eigentlich ins Mittelfeld gehören.“ Seit vier Wochen sind die Heidler wieder im Training, am Dienstag habe Coach Hans Kleemann den Startschuss für die offizielle Vorbereitung gegeben, berichtet Krasselt. Nicht mehr zum Kader gehört Jürgen Rausch, der zum FC Mintraching gewechselt ist.

Schlusslicht Feldkirchen hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben

Mehrere Abgänge hat auch der Tabellenletzte ausFeldkirchen in der Pause verkraften müssen. Dafür seien im Gegenzug vier, fünf Nachwuchsspieler aus der eigenen A-Jugend in den Kader nachgerückt, berichtetDamian Piwecki, der das Team zusammen mit Adi Maurer betreut. Mit nur drei Punkten aus zwölf Spielen rangiert der TSV bereits sieben Zähler hinter den Nichtabstiegsplätzen. Und doch habe man die Hoffnung auf den Klassenerhalt noch nicht aufgegeben, betont Piwecki.

 „In der Hinrunde hatten wir viele Verletzte“ – unter anderem den Coach selbst, der sich die Achillessehne riss. Inzwischen seien die Blessuren aber größtenteils auskuriert. „Jetzt wollen wir noch mal angreifen und alles versuchen, um die Klasse zu halten“, kündigt Piwecki an.

(PATRIK STÄBLER)

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