Das ist die Top-11 des Pullach-Spielertrainers

Alexander Benede nominiert Weltmeister und Amateur-Rooney

  • Marius Epp
    vonMarius Epp
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Alexander Benede, Spielertrainer beim SV Pullach, stellt in seiner Top-11 einen Weltmeister, einen Gladbach-Profi und eine oberbayerische Torwart-Legende auf.

Torwart

Michael Hofmann, u.a. TSV 1860 München und SV Pullach

Die Tatsache, dass er auf eine großartige Karriere als Bundesliga Profi zurückblicken kann, spricht dafür, dass er für mich der beste Torwart ist, mit dem ich je zusammenspielen durfte. Er hat die erfolgreichste Zeit der Löwen mitgeprägt und ich durfte als Einlaufkind sogar hautnah einen dieser Abende erleben. Kaum einer steht so sehr für Professionalität und Leistungsbereitschaft wie der Michi. Nebenbei bemerkt ist er ein unglaublich amüsanter Zeitgenosse und der typische Torwart. Von seinen Fähigkeiten als Kommentator fange ich erst garnicht an zu erzählen. Rubenbauer lässt grüßen. Unvergessen für mich bleibt seine Parade in Hankofen nach einem Kopfball von Ben Kouame. Wahnsinn.

Die Top-Elf von Alexander Benede.

Abwehr

Andreas Brysch, TSV Altomünster

Da werde ich direkt sentimental. Ich erinnere mich so gerne an unsere gemeinsame Zeit in Aichach zurück. Wie viel Zeit wir beide und der Rest der Münchner Fraktion im Auto gemeinsam verbracht haben ist unglaublich. Bryschi ist einer der besten Menschen, die ich jemals kennenlernen durfte. Noch dazu ein Abwehrstratege erster Güte mit ganz, ganz feiner Technik und Spielwitz. Er hat übrigens die Abseitsfalle erfunden. Ein Alleskönner. Auf und vor allem neben dem Platz. Ich empfehle euch dringend, ihn zu interviewen. So viel habt ihr noch nie in kurzer Zeit gelacht. Versprochen!

Fabian Johnson, Borussia Mönchengladbach

Der nächste Löwe. Grundsätzlich ist es so, dass mich - rückwirkend betrachtet - ganz wenige Spieler, mit denen ich Leistungssport betrieben habe, fußballerisch vom Hocker gehauen haben. Fabi, war aber so einer. Wir haben zusammen bei den Löwen in der Jugend gespielt, bevor ich von der Grünwalder an die Säbener Straße gewechselt bin. Technisch herausragend, beidbeinig, schnell im Antritt und auf Strecke, torgefährlich, zweikampfstark und extrem gelassen. Für mich einer der besten, die ich je gesehen habe.

Franz Hübl, TSV 1865 Dachau

Franz ist für mich das beste Beispiel für das, was in deutschen NLZs seit mittlerweile fast schon Jahrzehnten schief läuft. Wesentlich zu früh aufgrund fehlender körperlicher bzw. athletischer Attribute aussortiert worden. Er war der beste Abwehrspieler in Aindling, in Ismaning und er ist es auch in Dachau. Egal ob als Außen- oder Innenverteiger. Ganz wenige verstehen dieses Spiel so gut wie er es tut. Deswegen hat er auch beruflich in diesem Bereich Fuß fassen können. Ich hoffe für ihn, dass er die Karriereleiter steil hinaufklettert, um den Fußball attraktiver und schöner zu machen. Gerumpelt wird genug.

Mittelfeld

Aleksandro Petrović, TSV Buchbach

Sandro ist das non plus ultra des bayerischen Amateurfußballs. Aber meine Liebe zu ihm und seiner Art dieses Spiel zu spielen existierte schon, da waren wir beide noch Kinder. Wir passen auf dem Platz perfekt zusammen und ich hätte so viel dafür gegeben wesentlich länger mit ihm in einer Mannschaft zu spielen. Auch wenn er seine fußballerische Seele in meinen Augen ein wenig verkauft hat, so kann ich ihm keinen Vorwurf machen, weil er in Buchbach seine große Liebe in rot und weiß gefunden hat. Ein Lebemann. Ein Leader. Ein Wahnsinnskicker. Jeder junge Spieler sollte genau hinsehen, wie man über Jahre hinweg den Unterschied machen kann und damit eine Mannschaft und sogar einen ganzen Verein trägt.

Toni Kroos, Real Madrid

Der beste, mit dem ich jemals zusammengespielt habe. Punkt.

Michael Hutterer, SV Pullach

Es gibt im Amateurbereich keinen einzigen Spieler, der einen derart großen Einfluss auf den Erfolg einer Mannschaft nimmt wie Mike. Frisst Menschen und Kilometer. Noch dazu ein krasser Zocker vor dem Herrn. Hauptgrund, weshalb wir mit Pullach eine Bayernliga Meisterschaft feiern konnten. Nebenbei ist er der loyalste, treueste und ehrlichste Freund, den ich mir wünschen kann. Das merkt man dann einfach auch auf dem Platz. Wir verstehen uns blind. Auch wenn es etwas abgehoben klingen mag, aber er und ich spielen die anderen teilweise schon sauber her. :)

Daniel Leugner, FC Pipinsried

Ich wiederhole: der beste Fußballer nach Toni Kroos, den ich jemals gesehen habe. Es gibt nichts, was er auf dem Platz oder mit dem Ball nicht kann. Eine Augenweide. Beendet meiner Meinung nach Woche für Woche Karrieren anderer Amateurspieler und ist zusätzlich noch hochgradig effizient. In Pullach waren Hutterer, er und ich das Bermuda-Dreieck. So manch anlaufender Stürmer ist da spurlos verschwunden und nie wieder aufgetaucht. Höherklassiger will er nunmal nicht (mehr), aber auch da können wir uns bei dem ein oder anderen bayerischen NLZ dafür bedanken, dass sie uns so einen Kicker verheizt haben. Ich freue mich darauf, dass er mit zunehmendem Alter etwas ruhiger wird. Bis dahin wünsche ich jedem Bernd und jeder Siglinde da draußen starke Nerven.

Sturm

Christian Doll, TSV 1865 Dachau

Eigentlich bräuchte ich nicht viel dazu sagen. Ich tue es trotzdem, weil es am Ende des Tages dazu kommen wird, dass Menschen mich fragen werden, wieso ich mich für diese Elf oder gegen sie entschieden habe. Dolli ist wie Rooney zu seinen besten Zeiten. Schnell, robust, technisch überragend, perfektes rechtes Fußgelenk und so unglaublich intelligent und clever. Der Fuchs trifft eigentlich nur richtige Entscheidungen in seinem Leben. Auf dem Fußballplatz und privat. Ich habe es so sehr genossen ihm beim Kicken zuzusehen. In Aichach habe ich ihn in einer unglaublichen Form erleben dürfen. Dolli ist kaum aus der Reserve zu locken, aber dieses Team hat auch ihn dazu gebracht an den Wochenenden richtig loszulegen. Unter der Woche hat er sich das Ganze eigentlich nur gerne angeschaut. Das ist wirklich mit Abstand das negativste, das ich über ihn sagen kann. Es gibt de facto nichts an diesem Menschen auszusetzen. Ein Pfundskerl, den ich, seit ich in Pullach spiele, jedes Jahr zu uns holen wollte. Irgendwann hat der Theo Liedl nur noch abgewunken, wenn ich ihn schon wieder darauf angesprochen hatte.

Sebastian Kinzel, SV Obergriesbach

Gut, wenn ich jetzt erzählen würde, wie wir beide uns, obwohl wir in einer Mannschaft gespielt haben, beleidigt haben, glaubt mir das kein Mensch. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich sogar mal eine gelbe Karte dafür bekommen, weil ich ihn einen dreckigen Straßenköter genannt habe, nachdem er mir während dem Spiel einen Faustkampf offerierte. Gegen den Typen bin ich ein absoluter Kindergeburtstag. Wenn es aktuell, bis einschließlich Platz 8, in der Bundesliga einen besseren Stürmer als Kinzi gibt (zu seiner besten Zeit), fresse ich einen Besen samt Stiel und Bürste und lasse ihn mir rektal entfernen. Jeder der Ahnung von dieser Sportart hat und ihn in Aichach und Rain spielen hat sehen, bestätigt mir das ohne zu zögern. Ich konnte irgendwann selbst im Training nur noch mit dem Kopf schütteln. Eine Mischung aus Cristiano Ronaldo (nur die Füße) und Jamie Vardy. 25 Meter vor dem Tor war für ihn eigentlich fast schon eine Hundertprozentige. So ein lieber Kerl, der herrlich über sich selbst lachen kann.

Orhan Akkurt, FC Ismaning

Der Abi macht das Rennen um den dritten Platz im Sturm. Wohlgemerkt gegen sehr namhafte Konkurrenz, wie beispielsweise einen Thomas Müller. Es gibt vier Gründe dafür: 1. Der Orhan hat tatsächlich den ausgeprägtesten Torriecher, den man sich nur vorstellen kann. Als ob er in einem Sechzehner von seiner Mutter entbunden wurde.

2. Seine Einstellung und seine Besessenheit Tore schießen zu müssen. Ich erinnere mich an unsere gemeinsame Zeit in Pullach und an seinen anschließenden Wechsel zu Heimstetten. Man sagt ihm ja immer nach, dass er etwas unförmig bzw. langsam gewesen sein soll. Pustekuchen. Er hat selbst im fortgeschrittenen Fußballeralter, trotz unzähligen Torjägerkanonen, weiter an sich gearbeitet und ist sogar noch besser geworden, was ich als Gegenspieler dann feststellen durfte.

3. Orhan, zusammen mit Sandro Volz, hat mir den Einstieg in Pullach so angenehm und leicht wie möglich gemacht. Es war wirklich nicht einfach für mich, mich an derart familiäre Strukturen und Verhältnisse, wie sie in Pullach vorherrschen, zu gewöhnen. Ich hatte von Anfang an Orhans Unterstützung und seinen Respekt. Dadurch konnte ich schneller in den bestehenden Kern der Mannschaft aufgenommen werden. Der Abi ist ein ganz, ganz feiner Kerl.

4. Ich bin beim Durchstöbern dieser Serie auf Orhans „ Legenden Elf“ gestoßen. Dabei habe ich vernommen, dass ich in seinen Augen nicht zu den besten Spielern gehöre, mit denen er jemals zusammengespielt hat. Da ich ihn allerdings in meine Elf nominiere, habe ich nun die Möglichkeit in aller Öffentlichkeit seine sportartspezifische Kompetenz anzuzweifeln und ihn zu fragen: Habe ich in unserer gemeinsamen Zeit Völkerball gespielt, Orhan?

Trainer

Frank Schmöller, TSV 1860 München II

Ich hatte das Glück unter einigen namhaften und guten Trainern zu trainieren oder zu spielen. Ich wäre aber heute nicht der, der ich bin, wenn ich nicht unter Frank Schmöller gearbeitet hätte. Manchmal kann der Spieler oder der Trainer noch so gut sein, wenn es nicht die richtige Zeit dafür ist, wird es nicht funktionieren. So kann ich voller Respekt und Dankbarkeit sagen, dass er mich zu einem sehr erfolgreichen Amateurspieler gemacht hat. Wenn einer es schaffen würde diese Truppe zu dirigieren und zu moderieren, dann er. Er würde uns alle - wenn nötig - wissen lassen, dass keiner größer ist als die Mannschaft und ihre Ziele. Falls doch, wäre jedoch keiner größer als er.

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