Umarmen verboten: Bis die Heimstettner Fußballer sich überhaupt treffen dürfen, dauert es noch einige Tage. 
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Umarmen verboten: Bis die Heimstettner Fußballer sich überhaupt treffen dürfen, dauert es noch einige Tage. 

Vorerst tritt keiner gegen den Ball

SV Dornach setzt auf Schnelltests - VfR Garching fürchtet Zeitproblem

  • Patrik Stäbler
    vonPatrik Stäbler
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  • Nico Bauer
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  • Guido Verstegen
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Die Teams aus dem Münchner Norden bereiten sich langsam auf den Trainingsbeginn. In Garching und Heimstetten trainieren zumindest die Kinder. 

Landkreis – Seit Montag können in Bayern unter bestimmten Voraussetzungen wieder Freizeitsportler und Kinder zusammen Fußball spielen. Maßgeblich ist dabei stets die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Der Merkur hat bei Mannschaften im Landkreis nachgefragt, ob und wie sie die Maßnahmen umsetzen.

Nach der monatelangen Zwangspause sind die Regionalligafußballer des SV Heimstetten am Dienstag erstmals wieder zusammen auf dem Trainingsplatz gestanden. „Die waren natürlich alle happy, dass sie nach so langer Zeit endlich mal wieder gegen den Ball treten konnten“, berichtet Abteilungsleiter Michael Matejka. Wiewohl die Einheit wenig mit einem normalen Training zu tun hatte, schließlich mussten Hygieneregeln eingehalten werden und jeglicher Kontakt war tabu. „Im Prinzip haben sie sich mit ein paar Metern Abstand eine Stunde lang die Bälle zugeschoben“, sagt Matejka. 

SV Heimstetten: Kinder trainieren seit Montag in Gruppen

Wann es eine Neuauflage dieser Lockerungsübungen geben wird, ist freilich noch offen. Denn nachdem die Inzidenz im Landkreis zuletzt über die Marke von 50 geklettert ist, dürfen aktuell nur die unter 14-Jährigen noch auf dem Fußballplatz. Diese Kinder seien beim SVH seit Montag wieder im Training, berichtet der Abteilungsleiter. „Sie trainieren in Gruppen auf unserem Kunstrasen – ohne Kontakt und unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln.“

Beim Regionalligisten VfR Garching tut sich nicht viel auf dem Trainingsgelände und das wird für die Erste Mannschaft noch einige Zeit so bleiben. „Die Kinder können trainieren“, sagt Präsident Uwe Cygan, aber bei der Ersten sieht er das nicht. Man müsse eher mit steigenden Zahlen bei den Inzidenzwerten rechnen und selbst mit weniger als 50 Infizierten auf 100.000 Einwohner erlauben die aktuellen Regelungen kein Mannschaftstraining. 

VfR Garching: Cygan zweifelt an Trainingsauftakt Mitte April

Der Bayerische Fußball-Verband muss die Ligen bis 30. Juni fertigspielen und für das Ziel müsste die Garchinger Regionalligamannschaft Mitte April das volle Teamtraining aufnehmen. „Das kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Cygan, „obwohl ich eigentlich damit gerechnet hatte, „dass die Fußballer nach Ostern wieder beginnen können“. In der Regionalliga kommt dann noch dazu, dass Mannschaften aus anderen Landkreisen mit den aktuellen Coronazahlen noch weiter vom Mannschaftstraining entfernt sind.

„Im Prinzip hat sich nichts verändert“, sagt Emanuel Eisenreich, der Vorsitzende des FC Ismaning. Gedanken an Trainingseinheiten der Bayernligamannschaft stellen sich nicht. Eisenreich, Trainer Mijo Stijepic und der Sportliche Leiter Walter Werner sind sich da einig. Eisenreich sieht lediglich die Chancen auf Kindertraining, aber über den Leistungsbereich ab der B-Jugend brauche man derzeit nicht nachdenken. Auch Eisenreich erwartet keine wundersamen Verringerungen der Infiziertenzahlen. Deshalb bleibt es auf unbestimmte Zeit beim Individualtraining. Angesichts des Tabellenplatzes im gesicherten Mittelfeld kann die Bayernligamannschaft etwas entspannter abwarten als andere Vereine. Es bleibt also dabei, dass sich die Spieler individuell fit halten mit der Hoffnung auf bessere Zeiten.

Kirchheimer SC: Steven Toy plant von Woche zu Wochce

Der FC Unterföhring hat letztes Jahr im Herbst schon die Chancen eingebüßt, in der Landesliga ganz vorne mitzuspielen. Der FCU möchte in der neuen Saison ab Herbst sportlich wieder voll angreifen. Deshalb kann man hier entspannt abwarten, was aus der seit gut eineinhalb Jahren laufenden Spielzeit passiert. Auf dem Vereinsgelände an der Bergstraße kicken nur die Kinder und das wird wohl noch einige Zeit so bleiben.

Beim Kirchheimer SC haben die Jugend- und Männer-Trainer in einem Online-Meeting einen genauen Plan mit den ab 15. März geltenden Trainingszeiten erarbeitet. Die Gemeinde habe die Sportanlagen zwar schon freigegeben, aber im Verein beginne alles am Montag, berichtet Steven Toy, Spielertrainer der Landesliga-Fußballer: „Wenn wir wieder dürfen, starten wir mit unseren Einheiten erst um 20.30 Uhr, um das Ganze zu entzerren.“ 

Da die Inzidenz im Landkreis derzeit über 50 liegt, bleibt Toy weiter beim Individual-Trainingsplan. „Nächste Woche beschäftige ich mich damit, ob und wie wir miteinander trainieren dürfen, unser Corona-Beauftragter Dominik Achilles hat die Lage im Blick.“ Ein Problem sieht Toy in der Tatsache, dass die Inzidenz in anderen Landkreisen wie zum Beispiel Landshut (106,3) höher liegt: „Das ist doch ungerecht, wenn die einen trainieren dürfen und die anderen nicht.“

FC Aschheim: Seethaler glaubt nicht an Fortsetzung der Saison

Thomas Seethaler, Trainer des abstiegsgefährdeten Ost-Bezirksligisten FC Aschheim, versteht den BFV, dass er die Saison unbedingt auf dem grünen Rasen durchziehen wolle. „Doch mein Bauchgefühl sagt mir, dass das nicht hinhaut. Die neuen Corona-Regelungen sind zwar ein kleiner Lichtblick, aber der ist so klein, dass ich ihn nicht sehe.“ 

Der 50-Jährige hat sich daher schon sehr genau mit der im Falle eines Abbruchs geltenden Quotienten-Regelung befasst. „Wir rücken dann auf jeden Fall vor den TSV Dorfen und wären gerettet.“ Seethaler hat als möglichen Trainingsbeginn den 22. März im Blick, Selbsttests vor den Einheiten bei der entsprechenden Inzidenz schließt er aus: „Das kostet einen Haufen Geld, das zahlt der Verein nicht, und wir wollen das den Spielern auch nicht zumuten.“

SV Dornach: Peter Aicher ist Corona-Beauftragter beim Plattner-Team

Beim Nord-Bezirksligisten SV Dornach nimmt man die Mannschaft bei eventuell notwendigen Schnelltests finanziell in die Verantwortung, unterstützt aber auch Spieler, die knapp bei Kasse sind. „Wenn wir wieder Fußball spielen wollen, dann müssen wir alle etwas dafür tun“, findet Trainer Anton Plattner. 

Man habe mit dem Corona-Beauftragten Peter Aicher von der Aicher Ambulanz Union einen kompetenten Mann an der Seite, sodass das BFV-Hygienekonzept – es soll bis spätestens 22. März vorliegen – wieder sicher umgesetzt werden könne. Plattner: „Wir haben auch genügend Plätze, um zum Beispiel in Zehner-Gruppen zu trainieren.“ Er sei weiter „guter Dinge“, dass die Saison abgeschlossen werden könne, und die Spieler organisierten sich derzeit „hoch motiviert“ ihr eigenes Trainingsprogramm: „Ein Spieler hat sich sogar ins Gaststübchen am Sportplatz Gewichte reingelegt.“

(GUIDO VESTEGEN, NICO BAUER UND PATRIK STÄBLER)

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