BLSV-Präsident Jörg Ammon bewertet die finanziellen Schäden in den ersten Monaten des Jahres 2021 äußerst kritisch.
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BLSV-Präsident Jörg Ammon bewertet die finanziellen Schäden in den ersten Monaten des Jahres 2021 äußerst kritisch.

Schaden schon jetzt doppelt so hoch wie in ganz 2020

BLSV: 450 Millionen Euro Schaden im Jahr 2021 sind „existenzbedrohend“

  • vonRedaktion München Süd
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Die finanziellen Verluste stehen in den ersten Monaten bei rund 450 Millionen Euro - und damit mehr als doppelt so hoch wie im kompletten vergangenen Jahr.

LandkreisRund 450 Millionen Euro Schaden aufgrund der Corona-Pandemie – das ist die Bilanz einer vom Bayerischen Landessportverband (BLSV) durchgeführten Online-Umfrage bei Sportvereinen und Sportfachverbänden. Damit belastet die Pandemie den bayerischen Sport, seine Vereine, Sportfachverbände und letztlich auch die Mitglieder finanziell erneut erheblich. Aber nicht nur deswegen muss der Einstieg in die Sportausübung jetzt so schnell als möglich wieder realisiert werden.

450 Millionen Euro Schaden im Jahr 2021

Auch 2021 hatte der BLSV Mitte Januar sein Meldesystem gestartet, um einen erneuten Überblick über die weiteren finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu erhalten. Auf Basis der Meldungen lässt sich für dieses Jahr ein Schaden von rund 450 Millionen Euro für alle 12 000 Vereine und 56 Sportfachverbände hochrechnen. Im vergangenen Jahr betrugen die hochgerechneten finanziellen Einbußen rund 200 Millionen Euro.

„Die finanziellen Schäden, die sich im Vergleich zu 2020 mehr als verdoppelt haben, sind für Vereine und Fachverbände im schlimmsten Fall existenzbedrohend. Der bayerische Sport ist deswegen auch heuer wieder auf die finanzielle Unterstützung durch den Freistaat angewiesen. Dafür setzen wir uns ein und ich bin mir sicher, dass wir bei der Politik Gehör finden“, sagt der Präsident des BLSV, Jörg Ammon. Die Ergebnisse der Umfrage führten 2020 dazu, dass der Freistaat die Vereinspauschale von 20 auf 40 Millionen Euro verdoppelte. Außerdem konnte der BLSV finanzielle Hilfen für die Sportfachverbände erwirken.

Vereine verlieren zwei Prozent ihrer Mitglieder

Mindestens genauso gravierend wie die finanziellen Schäden ist, dass die Sportausübung in den Vereinen über Monate hinweg ausfallen musste. Ende 2020 hat der BLSV wegen Corona rund 100 000 Mitglieder (zwei Prozent) weniger. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen ist der Schwund mit 3,7 bzw. 5 Prozent alarmierend. Es bestehen also nicht nur erhebliche finanzielle Schäden, sondern auch schwere Gefahren für die Gesundheit der Gesellschaft, wenn der Sport noch länger „geschlossen“ bleibt. Der BLSV fordert auch daher einen schnellen Wiedereinstieg in die Sportausübung.

„Wir werden lernen müssen, mit dem Virus mindestens eine Zeitlang zu leben“, sagt Jörg Ammon. „Ein rascher Einstieg mit kontaktlosem Sport draußen ist ein erster Weg, mit Gesundheit und Fitness im Freien dem Virus zu trotzen. Deswegen muss die Sportausübung unter Beachtung der Hygieneregeln jetzt schnellstens wieder möglich sein“, fordert der BLSV-Präsident. „Unsere Sportvereine und Sportfachverbände haben im ersten Lockdown bewiesen, dass sie mit Umsicht und Vorsicht die notwendigen Regeln einhalten können. Im organisierten Sport herrscht hohes Verantwortungsbewusstsein beim Einhalten von Regeln“, erklärt Ammon. Deswegen begrüßt er auch die Arbeitsgruppe aus Gesundheits- und Innenministerium sowie dem BLSV. „Das Ziel ist, den bayerischen Sportlerinnen und Sportlern die Ausübung ihres so sehr vermissten Sports rasch zu ermöglichen. Das ist jetzt so dringend geboten, wie nie zuvor!“

(mm)

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