Münchens Kreisspielleiter Frank Ludewig bittet Fußballklubs um „Geduld und Gelassenheit“. Der Nachfolger von Bernhard Slawinski äußert sich zu möglichen Lockerungen im Amateurfußball.
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Für Frank Ludewig (l.) sind die die so verschiedenen und komplexen Interessensabwägungen eine große Herausforderung. 

Bayerischer Fußball-Verband: Details für Restart müssen geklärt werden

  • vonJulian Betzl
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Münchens Kreisspielleiter Frank Ludewig bittet Fußballklubs um „Geduld und Gelassenheit“. Der Nachfolger von Bernhard Slawinski äußert sich zu möglichen Lockerungen im Amateurfußball.

Landkreis – Seit gut einer Woche ist der kontaktfreie Trainingsbetrieb auf den bayerischen Amateurfußballplätzen freigegeben. Vorausgesetzt: Inzidenzwert, Behörden und Vereinsführung spielen entsprechend mit. „Dass vor allem die Buben und Mädchen wieder trainieren können, muss man absolut positiv sehen“, findet Frank Ludewig.

Inzwischen ist der 50-jährige Jurist als Nachfolger von Bernhard Slawinski auch formell durch das BFV-Präsidium als Münchner Kreis-Vorsitzender und -Spielleiter berufen worden. Da Ludewig der intensive Austausch mit den Vereinsvertretern genau wie seinem Vorgänger wichtig ist, kann er auf eine positive Zwischenbilanz der ersten Öffnungsphase zurückblicken. „Ich habe den Eindruck, dass die Vorgaben an den Trainingsbetrieb bisher gewissenhaft umgesetzt wurden und sich alle freuen, dass die Kinder wieder trainieren.“

Frank Ludewig:  „Wir müssen zunächst Detailfragen klären“

So gerne Ludewig und seine Spielleiter-Kollegen nach den Verbandstagungen vergangene Woche noch mehr Freiheiten und Perspektiven für die Amateurkicker verkündet hätten: Den Takt gebe nun einmal die Politik vor, gleichermaßen bei Öffnungen wie Schließungen. Folglich kann der Verband derzeit keine davon abweichenden Maßnahmen beschließen, die besonders dem Bereich der Jugendlichen und Erwachsenen die oft eingeforderte Planungssicherheit für die nächsten Wochen garantieren könnten. „Wir müssen zunächst Detailfragen klären. Die aktuell so vielen und verschiedenen komplexen Interessensabwägungen sind für uns eine große Herausforderung.“ Angefangen beim Trainingsbetrieb, für den die Regierung bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 ab dem 22. März tagesaktuelle Schnell- oder Selbsttests vorsieht. „Da besteht noch großer Abstimmungsbedarf mit den Ministerien“, sagt Ludewig. Dafür, wie diese Teststrategie mit Beschaffung, Finanzierung, Durchführung, Dokumentation und Überwachung in der Breite von den Ehrenamtlern geleistet werden sollte, „fehlt mir aber noch die Fantasie“.

Frank Ludewig: „ Ein Abbruch ist momentan überhaupt kein Thema“

Ein paar Öffnungsschritte weiter, wurde Ludewigs Spieltagsplanung von Verbandsspielleiter Josef Janker mit dem 30. Juni indes eine klare Grenze vorgegeben. „Die meisten Ligen im Kreis München haben noch etwa neun Spiele zu absolvieren. Ein Abbruch ist daher momentan überhaupt kein Thema“, verweist Ludewig dennoch auf die nächste Interessenabwägung. „Der Spielplan wird nicht ohne englische Wochen funktionieren. Mir ist bewusst, dass das die Vereine an Feiertagen und in den Pfingstferien vor riesige Herausforderungen stellen wird, weil viele Familien nach der langen Zeit gerne mal wieder in den Urlaub fahren wollen.“

Was passiert mit dem Ligapokal?

Und dann wäre da ja noch der Ligapokal, bei dem der Spielleiter recht schmallippig wird. Stand heute stehe der Pokal noch im Spielplan und könne ohnehin nur von Präsidium und Vorstand abgebrochen werden. Überhaupt kann Frank Ludewig nicht oft genug betonen, dass dieser Spielplan derzeit ein Theorem in einer Excel-Datei sei, das fast täglich hinsichtlich der pandemisch-politischen Entwicklung überarbeitet werde. „Von Bernhard Slawinski habe ich 21 Schubladen mit Spielplänen übernommen, jetzt bin ich bei über 30. Wir müssen ja jederzeit bereit sein. Bis dahin kann ich die Vereine aber nur weiterhin um Geduld und Gelassenheit bitten.“

(JULIAN BETZL)

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