Das bittere Ende wirft Rätsel auf

- Die kickende Wundertüte FC Neufahrn hat ja schon viele - positive wie negative - Überraschungen aus dem Hut gezaubert. Was der Wanderzirkus der Bezirksoberliga gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht VfR Neuburg am Freitagabend beim 2:2-Unentschieden bot, das war aber nochmals ein ziemlich unrühmlicher Höhepunkt.

Neufahrn hatte die Partie praktisch schon gewonnen, fast von der ersten Minute an das Geschehen beherrscht - und trotzdem reichte es nur zu einem Punkt. Der Gegner agierte nicht wie eine Mannschaft, die etwas reißen will. Trainer Christian Radlmaiers Feststellung nach den ersten 45 Minuten: "Da haben wir ordentlich gespielt haben." Das 2:0 war hochverdient und spätestens nach dem wunderbaren Flugkopfball des Spielertrainers an den Pfosten kurz nach der Pause schien alles nur noch eine Frage der Höhe.

Aber es war nicht das erste Mal, dass die Neufahrner Fußballer überheblich wirkten. Gemacht wurde nur das Allernötigste. Dennoch war das bittere Ende eines kalten Abends im Nieselregen nicht absehbar. Wer wie Neuburg nach 74 Minuten erstmals ernsthaft auf das Tor schießt, darf normal nicht punkten. Doch dann brachte Gelb-Rot für den bis dato gut spielenden Christian Kübelbäck nach einem rustikalen, aber auch sinnlosen Foul an der Mittellinie, die Donaustädter zurück ins Geschäft.

Seinen Trainer machte das auch ratlos: "Das war unnötig wie ein Kropf. Irgendwann muss er es doch lernen." Die Manndecker Tikowsky (in den ersten Saisonspielen) und danach Kübelbäck wandern regelmäßig vom Platz - meist wegen solchen Aktionen wie vergangenen Freitag. Nach unzähligen Gesprächen fallen auch dem Coach kaum mehr Konsequenzen ein: "Vielleicht sollte ich jeden gleich auswechseln, wenn er die gelbe Karte sieht."

Aber auch da war nicht absehbar, dass die Gäste binnen 45 Sekunden zwei Tore machen würden und sich am Ende noch schwarz ärgerten über zwei vergebene Puntke.

Radlmaier zog sich in die Kritik mit ein. "Die Auswechslungen haben uns heute nicht gut getan." Der Rest war Fassungslosigkeit im Schockzustand ("So ist Fußball eben") zusammen mit der Erkenntnis, dass auch der alte Fußball-Haudegen im Fußball noch lange nicht alles erlebt hat: "Heute bin ich sehr, sehr schlau geworden."

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