Nach zuletzt vier Punktspielen ohne Sieg durften die Hachinger Fans endlich einmal wieder einen Sieg ihrer Mannschaft bejubeln.
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Nach zuletzt vier Punktspielen ohne Sieg durften die Hachinger Fans endlich einmal wieder einen Sieg ihrer Mannschaft bejubeln.

Der wilde Hachinger Ritt zum Sieg

  • VonRobert M. Frank
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Die SpVgg Unterhaching hat sich mit einem wilden Ritt beim 5:4 (2:2) gegen den Tabellenletzten TSV 1860 Rosenheim vor einer Blamage bewahrt.

Unterhaching – Die Mannschaft von Cheftrainer Sandro Wagner konnte im Heimspiel gegen den defensiv extrem schwachen Tabellenletzten der Regionalliga Bayern vor 1.200 Zuschauern im Unterhachinger Sportpark eine zwischenzeitliche 5:2-Führung nach 65 Spielminuten nur mit Hängen und Würgen über die Zeit retten.

Doch am Ende war dies Hachings Außenverteidiger Markus Schwabl fast egal. Der 31-Jährige konnte nach zuletzt fünf erfolglosen Spielen in Serie erstmals wieder jubeln und nach dem Schlusspfiff munter mit seinem Nachwuchs über den Rasen laufen. „Wir haben gewonnen, alles andere ist mir jetzt eigentlich erst einmal egal“, sagte ein erleichterter Präsidentensohn.

In der ersten Halbzeit hatte die SpVgg zunächst Glück, dass die Gäste nicht in Führung gingen. Ein Schuss des Ex-Hachingers Thomas Steinherr konnte der erstmals in der Startelf spielende Innenverteidiger Bernard Kyere nur noch an den Innenpfosten lenken. Von dort sprang der Ball glücklicherweise wieder ins Spielfeld zurück, bevor die Hachinger Defensive die brenzlige Situation wieder klären konnte (13.). Auf der Gegenseite schlug die Heimelf dann das erste Mal zu: Nach einer Vorarbeit des ebenfalls zum ersten Mal von Beginn an spielende Neuzugang Simon Skarlatidis umkurvte Stürmer Stephan Hain geschickt seinen Gegenspieler und schob zum 1:0 ein (19.).

Der Torreigen war damit auf beiden Seiten eröffnet und die Treffer fielen fast im Minutentakt. Zunächst markierte Nico Schiedermeier für die Gäste den Ausgleich zum 1:1 (25.). Auf der Gegenseite nutzte Hachings Innenverteidiger David Pisot eine Ecke per Kopfball zur zweiten Hachinger Führung (28.). Zumindest diese hatte dann etwas länger Bestand. Nachdem Patrick Hobsch per Fallrückzieher das Rosenheimer Tor noch knapp verpasst hatte (42.), konnten die Gäste vor dem Seitenwechsel doch noch einmal zuschlagen und durch Rosenheims Kapitän Linor Shabani den erneuten Ausgleich zum 2:2 erzielen (44.). Mit dem Ausgleich ließen die Gäste sowohl die Hachinger Spieler als auch Wagner bei dem nun heftig einsetzenden kurzen Regenschauer bedröppelt stehen.

Die zweite Hälfte hatte es dann in sich. Nachdem Christoph Ehlich an Gäste-Torwart Thomas Wimmer noch gescheitert war (47.), stach Haching wieder über seinen starken rechten Flügel zu. Schwabl flankte zu Hobsch, der zum 3:2 einnickte (52.). Der Stürmer hätte wenig später gleich noch einmal nachgelegt, setzte allerdings einen Foulelfmeter an die Latte, den er zuvor selbst rausgeholt hatte (57.). Der agile Angreifer ließ sich seinen Torhunger jedoch nicht nehmen und traf nach einer Ehlich-Flanke zum 4:2 abermals per Kopf (62.). Nachdem Boipelo Mashigo das 5:2 nach einem Solo per Flachschuss erzielt hatte (65.) und wenig später Kapitän Josef Welzmüller nach eineinhalb Jahren Verletzungspause erstmals wieder in einem Ligaspiel eingewechselt wurde, schien die Partie entschieden zu sein. Die Hachinger hatten dabei aber nicht die Rechnung mit den Rosenheimern gemacht. Der Kooperationspartner der SpVgg mit den beiden Ex-Hachingern Florian Heller und Marc Endres an der Seitenlinie nutzte in Person des eingewechselten Sascha Marinkovic einen folgenschweren Patzer von Hachings Torwart Hannes Heilmair zum 3:5 (74.). Als Shabani einen Foulelfmeter dann kurz vor Schluss noch zum 4:5 versenkte (89.), fing bei den Hausherren die große Zitterpartie an. Im Vergleich zu den vorausgegangenen Spielen endeten die Schlussminuten diesmal mit einem glücklichen Ende für die Gastgeber. Haching kam mit einem blauen Auge davon, wie auch Schwabl wusste. „Du darfst einfach nicht vier Tore fangen. Das sollte uns in so einem Spiel nicht passieren.“ Robert M. Frank / rmf

Vor dem Spiel wurde streng kontrolliert: Nur wer geimpft, getestet oder genesen war, durfte ins Stadion
Freude pur: SpVgg-Kapitän Seppi Welzmüller (r.) feierte nach eineinhalb Jahren Pause sein Comeback.

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