Doppel-Comeback im torlosen Isartal-Derby

- Grünwald - Hohes Tempo, rassige Zweikämpfe, gelungene Kombinationen: Im Bezirksoberliga-Derby zwischen dem TSV Grünwald und dem SV Pullach war einiges geboten. Nur auf Tore mussten die 150 Zuschauer beim 0:0 verzichten, obwohl beide GTeams genügend Chancen hatten, die Partie zu ihren Gunsten zu entscheiden.

Die vom Abstieg bedrohten Grün-Weißen hatten sich in ihrer Not etwas Besonderes einfallen lassen: Co-Trainer Norbert Bartsch feierte sein Comeback im Sturm. "Seine Erfahrung ist in unserer Situation wichtig für die jungen Spieler", begründete TSV-Coach Walter Werner die Reaktivierung seines Assistenten, der 80 Minuten lang seine Routine ausspielte und dabei "läuferisch nicht schwächer als andere war", wie Werner lobte. Auch ein Pullacher feierte eine gelungene Rückkehr: Vaxid Hyseni verhalf, sechs Wochen nach seinem Armbruch, vor allem in der zweiten Halbzeit dem SVP wieder zur zuletzt fehlenden spielerischen Linie.

Von dem an der Tabelle ablesbaren Unterschied beider Mannschaften - Pullach stand vor dem Match auf Rang fünf, Grünwald auf Platz 13 - war auf dem Rasen des Freizeitparks, wohin die Partie kurzfristig verlegt worden war, zunächst nichts zu sehen. "Pullach war sehr stark. Man merkt, dass sie oben stehen.

Sie spielen selbstbewusst und befreit auf", erteilte Werner dem Gegner ein Kompliment, in das er seine Mannschaft mit einschloss: "Das ist uns heute aber auch gelungen." Tatsächlich waren die Hausherren vor der Pause optisch leicht überlegen und trafen drei Mal das Aluminium: Konrad Berger köpfte nach einem Freistoß an den Pfosten (33.), Dragan Terzic setzte einen Freistoß an die Latte, der völlig frei stehende Stefan Summerer nahm den Abpraller direkt, traf aber ebenfalls nur die Torumrandung (43.). Doch auch Pullach war brandgefährlich. Grünwalds Schlussmann Fabian Klose musste gegen Özgür Aksoy (31.), bei einer abgerissenen Hyseni-Flanke (40.), einem Freistoß von Goran Spajic (44.) und einem Schuss von Bayram Kackin (45.) sein ganzes Können aufbieten.

"Wir müssen noch mehr Druck machen, dann wird die Grünwalder Abwehr nervös", forderte Pullachs Manager Max Fundeis zur Halbzeit. Tatsächlich steigerten sich die Gäste nach dem Wechsel vor allem in spielerischer Hinsicht. Chancen ergaben sich auf beiden Seiten zunächst aber nur aus Fernschüssen, wobei ein Terzic-Freistoß, den Wernthaler parierte (69.), und ein Versuch von Hyseni, den Klose abwehrte (75.), für die größte Gefahr sorgten. Nachdem Terzic wegen einer angeblichen Schauspieleinlage zum Ärger der Grün-Weißen Gelb-Rot gesehen hatte (77.), wurde es noch einmal richtig turbulent. Der für Bartsch eingewechselte Bernhard Adelsberger machte bei seiner ersten Ballberührung nach einem Pass von Arne Schmidt eigentlich alles richtig, umkurvte Wernthaler und schob den Ball aufs leere Tor.

Doch hatte er die Bodenverhältnisse nicht bedacht: Fünf Zentimeter vor der Linie stoppte der Schlamm die Kugel und den Jubel (83.) der Grünwalder, denen danach noch mehrmals der Atem stockte, nämlich bei Pullacher Großchancen durch Hyseni (85., vorbei), Sven Heyde, der an Klose scheiterte (86.) und Miroslav Saponjic der von Berger abgeblockt wurde (87.). "Da hätten wir den Sack zu machen müssen", fand Fundeis, der "mit dem 0:0 aber auch zufrieden" war. Ähnlich sah es Walter Werner, der zwar Adelsbergers Chance nachtrauerte, aber zugab: "Es hätte auch 1:0 für Pullach ausgehen können." Grünwalds Trainer blieb immerhin die Erkenntnis, dass sein Team in einem "Superspiel" einem starken Gegner standhalten konnte. Und das gibt Hoffnung für den Abstiegskampf.

TSV Grünwald: Klose - Holz, Schmidt, Heringer, Hentschke, Berger, Löppert, Summerer, Schade, Bartsch (81. Adelsberger), Terzic

SV Pullach: Wernthaler - Spajic, Barthel, Wanderer, Heyde, Zahner, Hyseni, Saponjic, Aksoy (81. Jelic), Kackin, Steinacher

Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rot für Terzic (77., Foul und Schwalbe)

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