Eigentore und Pässe ins Niemandsland

Garching - Bäuchlings lag Benjamin Niebauer im eigenen Fünfmeterraum, das Gesicht in den nicht mehr ganz grünen Rasen gedrückt. Gerade hatte der Abwehrmann des VfR Garching den Ball im Netz versenkt, doch nach Jubeln war ihm wirklich nicht zumute. Der Grund: Niebauer hatte die Kugel ins eigene Tor befördert und damit für das 1:3 und die Vorentscheidung im Heimspiel gegen die SpVgg Altenerding gesorgt (wir berichteten).

Nach vier sieglosen Spielen hatten die zuletzt so verunsicherten Garchinger ein Erfolgserlebnis herbeigesehnt. "Wir müssen einfach mal wieder gewinnen, damit die Spieler den Kopf frei kriegen", hatte Spielertrainer Daniel Weber im Vorfeld gefordert und auf einen Befreiungsschlag gegen den starken Aufsteiger gehofft. Stattdessen zeigten die souveränen Gäste aus Altenerding auf brutale Weise die aktuellen Schwächen der Gastgeber auf.

25 Minuten lang war der VfR konzentriert zu Werke gegangen und hatte nicht eine Chance zugelassen, so dass sich bei den 80 Zuschauern bereits vorsichtiger Optimismus breit machte. "Wir haben gut begonnen, doch dann passiert so etwas", kommentiert Weber das 0:1. Ein langer Ball war in den Strafraum gesegelt, direkt auf den Kopf von Niebauer, der die Kugel problemlos hätte klären können. Doch stattdessen duckte er sich, wohl in der Annahme, dass Keeper Weber den Ball herunterpflücken würde. So landete das Leder bei Gäste-Stürmer Dennis Garcia, der sich artig bedankte und einköpfte. "Ich habe kein Wort gesagt und weiß nicht, warum er den Ball durchgelassen hat", ärgert sich Weber über den Abwehrmann.

In der Folge musste der Coach hilflos mit ansehen, wie seine Mannen komplett den Faden verloren - es war ein erschreckendes Bild. Routinier Christian Brenner spielte Pässe ins Niemandsland, Abwehrchef Carsten Henrich verlor in 25 Minuten mehr Kopfballduelle als in der ganzen Saison und Daniel Klinge sah nach einem verbalen Disput die Rote Karte. "Wir waren total verunsichert", gesteht Weber. Folgerichtig erhöhten die Gäste vor der Pause nach einem weiteren Niebauer-Patzer auf 0:2. Zwar brachte Henrich den VfR noch einmal heran (60.), doch das Eigentor besiegelte schließlich die vierte Niederlage in Serie. ps

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