Einer duckt sich weg, zwei bleiben wie angewurzelt stehen

- Grünwald - Die Jubelszenen kündeten von einem unerwarteten Erfolg: Alle Spieler des FC Königsbrunn bildeten auf dem Rasen einen singenden und tanzenden Kreis, der überschäumende Freude verbreitete und einen eindrucksvollen Beleg für Siggi Niggls These lieferte.

"Die wollten doch auch nur ein Unentschieden", spekulierte der Trainer des TSV Grünwald über die Zielsetzung der Gäste. "Und ich wäre ebenfalls mit einem Punkt zufrieden gewesen", schickte Niggl hinterher. Doch dem TSV-Coach blieb nur die blanke Enttäuschung: Sein Team verlor 0:2 (0:0) und rutschte damit ganz tief in den Tabellenkeller der Landesliga Süd.

Fast eine Halbzeit lang schienen beide Mannschaften geradewegs auf das beabsichtigte Remis zuzusteuern. Chancen gab es allenfalls in Ansätzen, wobei Andreas von Pechmann, der den verletzten TSV-Kapitän Michael Vötter im Abwehrzentrum ordentlich vertrat, sich zwei Mal in Königsbrunner Schüsse warf (19., 32.). Auf der anderen Seite klärte ein Gäste-Verteidiger gegen Andrej Mitura (29.).

Es schien alles auf ein 0:0 zur Halbzeit zuzulaufen, als der Königsbrunner David Bulik einen Freistoß aus gut 25 Metern in Richtung Tor trat. Daniel Heidemann duckte sich weg, Stefan Drissner und Torwart Harald Dax blieben wie angewurzelt stehen, und so landete der als Flanke gedachte Ball hinter den drei verdutzten Grünwaldern im Netz (41.).

Die Grün-Weißen beantworteten dieses überflüssige 0:1 mit wütenden Angriffen: Erhan Masat, der Mitura suchte, statt selbst abzuziehen (44.), sodass ein Verteidiger klären konnte, sowie Mitura selbst mit einem zu ungenauem Kopfball (45.) hätten noch vor der Pause ausgleichen können.

Nach dem Wechsel hatten die Grün-Weißen Pech mit zwei Abseitsentscheidungen, bei denen es um Millimeter ging: Daiberl (48.) und Masat (49.) wären frei durch gewesen. Doch mitten in die Drangphase der Hausherren hinein setzte Bulik einen Zauberpass, den zu verwerten Daniel Schreder keine Mühe hatte (60.). Nach diesem 0:2 war die Partie gelaufen, den Angriffen der enorm ersatzgeschwächten Grünwalder fehlte die durchschlagende Wirkung.

"Ich kann meiner Mannschaft keinen großen Vorwurf machen, so ist das halt, wenn nur vier Stammspieler dabei sind", nahm Niggl seine Truppe nach der bitteren Niederlage gegen einen biederen Gegner, der wohl auch ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf sein wird, in Schutz. Tatsächlich verbietet sich, trotz einer unzureichenden Leistung, wohl allzu harsche Kritik an der vom Pech verfolgten TSV-Elf. Niggl bediente sich deshalb lieber der Durchhalteparole: "Was auf uns momentan einströmt, ist Wahnsinn, das sind tiefe Täler, die wir durchschreiten. Aber da müssen wir durch." TSV Grünwald: Dax - Baum, Heidemann, von Pechmann, Drissner, Löppert (46. Daiberl), Soave, Gürlek (67. Saka), Zampos, Mitura (73. Fuhrmann), Masat Tore: 0:1 Bulik (41.), 0:2 Schreder (60.)

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