Einfach nur richtig abfeiern

- Heimstetten - Während der drei Minuten Nachspielzeit sehnten die Bezirksoberligafußballer des SV Heimstetten samt Anhang sehnlich den Abpfiff herbei. Als dann Schiedsrichter Johannes Hartmeier beim Stande von 2:1 das Aufstiegsspiel gegen den TSV Schwabmünchen endlich beendete, gab es beim SVH kein Halten mehr. Der sonst so coole Trainer Frank Schmöller hüpfte auf den Rasen, Thomas Wolf sorgte für die obligatorische Sektfontäne und Torwart Mario Bartulovic widmete sich in bester Basler-Manier dem Fünfliter-Weißbierkrug.

"Nass aber glücklich", beschrieb Abteilungsleiter Thomas Langer seine Stimmungslage nachdem er von Kapitän Uli Mayer eine Bierdusche verpasst bekommen hatte. "Ist wenigstens gut für die Haare", feixte Stürmer Michael Nissl. Auch rund eine halbe Stunde nach dem Schlusspfiff feierten die SVH-Kicker den 2:1 (2:0)-Erfolg und den damit verbundenen Aufstieg. "Mir fehlen die Worte", erklärte Mayer und fügte nach einem Schluck aus der Sektflasche noch hinzu: "Ich sag nur: Landesliga wir kommen!"

Den Grundstein für den Erfolg legten die Heimstettner dabei in der ersten Halbzeit. Vor rund 400 Zuschauern - die dem schwülheißen Wetter zum Trotz den Weg ins Stadion des Landesligisten FC Pipinsried gefunden hatten - machte der SVH von Anfang an Dampf. Zuerst ärgerte sich Langer noch, ob eines nicht gegebenen Treffers von Manuel Fino (12.), doch kurz darauf konnte der Fußballchef die Führung seiner Mannschaft bejubeln. Nach einer Wolf-Ecke hatte Mayer geschickt verlängert, so dass Christian Gossler das Leder nur noch über die Linie drücken musste (26.). "Sicher mein wichtigstes Tor für Heimstetten", freute sich der stark aufspielende Flügelflitzer. Nur fünf Minuten später legte Emanuel Riegger noch einen drauf und erzielte das 2:0. "Das war super! Das war elegant!", skandierten die in zwei Bussen mitgereisten Heimstettner Fans zurecht, nachdem der Mittelfeldmann nach einer Gossler-Flanke überlegt eingenetzt hatte.

Nach dem Seitenwechsel warf der Tabellenzweite der Bezirksoberliga Schwaben alles nach vorne, doch insgesamt blieben die Versuche des TSV Schwabmünchen zu harmlos. So war es bezeichnend, dass ein sehenswerter Sonntagsschuss von Michael Fischer für den Anschlusstreffer sorgte (88.). Danach witterten die zahlreichen TSV-Fans noch einmal Morgenluft, doch trotz der lautstarken Unterstützung schaukelten die Heimstettner die Partie souverän nach Hause.

Lediglich ein übles Frustfoul von Schwabmünchens Konrad Spatschek und die daraus resultierende Rote Karte sorgten noch einmal für Aufregung. Doch nach der Partie war all das vergessen, lediglich Giuseppe Potenza übte sich noch im Fußball - wenn auch mit Sektkorken. Und so war die wichtigste Frage zwischen Siegeszigarren und Schampus, wie denn jetzt der Aufstieg gebührend gefeiert werden könnte. "Jetzt geht es erst einmal ins Vereinsheim und danach noch nach München", tönte Torschütze Gossler. "Egal wo - einfach nur richtig abfeiern."

SV Heimstetten: Bartulovic, Kindermann, Rappl, Potenza, Wolf, Mayer, Gossler, Riegger, Volcjak (89. Jozic), Nissl (58. Kelletshofer), Fino.
Tore: 1:0 Gossler (26.), 2:0 Riegger (31.), 2:1 Fischer (89.).
Rot: Spatschek (92.)
Schiedsrichter: Johann Hartmeier (ETSV 09 Landshut)
Zuschauer: 400

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