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Voller Leidenschaft hängt sich SVP-Angreifer Maximilian Schuster (im gelben Trikot), zur 32. Minute für Ngu’Ewodo eingewechselt, rein beim Remis im Heimspiel gegen den TSV 1860 Rosenheim.

Totaler Taktik-Wechsel bringt die Wende

Erst Krampf, dann Kampf: Pullach rettet einen Punkt gegen Rosenheim

SV Pullach - Eine Halbzeit großer Krampf, eine Halbzeit großer Kampf: Unterm Strich ergab das für den SV Pullach im Heimspiel gegen den TSV 1860 Rosenheim ein gerechtes Remis.

Pullach – Der Darbietung seiner Mannschaft entsprechend fiel Frank Schmöllers Urteil zwiespältig aus. An den ersten 45 Minuten ließ der Pullacher Trainer kaum ein gutes Haar. „Da hat mir das ganze Verhalten nicht gefallen“, kritisierte er. „Wir wussten, dass Rosenheim bei Tempospiel Probleme bekommen würde. Aber wir haben das Tempo immer wieder rausgenommen, die Läufe im eins gegen eins immer wieder abgebrochen. Einige Spieler haben auch zu wenig Laufbereitschaft gezeigt.“

Namen nannte der Coach nicht, doch zwei Offensivkräfte mussten früh gehen. Menelik Ngu’Ewodo, der allerdings auch leicht angeschlagen war, bereits in der 32. Minute, Ömer Kanca zur Pause. „Ich habe die nicht ausgewechselt, weil mir die Stutzenfarbe nicht gefallen hat“, ließ Schmöller durchblicken, dass er mit den beiden unzufrieden war.

Es haperte aber nicht nur vorne. Zwar erspielten sich die Rosenheimer ebenfalls keine klaren Chancen, abgesehen von der dritten Minute, als SVP-Keeper Michael Hofmann zur Stelle war. Doch sie wirkten in der ersten Halbzeit wesentlich zielstrebiger und erzielten zwei Treffer. Ein Sonntagsschuss von Josip Tomic vom rechten Strafraumeck mit rechts in den langen Winkel gezaubert (32.), bedeutete das 0:1. „Das ärgert mich, da bin ich nicht hundertprozentig richtig gestanden“, nahm Ex-Profi Hofmann das Tor auf seine Kappe. Doch Schmöller widersprach: „Der Ball hat eine ganz komische Flugkurve, fällt hinten rein. Da brauchen wir nicht von einem Torwartfehler sprechen.“ Vielmehr ärgerte den Trainer, dass Tomic frei abziehen konnte: „Drei Leute stehen um ihn rum wie der Ochs am Berg.“ Nur drei Minuten später bescherte ein Strafstoß das 0:2. Tomic, der eine leichte Berührung von Daniel Leugner zum freien Fall nutzte, verwandelte selbst (35.).

„Wir waren in der ersten Halbzeit einfach immer einen Schritt zu langsam“, beklagte Schmöller, der die Pause deshalb nicht nutzte, um seine Truppe taktisch neu einzuschwören, sondern: „Wir haben alles über Bord geworfen, haben gesagt, wir müssen arbeiten, jeden Zentimeter beackern.“ Und die Raben gingen jetzt leidenschaftlich zu Werke, erkämpften sich vor allem jede Menge Standards, ihre gefährlichste Waffe an diesem Tag.

Tim Sulmer verfehlte zweimal per Kopf, jeweils nach Freistößen von Andreas Roth, knapp das Ziel (63., 79.). Dazwischen traf der kleine Stürmer aber mit einem Heber zum 1:2: Peter Beierkuhnlein hatte nach einem abgewehrten Freistoß den Ball einfach nach vorne geschlagen, 1860-Keeper Dominik Süßmaier, von Roth hart bedrängt, dem Schützen vor die Füße gefaustet (64.).

Kurz vor Schluss wurde Pullachs Anrennen gegen die stark nachlassenden Gäste nach Foul an Christoph Dinkelbach mit einem Elfmeter belohnt. Florian Königer schnappte sich den Ball und verwandelte souverän (88.). Ein spontaner Entschluss des Innenverteidigers: „Ich habe mich einfach gut gefühlt.“ Das galt am Ende für alle Raben: „Der Punkt fühlt sich gut an, weil die Mannschaft die Vorgabe in der zweiten Halbzeit sensationell umgesetzt hat“, verbuchte Schmöller das Remis unterm Strich als positives Resultat.

Quelle: fussball-vorort.de

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