Die Euphorie ist verflogen

Beim FC Biberg ist die Euphorie verflogen.

Unterbiberg/NeubibergEtwas über ein Jahr ist es her, da herrschte Aufbruchsstimmung beim FC Biberg. Im Sommer 2018 hatten sich der FC Unterbiberg und der TSV Neubiberg zum FC Biberg zusammengeschlossen, mit vereinten Kräften sollte der neue Stern am Biberger Firmament zum Leuchten gebracht werden. Im Oktober 2019 ist nach der 1:3 (0:2)-Pleite gegen den FC Dreistern NT von der damaligen Euphorie nicht mehr viel übriggeblieben. Konnte man die Premierensaison noch im tabellarischen Nirvana beenden, ist in dieser Saison der Abstiegskampf zur Biberger Realität geworden.

„Das wird ein schwieriges Jahr werden“, weiß auch Vereinssprecher Harald Breu um die prekäre Situation seines Klubs. Bereits nach sechs Spieltagen droht der FC, derzeit auf dem zehnten Tabellenplatz, den Anschluss an das Mittelfeld zu verlieren - sieben Zähler beträgt der Rückstand auf den Tabellenneunten TSV Trudering. Allein in den letzten drei Partien musste das Team 13 Gegentreffer verdauen.

Zahlreiche Akteure hatten den FC Biberg im Sommer verlassen, mit Thiemo Christau steht seit Juni bereits der dritte Trainer der noch jungen Vereinsgeschichte an der Bibeger Seitenlinie. „Wir spielen mehr oder minder mit einer A-Jugend. Momentan mangelt es uns an der richtigen Mischung. Technische können wir auf dem Niveau durchaus mithalten, aber an manchen Stellen fehlt es dann an Cleverness und Körperlichkeit“, lautet die kritische Einschätzung Breus. So auch im Heimspiel gegen Dreistern, in denen die Christau-Elf schon nach 12 Minuten den ersten Rückschlag verdauen musste. Antonio Salvo hatte Paul Tögel im Tor der Hausherren überwinden und die Gäste mit dem ersten Treffer des Tages auf die Anzeigetafel bringen können. Eine knappe Viertelstunde später behielt der Dreistern-Torjäger im Duell mit Tögel erneut die Oberhand, per Strafstoß erhöhte Salvio (26.) zum 2:0-Pausenstand. Zwar konnte Markus Dobler die Gastgeber noch einmal heranbringen (57.), doch das Biberger Glück war nur von kurzer Dauer. Sechs Minuten nach dem Anschlusstreffer stellte Christoph Englert mit seinem Tor zum 3:1 (63.) den Endstand her und besiegelte die fünfte Biberger Niederlage im sechsten Saisonspiel.

Sollen die mittleren Tabellenränge für FCB-Kicker nicht bereits am siebten Spieltag in weite Ferne rücken, ist ein Sieg beim SV-DJK Taufkirchen Pflicht. Keine leichte Aufgabe für die Truppe von Christau, schließlich blieb der SV-DJK im September ungeschlagen.

Immerhin einige kleine Lichtblicke bleiben den Kickern in Rot-Schwarz aber: Die Konkurrenz in der Münchner Kreisklasse 5 tut derzeit wenig, die Schwäche der Biberger zu nutzen. Und auch, wenn die sportlichen Aussichten des FCB derzeit eher trüb sind, mag man sich die Laune nicht vermiesen lassen: „Die Stimmung ist weiter gut. Wir müssen jetzt einfach die Ruhe bewahren“, bleibt Breu optimistisch.

SIMON HÜSGEN

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