Drei Tribünen dieser Art möchte der FC Deisenhofen auf seinem Vereinsgelände aufstellen.
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Drei Tribünen dieser Art möchte der FC Deisenhofen auf seinem Vereinsgelände aufstellen.

Auch Trainer und Spieler beteiligten sich

FC Deisenhofen sammelt über 30.000 Euro für drei neue mobile Tribünen

  • Umberto Savignano
    vonUmberto Savignano
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Größte Hürde für den FC Deisenhofen auf dem Weg in die Regionalliga scheinen derzeit die steigenden Infektionszahlen und damit der drohende Saisonabbruch zu sein.

Deisenhofen – Sportlich hätte der Bayernliga-Zweite ja alle Chancen, die Aufstiegsrelegation zu erreichen. Und auch bei der Erfüllung der strengen Regionalligaauflagen durch den Bayerischen Fußball-Verband (BFV) ist der FCD jetzt einen großen Schritt weitergekommen: Ein so genanntes Crowdfunding im Internet brachte dem Verein 30.314 Euro für die Anschaffung von drei mobilen Tribünen, die insgesamt 150 Leuten Platz bieten sollen. Somit kann der FCD eine wichtige BFV-Vorgabe abhaken. Bei der Idee für die Aktion half den Deisenhofnern auch ein günstiger Zufall auf die Sprünge. „Die Münchner Bank hat angerufen, sie wolle eine Plattform für eine gemeinnützige Organisation schaffen und hat gefragt, ob wir ein Projekt wüssten“, erzählt FCD-Marketingvorstand Stefan Hofberger. 

142 Unterstützer für das Projekt

„Tags zuvor hatten wir eine Vorstandssitzung, in der wir über eine mobile Tribüne gesprochen hatten.“ So starteten das Geldinstitut und der Verein Mitte Dezember den Spendenaufruf mit einer Laufzeit von knapp drei Monaten und einer Zielsumme von 30.000 Euro. 142 Unterstützer gaben Summen zwischen zehn und 5000 Euro. Dafür gibt es vom Verein verschiedene Gegenleistungen als Dankeschön, von der Bratwurst am Spieltag bis zur Acht-Personen-Loge.

„Das zeigt zum einen, was für einen Stellenwert der FC Deisenhofen mittlerweile im Ort hat und zum anderen, dass der Verein auf seine Sponsoren, die Unternehmen sowie die Einzelpersonen zu jeder Zeit zählen kann“, freut sich Mittelfeldspieler Marco Finster über den Erfolg „Ein großer Dank geht daher an alle Unterstützer, aber auch an die Münchner Bank, die dieses Projekt angestoßen, begleitet, durchgeführt und mit 1340 Euro unterstützt hat.“

„Tribüne wird auch im Fall des Nichtaufstiegs aufgestellt“

Trainer Hannes Sigurdsson und viele Spieler beteiligten sich ebenfalls an der Aktion. „Da sieht man, wie sehr die Mannschaft hinter dem Verein steht“, so Finster, der auch selbst spendete und der sich schon auf die neuen Tribünen freut: „Ich würde nicht sagen, dass es uns motiviert, aber atmosphärisch wird es sicher schön. Ich glaube, dass es fast ein Gemütlichkeitsgefühl gibt, wenn die Zuschauer draußen auf der Tribüne sitzen.“ Und das werden die FCD-Fans, unabhängig davon, ob der Aufstieg nun gelingt oder nicht. „Das Geld ist zweckgebunden. Die Tribüne wird auch im Fall des Nichtaufstiegs aufgestellt, und sie wird bei Spielen aller Mannschaften stehen, von den F-Junioren bis zu den Senioren C“, so Hofberger, der den Sinn der Crowdfunding-Aktion nicht nur im schlichten Einsammeln von Geld sieht: „Das ist eine Signalwirkung in Richtung Sponsoren, aber auch in Richtung Mitglieder. Denn damit zeigen wir, dass wir nicht gnadenlos finanzielle Ressourcen des Vereins aufbrauchen, sondern versuchen, die Herausforderungen mit allen möglichen, auch modernen Finanzierungsmöglichkeiten zu schultern. Das ist mir auch wichtig, denn die Frage, ob das Abenteuer Regionalliga für einen Verein wie den FC Deisenhofen gesund ist, ist durchaus legitim.“

FCD-Manager Franz Perneker sieht den Wert der Aktion ebenfalls losgelöst von den weiteren Fortschritten in Richtung Regionalliga: „Selbst wenn wir nicht aufsteigen sollten, weil die Saison abgebrochen wird, oder wir sportlich scheitern, bringt dieses Projekt den Verein weiter. So passieren Sachen, die wir sonst vielleicht nicht angestoßen hätten.“ 

(Umberto Savignano)

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