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Mit Orhan Akkurt verliert der FC Ismaning einen Torjäger der Extrakla sse. F

Fußball

Orhan Akkurt beendet die  Jagd auf Tore

  • vonNico Bauer
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Orhan Akkurt beendet die  Jagd auf Tore und wird Co-Trainer beim SV Pullach

Ismaning– Das war es dann wohl. Wenn die aktuelle Fußballsaison wegen der Corona-Pandemie abgebrochen wird, dann geht die großartige Karriere von Orhan Akkurt (35) ganz leise zu Ende. Einer der gefürchtetsten Torjäger des bayerischen Amateurfußballs hängt diesen Sommer die Fußballschuhe an den Nagel, um als Co-Trainer seine Trainerlaufbahn zu starten. Orhan Akkurt bestätigt den Schritt und sagt, „dass das so ein richtiger Scheißabschied ist“. Nach 16 Spielen (vier Tore) für den FC Ismaning hätte Akkurt gerne noch einmal in der Bayernliga getroffen und dann war eigentlich noch mit seinen Freunden ein Abschiedsspiel angedacht. „Sollte so ein Benefizspiel mit Zuschauern dieses Jahr noch möglich sein, dann würde ich das gerne machen“, sagt Akkurt.

So ein bisschen Trainer ist der baldige Fußball-Ruheständler jetzt schon. In einer Waldperlacher Fußballschule trainiert Orhan Akkurt seine Söhne Dennis (10) und Luca (8). Akkurt ist überzeugt, dass man die Jungs irgendwann auch im gehobenen Amateurfußball sehen wird: „Die können noch viel mehr als ich. Eigentlich kann ich den Ball ja nur ins Tor schießen.“

Das wiederum konnte Orhan Akkurt wie kein Zweiter. Die Kaugummi-Saison 2019/21 ist nicht wirklich der Maßstab, weil Akkurt mit Verletzungen mehr zu kämpfen hatte als mit Gegenspielern. Seine Karriere bei den Herren begann einst in der Landesliga beim TSV Großhadern und dann ging es zum SV Heimstetten. Dort machte der klassische Mittelstürmer in 34 Landesligaspielen unfassbare 32 Tore, so dass es zum Profiabstecher beim SV Wacker Burghausen kam. Vier Einsätze hatte er in der 3. Liga und dann ging es zurück zu dem mittlerweile in der Bayernliga spielenden SV Heimstetten. In eineinhalb Jahren machte Orhan „Torhan“ Akkurt satte 22 Treffer in 35 Spielen. Und dann kam das erste Gastspiel in Pullach. Mit 23 Toren in 25 Spielen schoss Akkurt den Landesligisten mal schnell in die Bayernliga, um dort Pullach bei 66 Einsätzen 48 Treffer bejubeln zu dürfen. 32 Tore in 36 Spielen waren selbst für Akkurt-Verhältnisse in der Saison 2014/15 bombig.

Und dann: Heimstetten, die Dritte. In drei Spielzeiten Bayernliga klingelte es mit der Nummer neun 70 Mal und der SVH war in der Regionalliga. Neun Tore in 19 Regionalligaspielen machte Akkurt noch schnell. Dann folgte der Stürmer dem Ruf des SV Türkgücü, war mit vier Toren in acht Spielen am Regionalligaaufstieg beteiligt. Zu der Zeit wurde gefühlt jährlich der Kader ausgewechselt und dann war der FC Ismaning der Schnellste. „Eigentlich wollte ich letzten Sommer schon aufhören“, sagt Akkurt.

Für den Einstieg in das Trainergeschäft hätte er sich auch eine der höherklassig spielenden Jugendmannschaften des im Nachwuchsbereich sehr gut aufgestellten FC Ismaning vorstellen können. Hier war nichts frei und dann kam ein gut passendes Angebot vom Bayernligisten SV Pullach. Hier ist Alexander Benede der Spielertrainer und Akkurt wird als nicht mehr spielender Co-Trainer dann der Bank-Chef. „Das schaue ich mir jetzt einmal an“, sagt der in Feldkirchen wohnende Akkurt. Nach Corona wird auch wieder das berühmte Münchner Verkehrschaos kommen und dann könnte auch das ein Thema sein.

Klar ist aber, dass – egal wo und wie – der letzte echte Knippser Orhan Akkurt seinem geliebten Fußball noch lange erhalten bleibt. Nur eben nicht mehr als Torhan. Schade.

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