Frustig in die Winterpause

- Neufahrn verliert durch Elfer in der vorletzten Minute 0:1

VON ARTHUR VIOL Neufahrn - Erst hat man kein Glück, dann kommt Pech dazu. "Kobra" Jürgen Wegmanns legendäre Aussage mögen viele belächeln, für den FC Neufahrn trifft sie seit gestern Abend zu. Ihr besseres Gesicht präsentierte die Radlmaier-Elf gestern Abend beim ESV Ingolstadt. Gut 70 Minuten kontrollierte man die Partie, 120 Sekunden vor dem Ende zerstörte ein unnötiger Elfmeter die Hoffnungen auf einen Punkt, Neufahrn verlor 0:1.

Vorahnungen und Voraussetzungen waren eigentlich nicht die besten. Schließlich hatte sich der FCN in den vergangenen Wochen oft in Spendierlaune gezeigt, großzügig die Punkte hergeschenkt und den Trainer damit an den Rand der Verzweiflung getrieben. Damit es nicht soweit kommt, hat sich Christian Radlmaier einen ihm eigenen Humor zugelegt, und erinnert dabei an jene Trainer der Bundesliga, die nach Niederlagen ihrer Clubs das Ganze mit einer Mischung aus Selbstironie und Selbstaufgabe schildern. Vor der Partie in Ingolstadt jedenfalls rechnete sich der Trainer nicht viel aus. Vielleicht erinnerte er sich zu sehr an das Vorspiel, als seine Neufahrner vorgeführt wurden. Dass das damalige 1:5 nicht mehr als Maßstab für die momentane Verfassung dienen kann, zeigten beide Teams gestern. Neufahrn hielt die Partie jederzeit offen, war nach optischen Gesichtspunkten betrachtet sogar überlegen. Die Abwehr stand sicher - Strahounik musste im ersten Durchgang nur einmal eingreifen - vorne allerdings ging auch nicht all zu viel zusammen. Einzig Stefan Krabatsch hatte die Führung nach einem Abpraller auf dem Fuß, Michi Hobmeier hatte geschossen.

Munterer wurde es erst im zweiten Durchgang. ESV-Stürmer Holm schnappte sich nach einem Ballverlust das Leder, doch konnte die FCN-Abwehr den wohnhaften Langenbacher noch stoppen. Gut eine Viertelstunde dauerte die Sturm-Brise der Gastgeber, dann hatte Neufahrn das Geschehen wieder im Griff und ging seinerseits auf Drei-Punkte-Jagd. Vor allen Dingen nach Freistößen von Hobmeier wurde es gefährlich. Erhan Masat hätte zweimal für einen glücklichen Jahresabschluss sorgen können, doch einmal entglitt ihm das Leder, beim zweiten Mal landete es auf dem Querbalken. Als alle schon mit einem 0:0 rechneten, schlug das Schicksal zu. Krabatsch lieferte sich mit seinem Gegenspieler Hofer ein Laufduell, Libero Röhrl schaltete sich auch noch ein, da erwischte Krabatsch den Ingolstädter irgendwie am Standbein. Der Rest vom Lied: Pfiff, Elfmeter, Schuss, Tor, Depression beim FCN. Den Elfer, so Pressesprecher Horst Rudzki, "kann man geben. Aber jetzt sind wir alle frustriert und traurig."

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