Bayernliga Süd

Kommunikationsprobleme rund um Gelb-Rot-Platzverweis für SV Pullach

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Der Knackpunkt für die Niederlage des SV Pullach war wohl der Platzverweis gegen Alexander Benede. Das räumt der Spielertrainer ein - und manches mehr.

Pullach – Vom Resultat her sieht es nach einem herben Rückschlag für den SV Pullach aus. Doch SVP-Spielertrainer Alexander Benede zeigte sich durchaus einverstanden mit der Vorstellung seines Teams bei der 1:4 (1:2)-Auswärtsniederlage gegen den Aufsteiger TSV 1880 Wasserburg: „Das Ergebnis wurmt und nervt mich. Aber ich bin sicher, wenn ich nicht vom Platz fliege, verlieren wir das Spiel nicht.“

Mit dieser Einschätzung war Benede schon direkt beim Knackpunkt der Partie: In der 56. Minute sah er nämlich die Ampelkarte. Bis dahin schien bei einer Wasserburger 2:1-Führung noch alles möglich. Zumal die Raben an den ausgezeichneten Auftritt beim 2:1-Auftakterfolg gegen Kirchanschöring anknüpften. „Wir sind gut reingekommen, hatten unsere Spielanteile und viel Ballbesitz“, lobte Manager Robert Bäumel.

Doch dann verursachte SVP-Verteidiger Jan Penic einen Elfmeter, den Bäumel als korrekt anerkannte. Benede hatte etwas mehr Zweifel, akzeptierte die Entscheidung aber dennoch klaglos. Diskussionen kamen erst auf, als Wasserburgs Matthias Haas an Pullachs Torwart Marjan Krasnic gescheitert war und Schiedsrichter Jürgen Steckermeier (Altfraunhofen) nach Rücksprache mit seinem Assistenten die Ausführung wiederholen ließ – wohl, weil ein Pullacher zu früh in den Strafraum gelaufen war. Haas verwandelte nun, Krasnic und Benede wurden verwarnt (26.). „Ich habe nicht wirklich protestiert. Aber ich bin hartnäckig, wenn ich mich unterhalten möchte“, beschrieb der Pullacher Spielertrainer die Situation, die später möglicherweise spielentscheidende Folgen hatte.

Zunächst aber glich Gilbert Diep nach schöner Kombination und flacher Hereingabe von Henri Koudossou aus (35.). Wasserburg ging durch einen Freistoß von Matthias Haas allerdings postwendend wieder in Führung (37.). „Der Ball war wohl eher als Flanke gedacht“, meinte Bäumel.

Die Raben ließen sich indes nicht beirren, kamen sehr druckvoll aus der Kabine. „Die besten zehn Minuten von Pullach seit langem“, fand Benede, doch dann bremste seine Ampelkarte den SVP aus. Und auch da hätte er sich mehr Kommunikation gewünscht, etwa eine klare Warnung durch den Unparteiischen, denn: „Es war mein erstes Foul, an der Mittellinie außen, der Spieler steht mit dem Rücken zum Tor. Statt noch einmal zu mir zu kommen, gibt mir gleich Gelb-Rot.“

So gesehen betrachtete Benede den Spielleiter als „Zünglein an der Waage, denn er hat einen wahnsinnigen Einfluss auf das Spiel genommen. Wenn es das nicht macht, ist es ein rassiges Fußballspiel.“

Zu dem die Pullacher auch in Unterzahl noch ihren Teil beitrugen, doch als abermals Matthias Haas, diesmal per Kopfball nach einer Ecke (63.), zum 3:1 traf, „da war der Deckel drauf“, so Bäumel. Haas durfte in der Nachspielzeit sogar noch seinen vierten Treffer, erneut per direktem Freistoß, bejubeln. Benede zeigte sich dennoch „zufrieden“, dass sich seine Spieler weder von der mit 780 Zuschauern sehr stattlichen Kulisse noch von den holprigen Platzverhältnissen beeindrucken ließ: „Die Jungs haben es richtig gut gemacht.“ Und Schiedsrichter Steckermeier unterbreitete der kommunikationsfreudige Spielertrainer das Angebot, zur Klärung der strittigen Punkte die Unterhaltung außerhalb des Platzes fortzusetzen: „Ich würde mich freuen, wenn er sich bei mir melden würde.“  

TSV 1880 WASSERBURG –
SV PULLACH 4:1

SV Pullach:Krasnic - Brändle, Penic, Benede, Gaigl (46. Saibou), Koudossou, Hutterer, El Sayed (65. Ritter), Zander, Hamberger, Diep (76. Reischl)

Tore: 1:0 M. Haas (26., Foulelfmeter), 1:1 Diep (35.), 2:1 M. Haas (37.), 3:1 M. Haas (63.), 4:1 M. Haas (90.+2)

Gelb-Rot: Benede (56., Reklamieren und Foulspiel

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